Prozessoren: Benchmarks & Methodik

Volker Rißka 4 Kommentare
Prozessoren: Benchmarks & Methodik

Einleitung

Die Prozessor-Tests von ComputerBase setzen sich nicht nur aus zahlreichen Anwendungen und Spielen zusammen, sondern auch aus anderen Testreihen wie beispielsweise Messungen zur Leistungsaufnahme sowie Undervolting und Overclocking.

Im Folgenden wird Einblick in die einheitliche Testmethodik für Prozessoren, wie sie seit August 2015 zum Einsatz kommt, gegeben. Neben den aktualisierten und angepassten Benchmarks stehen ebenso die neuen Testverfahren im Mittelpunkt.

Die Testsysteme

Prozessortest sind im redaktionellen Alltag nicht so einfach zu handhaben wie Grafikkarten, da in vielen Fällen mit dem Prozessor auch gleich das Mainboard und eventuell noch der Speicher getauscht werden muss. Je mehr Prozessoren begutachtet werden, desto schneller kann auch die Anzahl der Testsysteme anwachsen.

Unterschiede ..

Die neuen Prozessortest bei ComputerBase werden sich an den Systemen orientieren, die bei vielen Leser daheim unter dem Tisch stehen. In erster Linie ist dies ein PC auf Basis von Intels Sandy Bridge, genauer gesagt auf Basis von Core i5-2500K und Core i7-2600K. Darauf aufbauend werden die Systeme aktueller, über Ivy Bridge (LGA 1155) und Haswell (LGA 1150) bis hin zu Skylake (LGA 1151), aber auch Haswell-E (LGA 2011-3) wird als Flaggschiff-Serie berücksichtigt. Bei den AMD-Plattformen wird das Feld auf die aktuellen Sockel AM3+ sowie FM2+ mit den aktuellsten Kaveri eingegrenzt, dort arbeiten alle CPUs/APUs der letzten Jahre.

Testsysteme für AMD
Plattform Sockel CPUs Mainboard (BIOS) Speicher
High-End TR4 Threadripper Asus ROG X399 Zenith Extreme (BIOS: 0503) 32 GByte DDR4-2666 (15-15-15-35-1T)
High-End AM3+ Vishera ASRock 990FX Killer (P1.10)
Asus Crosshair V Formula-Z für FX-9590 (2201)
8 GByte DDR3-1866 (10-10-10-24-1T)
Mainstream AM4 Zen Asus Crosshair V 16 GByte DDR4-2666 (15-15-15-35-1T)
Mainstream FM2+ Kaveri Asus A88X-Plus 8 GByte DDR3-2133 (10-11-11-30-1T)

Sechs Plattformen sind deshalb nur für das Grundkonstrukt der Prozessortests nötig. Zwei werden auf DDR4-Speicher setzen, die anderen kommen mit unterschiedlich schnell getaktetem DDR3-Speicher aus. Alle Prozessoren werden hinsichtlich der Speichers so getestet, wie es die offiziellen Spezifikationen vorschreiben. In der Regel ist das DDR3-1600, doch einige CPUs und vor allem AMDs APUs dürfen auch in der Werkskonfiguration bereits schnelleren Speicher ansprechen.

Testsysteme für Intel
Plattform Sockel CPUs Mainboard (BIOS) Speicher
High-End LGA 2066 Skylake-X Asus X299-E Gaming 32 GByte DDR4-2666 (15-15-15-35-2T)
High-End LGA 2011-3 Haswell-E Gigabyte X99-UD7 WiFi (F9a) 16 GByte DDR4-2133 (15-15-15-35-2T)
Mainstream LGA 1151v2 Coffee Lake Gigabyte Z370 Aorus Ultra Gaming (F5c) 16 GByte DDR4-2666 (15-15-15-35-1T)
Mainstream LGA 1151 Kaby Lake Asus Z270-A Prime (0603) 8 GByte DDR4-2400 (15-15-15-35-1T)
Mainstream LGA 1151 Skylake Asus Z170-Deluxe (0504) 8 GByte DDR4-2133 (15-15-15-35-1T)
Mainstream LGA 1150 Haswell, Broadwell MSI Z97S SLI Krait Ed. (A05) 8 GByte DDR3-1600 (9-9-9-24-1T)
Mainstream LGA 1155 Sandy Bridge, Ivy Bridge Asus P8Z77-V Pro (2003) 8 GByte DDR3-1600 (9-9-9-24-1T)

.. und Gemeinsamkeiten

Neben den plattformbedingten Unterschieden gibt es aber auch viele Gemeinsamkeiten. Dies beginnt bei der Grafikkarte, dort setzen alle ComputerBase-Testsysteme auf die aktuell schnellste Single-GPU-Lösung. Diese ist im zweiten Halbjahr 2015 eine GeForce GTX 980 Ti, aber nicht als Referenzdesign, sondern als Partnerkarte. Diese sind je nach Hersteller 10 bis 15 Prozent schneller als die Referenz von Nvidia, mit der EVGA GeForce GTX 980 Ti Superclocked+ ACX 2.0+ Backplate kommt ein Modell aus der goldenen Mitte zum Einsatz. Mit der Einstellung des 110-Prozent-Power- und Temperaturtargets wird Schwankungen des Turbo-Modus' aus dem Weg gegangen.

EVGA GTX 980 Ti SC+ ACX 2
EVGA GTX 980 Ti SC+ ACX 2

Ein „80Plus Gold“-Netzteil von be quiet! mit einem Wirkungsgrad jenseits der 90 Prozent sorgt mit maximal 400 Watt für genügend Leistung in allen Bereichen und ist zudem ein Beispiel für den immer wichtiger werdenden Markt an kleineren und hocheffizienten Lösungen. Sollte dies nicht ausreichend, steht für extravagante Prozessoren (wie beispielsweise den FX-9590 mit 220 Watt TDP) oder auch die Zusatz-Tests im SLI-Verbund mit zwei GeForce GTX 980 Ti ein 750-Watt-Netzteil im 80Plus-Gold-Standard von Corsair zur Verfügung. Für die Frischluft des Prozessor trägt der Durchschnitts-Kühler Noctua NH-U12 mit NF-F12-Lüfter Sorge.

Als Betriebssystem kommt das neue Windows 10 zum Einsatz. Automatische Treiberupdates sind deaktiviert. So wird sichergestellt, dass die Werte auch in Monaten noch vergleichbar sind. Der Grafiktreiber für die GeForce trägt Versionsnummer 353.62. Windows 10 und alle Anwendungen und Spiele sind auf einer 1 TByte großen Crucial BX100 installiert. Linux Mint 17.2 und alle dazugehörigen Benchmarks, die im Test zum Einsatz kommen, finden auf einer 250 GByte fassenden Crucial BX100 ihren Platz.

Sondertests (UHD, SLI & alternative GPUs)

Parallel zu den Grafikkartentests, die ComputerBase in einer besonderen Kategorie nicht nur mit einem 4,4 GHz schnellen Haswell-Prozessor, sondern auch einem vier Jahre alten Core i5-2500K „Sandy Bridge“ absolviert, werden Prozessortests in Zukunft etwas mehr Inhalt bieten.

Dazu zählt erstens die Nutzung eines SLI-Verbundes mit zwei Nvidia GeForce GTX 980 Ti für die UHD-Auflösung und zweitens auch der Blick auf den Betrieb mit einer AMD-Grafikkarte. Bei Grafikkartentests hatte sich gezeigt, dass AMDs Grafikkarten von sehr schnellen Prozessoren profitieren, während langsamere CPUs mehr aus dem Zusammenspiel mit Nvidia-Karten herausholen können.

Zu guter Letzt wird das Spiel mit zwei Grafikkarten aus der Mittelklasse wiederholt, denn nicht jeder Leser, der einen 200-Euro-Prozessor kaufen möchte, paart diesen mit 700-Euro-Grafikkarten. Dafür kommt neben der GeForce GTX 960 von Nvidia die Radeon R9 380 als Refresh der R9 285 des Vorjahres zum Einsatz. In den Testsystemen kommen die MSI GTX 960 Gaming 2G sowie die Asus Strix R9 380 DC2OC zum Einsatz, die 210 Euro respektive 205 Euro kosten. Als Treiber kommen GeForce 353.62 (für Skylake GeForce 355.98) sowie AMD Catalyst 15.7 zum Einsatz.

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