9/11 Radeon R9 Fury im Test : AMDs kleiner Fiji von Sapphire perfekt interpretiert

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Sondertests

Auch bei der Sapphire Radeon R9 Fury Tri-X OC hat sich die Redaktion entschieden, interessanten Randaspekten durch weitere Analysen genauer auf den Grund zu gehen.

Leckströme bei unterschiedlichen Temperaturen

Im Abschnitt zur Messung der Leistungsaufnahme wurden die aufgrund der höheren GPU-Temperatur tendenziell größeren Leckströme der Radeon R9 Fury gegenüber der wassergekühlten Radeon R9 Fury X als Nachteil genannt. Doch gibt es diesen Effekt wirklich?

Mit einer modifizierten Lüftersteuerung hat ComputerBase den Einfluss getestet, indem die GPU gezielt auf niedrigere Temperaturen gebracht wurde. Zu bedenken gilt es dabei, dass die schneller drehenden Lüfter bei geringeren Temperaturen dem gezeigten Effekt entgegen wirken, weil sie mehr Energie benötigen. Isoliert fassen lässt sich der Effekt aus der Temperaturänderung also nicht.

Leckströme auf der Sapphire Fury Tri-X in Abhängigkeit der Temperatur bei 1.000 MHz
GPU-Temperatur Leistungsaufnahme (Testrechner)
51 °C 371 Watt
54 °C 373 Watt
61 °C 374 Watt
65 °C 378 Watt
68 °C 380 Watt
77 °C 387 Watt
80 °C 389 Watt
84 °C 400 Watt

Der Einfluss der Leckströme auf die Leistungsaufnahme lässt sich trotzdem schnell erkennen. So benötigt der Testrechner mit der Sapphire Radeon R9 Fury Tri-X bei den standardmäßig erreichten 80 Grad Celsius 389 Watt. Lässt man die Lüfter schneller drehen und verringert die GPU-Temperatur auf kühle 51 Grad, sind es dagegen 371 Watt: Ein Energieersparnis von 18 Watt. Dreht man das Spielchen um und lässt die GPU 84 Grad warm werden, zieht das System 400 Watt aus der Steckdose. Das macht 29 Watt oder acht Prozent Differenz über ein Temperaturintervall von 33 °C.

Bei 65 Grad Celsius, und damit dem Testergebnis der wassergekühlten Radeon R9 Fury X, kommt die Sapphire-Grafikkarte auf 378 Watt. Das liegt 17 Watt unter dem Testwert von Fiji im Vollausbau. Die höhere GPU-Temperatur hat also durchaus einen Einfluss darauf, dass die Radeon R9 Fury trotz deaktivierter Einheiten eine quasi gleich hohe Leistungsaufnahme hat wie die Radeon R9 Fury X.

Fiji vs. Tonga: Kommt die zusätzliche Leistung an?

Fiji auf der Radeon R9 Fury ist im Back-End doppelt so stark aufgestellt wie Tonga auf der Radeon R9 285 / Radeon R9 380. Das Front-End fällt identisch, der Takt liegt leicht höher. Die Frage ist: Wie viel der theoretischen Mehrleistung des Back-Ends kommt bei gleichem Takt vor dem Hintergrund, dass das Front-End dasselbe ist, an?

Um das heraus zu finden, hat ComputerBase beide Grafikkarten mit 1.000 MHz getaktet. Nicht simuliert werden kann auf der Radeon R9 380 die brachiale Speicherbandbreite von Fiji. Dieser Vorteil steht der Radeon R9 Die Radeon R9 Fury also zusätzlich beiseite.

In Full HD fällt der Zugewinn an Leistung insgesamt ernüchternd aus. Mit im Schnitt 65 Prozent wird Fiji gegenüber Tonga offensichtlich deutlich vom Front-End gebremst, das die verfügbaren Ausführungseinheiten im Back-End nicht schnell genug mit Daten beliefern kann. Auch die aktuelle Schwäche der hohen CPU-Limitierung des AMD-Grafikkartentreibers wird eine Rolle spielen, der Chip hat allerdings zweifelsohne den größten Einfluss.

In 2.560 × 1.440 entspannt sich die Situation etwas, die Skalierung steigt auf 72 Prozent an. Und in 3.840 × 2.160 sind es 85 Prozent. Ein guter Wert, der dadurch zustande kommt, dass die Last auf dem Back-End steigt und das Front-End zunehmend mithalten kann.

In den einzelnen Spielen zeigt sich, dass manche Spiele besser mit Fiji zurecht kommen als andere Titel. Far Cry 4 skaliert zum Beispiel bereits in Full HD gut und arbeitet auf Fiji 80 Prozent schneller. In GTA V kommt von der zusätzlichen Geschwindigkeit dagegen nur genau die Hälfte an.

In 3.840 × 2.160 zeigt Ryse eine perfekte Skalierung von 99 Prozent. Und auch Assassin's Creed Unity, Far Cry 4 und The Witcher 3 skalieren ordentlich mit einer um 82 bis 89 Prozent höheren Leistung. GTA V schneidet mit 71 Prozent hingegen erneut am schlechtesten ab.

R9 Fury X gegen Fury bei identischem Takt

Die Radeon R9 Fury X hat 4.096 Shadereinheiten, bei der Radeon R9 Fury sind es mit 3.584 dreizehn Prozent weniger. Entsprechend hat das größere Modell 14 Prozent mehr Ausführungseinheiten. Doch wie viel davon kommt in der Praxis an? Weniger als vermutet, haben bereits die Standardtests gezeigt – die sogar noch den Einfluss Taktfrequenz beinhaltete. In diesen Tests treten hingegen beide Grafikkarten mit den 1.000 MHz der Radeon R9 Fury an.

In 1.920 × 1.080 kann die Radeon R9 Fury X die zusätzlichen Ausführungseinheiten nicht gut in zusätzliche Leistung ummünzen. Von den theoretischen 14 Prozent bleiben im Durchschnitt nur vier Prozent übrig. In 2.560 × 1.440 sind es dann sechs Prozent und in 3.840 × 2.160 bessere acht Prozent. Auch hier zeigt sich: Erst in höheren Auflösungen kann das Front-End die zusätzlichen Einheiten besser mit Aufgaben füttern und so den Leerlauf minimieren. Oder anders ausgedrückt: Die Radeon R9 Fury liegt deshalb weniger als vermutet hinter die Radeon R9 Fury X zurück, weil der Wegfall nicht ausgelasteter Ausführungseinheiten weniger schwer ins Gewicht fällt.

Bei den Einzelspielen sind sich vier der fünf Titel in 3.840 × 2.160 ziemlich einig und erhöhen die Leistung durch die stärkere GPU um acht bis neun Prozent. GTA V fällt mit sechs Prozent dagegen etwas zurück. In 2.560 × 1.440 liegt der Leistungsschub dann noch bei drei bis acht Prozent und in 1.920 × 1.080 sind es noch null bis sechs Prozent – Ryse: Son of Rome zeigt überhaupt keine Steigerung mehr.

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