Datensicherheit : Cloud-Anbieter mit neuer Statistik zu Festplatten-Ausfällen

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Datensicherheit: Cloud-Anbieter mit neuer Statistik zu Festplatten-Ausfällen

Der Online-Backup-Service Backblaze hat die Statistiken über den Ausfall seiner eigenen Festplatten aktualisiert. Die Erhebung umfasst mit 41.213 nun deutlich mehr Festplatten als mit 27.134 im Jahr 2013. Ein Großteil dieser Laufwerke besitzt eine Speicherkapazität von 4 TB – insbesondere die neu hinzugekommenen.

Rund ein Viertel der eingesetzten Festplatten sind Server- bzw. Enterprise-Laufwerke, die nach Angaben von Backblaze allerdings keine geringere Ausfallrate bieten.

Backblaze wichtigste eigene Erkenntnis: „4-TB-Laufwerke sind großartig“. Man erhalte viel Speicherplatz für wenig Geld und die Laufwerke glänzen zudem mit einer geringen Ausfallrate. Die mit über 12.000 eingesetzten Festplatten am häufigsten bei Backblaze verbaute Seagate Desktop HDD.15 weist eine jährliche Ausfallrate von 2,6 Prozent aus und ist trotz dieser niedrigen Rate die unzuverlässigste 4-TB-Festplatte, die ansonsten eine Ausfallrate zwischen 0 (Western Digital WD40EFRX) und 1,4 Prozent (HGST HMS5C4040ALE640) aufweisen. Allerdings sind die 4-TB-Festplatten im Schnitt deutlich jünger als ein Jahr und ihr Alter schwankt erheblich. Darüber hinaus könnte alleine die deutlich höhere Anzahl an neuen 4-TB-Festplatten die im Jahresvergleich gesunkene Ausfallrate erklären, was Backblaze allerdings nicht näher analysiert. Auch die genauen Einsatzszenarien der Platten bleiben offen. Statistisch tatsächlich vergleichbar sind die erhobenen Daten mit denen des Vorjahres nicht.

4-TB-Festplatten sind zuverlässig
4-TB-Festplatten sind zuverlässig (Bild: Backblaze)

Während 3-TB-Festplatten im ersten Jahr eine Ausfallrate von 9,3 Prozent aufwiesen, kommen 4-TB-Modelle jedoch nur auf durchschnittlich 2,6 Prozent. „Ich bin ziemlich sicher, dass die 4-TB-Festplatten auch über die Zeit besser abschneiden werden“, prognostiziert Brian Beach von Backblaze. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Ausfallrate von HGST-Festplatten mit einer Kapazität von 2 und 3 TB angesichts eines höheren Lebensalters an. Einen großen Anstieg der Ausfallrate im Dauerbetrieb von 9,3 auf 43,1 Prozent weist die Seagate Barracuda 7200.14 (3 TB) bei einem durchschnittlichen Alter von nunmehr 2,2 Jahre (1,4 Ende 2013) auf. Backblaze hat angekündigt, sich mit dieser enormen Ausfallrate in einem separaten Blogeintrag auseinanderzusetzen. 4-TB-Platten von Western Digital hat Backblaze aufgrund des Aufpreises gegenüber der Konkurrenz kaum im Einsatz. Für eine Bewertung der Ausfallsicherheit von 6-TB-Festplatten sei es noch zu früh.

Für Backblaze gilt eine Festplatte als ausgefallen, wenn das Laufwerk die Nenndrehzahl nicht erreicht bzw. sich nicht mit dem Betriebssystem verbindet, sich nicht mit dem RAID synchronisiert oder bestimmte, von Backblaze aufgestellte SMART-Werte unterschreitet. Nicht als Ausfall gilt die „Ausmusterung“ von kleineren Festplatten, nachdem der Inhalt dieser auf größere Laufwerke kopiert wurde. Die ausgemusterten Laufwerke werden weiterhin vorgehalten. Die Festplatten werden im Dauerbetrieb mit vielen kleinen Zugriffen eingesetzt, so dass eine Übertragung auf die Ausfallsicherheit bei Endkunden nur bedingt möglich ist.