News Festplattenpreise steigen rasant

Der Festplatten-Markt bietet nahezu keinen Raum für Wachstum, wer will es den beiden vergönnen, dass die sich mit dem Status Quo zufrieden geben und erkannt haben, dass kein Wachtum hier der einträglichere Weg ist bis der Markt in absehbarer Zeit eh verschwindet (die Frage ist ja eher wann als ob).
 
Bei nur 2 großen Anbietern kann hier von einem Cournot-Duopol ausgegangen werden.

Niedrige Mengen und hohe Preise sind im Modell ein Nash-Gleichgewicht und daher sehr stabil - völlig ohne Absprachen welche kartellrechtlich verfolgt werden könnten. Die braucht es hier gar nicht.
Es ist zwar nur ein Modell, trifft aber ganz gut auf die momentane Situtation zu.

Wenn die Preise sinken sollen müssen mehr Anbieter her.
 
Ratterkiste schrieb:
Bei nur 2 großen Anbietern kann hier von einem Cournot-Duopol ausgegangen werden.

Niedrige Mengen und hohe Preise sind im Modell ein Nash-Gleichgewicht und daher sehr stabil - völlig ohne Absprachen welche kartellrechtlich verfolgt werden könnten. Die braucht es hier gar nicht.
Es ist zwar nur ein Modell, trifft aber ganz gut auf die momentane Situtation zu.

Wenn die Preise sinken sollen müssen mehr Anbieter her.

Genauso sieht es für mich auch aus. Und auch wenn das rechtlich möglicherweise nicht zu beanstanden ist, hätte man das zumindest im Vorfeld erahnen können, denn die großen Übernahmen wurden ja von den Kartellbehörden der USA und Europa im Vorfeld genehmigt. Für wen arbeiten die eigentlich, für ihre Bürger, oder die Industrie :(

Und @Blutschlumpf: sorry, aber als Verbraucher ist sowas für mich absolut nicht tolerierbar, wie du hier Verständnis für die "armen" Hersteller aufbringen kannst, ist mir unerklärlich.
 
Willst du ihnen vorwerfen, dass sie so viel für ihre Produkte verlangen, wie die Konsumenten bereit sind zu zahlen?
 
Was heißt hier Verständnis ? Als Konsument kann ich das natürlich nicht akzeptieren.
Ich persönlich habe meinen HDD-Konsum übrigens deutlich reduziert. ;)

Aber wenn ich einer der beiden wäre, würde ich es genau so machen, von daher, nachvollziehen sollte man das können.
 
Jackie78 schrieb:
Und genau das ist ja mein Kritikpunkt, dass dieser Wettbewerb seit der Flut und der Konsolidierung auf dem Markt nicht mehr so richtig funktioniert. :(

Das meinte ich ja auch: wenn es nur noch 2 Wettbewerber gibt (mehr oder weniger) dann funktioniert dieses System einfach nicht mehr so toll, und die Preise können auch ohne illegale Absprachen einfach künstlich hoch gehalten werden!
 
etheReal schrieb:
Das meinte ich ja auch: wenn es nur noch 2 Wettbewerber gibt (mehr oder weniger) dann funktioniert dieses System einfach nicht mehr so toll, und die Preise können auch ohne illegale Absprachen einfach künstlich hoch gehalten werden!

Das war ja eigentlich auch zu erwarten, darum frage ich mich, warum die letzten beiden großen Zusammenlegungen der Festplattensparten durch Seagate und WD von den Kartellbehörden der USA und der EU einfach so genehmigt wurden. Ein Schelm, der böses dabei denkt, denn eigentlich wäre das genau deren Aufgabe, sowas zu verhindern...
 
Weitere 3 Monate sind vergangen und eine Rückkehr zu den Preisen vor der Flutkatastrophe ist nicht in Sicht. Müssten nicht langsam alle Werkshallen wieder repariert sein?

Hier ein Beispiel (Seagate Barracuda Green 5900.3 2000GB):
 
Ich denke, Thailand war nur ein Vorwand, inzwischen hat sich der Festplattenmarkt stark verändert, es gibt nur noch wenige Hersteller, übrigens mit dem Segen der Kartellbehörden in den USA und Europa. Und genau diese Behörden sollten jetzt mal die Preise unter die Lupe nehmen, denn de facto steht der Kunde heute wesentlich schlechter da als noch vor zwei Jahren:

- im Schnitt deutlich höhere Preise pro TB
- weniger Auswahl
- reduzierte Garantiezeit

Ein weiteres Indiz für zu hohe Preise ist ja nicht nur die Entwicklung anhand der Kurve im letzten Posting, sondern auch das Verhältnis der Preise von externen Festplatten mit Gehäuse zu "nackten" internen...
 
Naja, Fesplatten mit 2TB damals 60 Euro. Das war vor 2 Jahren. Wir können davon ausgehen, dass diese Preise niemals gesunken wären. Warum? Weil bisher immer nur die neueren Festplattengrößen, wenn sie eingeführt werden teurer waren, danach im Preis sanken bis sie wiederum von neuen Festplatten abgelöst wurden. 2TB 60€ war es damals, ebenfalls waren es ca. 140€ für 3TB. Was demnach zum einen 30€/TB und für 3TB 47€/TB bedeutet.

Heute sind es 120€ für 3TB, was wiederum 40€/TB bedeutet, Externe Platten gibt es sogar ab 100€ für 3TB, was dann ca. 33€/TB wäre. Damit sind wir wieder bei den ungefähren 30€/TB. So schlimm ist es also nicht.

Das Schlimme ist, das was Jackie anspricht und das kein Ende vorherzusehen ist. Wer sagt den 3 übrig gebliebenen, dass die nicht die Garantiezeit noch niedriger setzen können, oder komplett vom Endkundenmarkt verschwinden, wegen der Garantie, und nur noch Festplatten herstellen, die an die Händler geht mit 1 Jahr? Praktisch, vor allem, weil zwar der Endkunde hier 2 Jahre Gewährleistung hat, ich bin mir aber sicher bei OEM Platten an den Händler gilt eine andere Vereinbarung als beim Endkunden.

Die reduzierte Garantiezeit wird bei vielen Leuten mit geringerer Lebensdauer gleichgesezt. Das sehen die Marketingexperten der Festplattenhersteller und bringen Festplatten mit 5 Jahren Garantiezeit zu abgeschmackten Preisen.

Letzlich ist das hier ein Spiel um den Kunden. Wenn SSD weiterhin so rapide mit den Preisen fallen, und seien es auch die letzten Gurken mit der Geschwindigkeit, die Vorteile dieser könnten die Festplatte aus den Rängen drängen. Bis dahin muss man sich einfach mit den Preisen abfinden.
 
Mehrere Trends werden helfen die Festplattenpreise weiter zu senken,

1. die Kapazitäten der SSD´s werden sich in naher Zukunft deutlich nach oben entwickeln und

2. der Preis pro Gigabyte wird in diesem Bereich fallen

3. SSD-Fertiger und Anbieter wird es mehr geben als Festplattenhersteller, denn Chips zusammenlöten und eine Firmware draufspielen ist nicht so anspruchsvoll, könnte sogar in einer "Garage" stattfinden, wie High-Tech-Maschinen, was modernste Festplatten mechanisch darstellen

4. Festplatten werden in dieser Übergangsphase zu Flashspeichern nur noch eine wirkliche Chance haben in den großen Größen, also 4TB+

5. Andere größere Massenspeicher-Typen sind bereits im Labor, wie holografische Speicher beispielsweise
 
Zuletzt bearbeitet: (Ergänzung holografischer Speicher)
Das hab ich mich auch gefragt.

Wieso tut unser tolles Kartellamt genau das was sie eigentlich verhindern soll.

Das hat sie auch schon bei Aral und BP gemacht.

Und jetzt bei den Festplatten Herstellern.
 
Ich hoffe ebenfalls auf den SSD-Markt und denke auch, die Entwicklung wird dort rasch weitergehen. Bis wir aber bei bezahlbaren SSDs in Größenordnungen von 2-4TB sind, dürften noch ein paar Jahre vergehen.

Letztlich wird man sich mit den Preisen zwar zähneknirschend abfinden müssen, aber nicht kampflos. Ich sehe da schon Chancen zumindest durch die Kartellbehörden das ganze mal genauer anzusehen. Wird vermutlich ähnlich fruchtlos wie bei den Mineralölkonzernen (bis da mal wirklich was passiert vergehen Jahre), aber versuchen kann man es ja. Ich finde die eigentliche Frechheit ist ohnehin von diesen Behörden ausgegangen, denn genau die haben im Vorfeld die Situation ja untersucht, und dann ihr okay zu den Mega-Fussionen gegeben (es gab im Vorfeld zahlreiche Presseberichte dazu), dabei hätte man die Auswirkungen ja wohl absehen können :(
 
Die haben wohl alle in der Schule nicht aufgepasst.

Da lernt man nämlich das ein Oligopol genau das bewirkt, was wir jetzt haben.

Wir steuern in gewissen Bereichen schon auf ein Monopol zu.

Und wenn die das auch noch zulassen, dann ...

Also Kartellamt ich warne euch.

Macht einfach das wofür ihr da seid und nicht das was das Geld oder die Wirtschaft sagt.
 
Das Kartellamt liest hier nicht mit und im übrigen geht es zumindest das deutsche mangels Zuständigkeit nichts an, was Firmen im Ausland so treiben.
 
Fetter Fettsack schrieb:
Das Kartellamt liest hier nicht mit und im übrigen geht es zumindest das deutsche mangels Zuständigkeit nichts an, was Firmen im Ausland so treiben.

Das ist so nicht richtig, zumindest die Kartellbehörden der USA und der EU sind im Vorfeld informiert gewesen und haben das auch durchgewunken. Klar können die Firmen dann trotzdem machen was sie wollen, aber dann dürfen sie in den USA bzw. der EU nicht verkaufen, daher werden die sich im Vorfeld schon einigen, was ja auch geschehen ist, wie gesagt, war seinerzeit auch lang und breit in der (Fach)Presse zu lesen.

Ob da natürlich im Hintergrund noch mehr gelaufen ist, tja wer weiss, aber wie der Schwabe sagt: des Ganze hat halt e' G'Schmäckle :(
 
Revan335 schrieb:
Wieso tut unser tolles Kartellamt genau das was sie eigentlich verhindern soll.

Unser Bundeskartellamt meint, das wär ne Sache für das europäische Kartellamt (denn die Preise sind nicht nur in D so) und man möge doch bitte dort was einreichen. Ich würd ja gern die Antwort posten, aber die Schlauberger lassen einen nur 42 Tage nach Erhalt darauf zugreifen...
 
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