Im Test vor 15 Jahren: Intels Core i3-2100 bot Sandy-Bridge-Leistung für 95 Euro
Der Intel Core i3-2100 (Test) stellte vor 15 Jahren den Einstieg in Intels Sandy-Bridge-Portfolio dar. Mit zwei physischen Kernen und vier virtuellen sowie einem Preis von unter 100 Euro erschien er unscheinbar, bot aber dank seiner modernen Architektur und hohen Taktrate von 3,1 GHz viel Spieleleistung für wenig Geld.
Sandy Bridge für den kleinen Geldbeutel
Während die bei Spielern beliebten Sandy-Bridge-Modelle mit vier Kernen ab etwa 150 Euro starteten, war der i3-2100 mit 95 Euro deutlich mäßiger bepreist. Dafür erhielten Interessenten einen Dual-Core-Prozessor mit Hyper-Threading, der im 32-nm-Verfahren gefertigt wurde. Anders als die höher eingestuften Core-i5- und i7-Modelle verfügte der i3-2100 über keinen Turbo-Modus und hatte zudem einen auf 3 MByte beschnittenen L3-Cache.
Der Hersteller enthielt dem Core i3 die Unterstützung von AES. Dafür beherrschte die CPU wie ihre größeren Geschwister den Vektorbefehlssatz AVX. Wie von den anderen Sandy-Bridge-CPUs gewohnt, kam der i3-2100 ab Werk mit einer Grafikeinheit. In diesem Fall handelte es sich um eine Intel HD 2000 mit 850 MHz Basistakt und 1,1 GHz im Turbo. Die TDP des Prozessors lag bei 65 Watt.
Wolf im Schafspelz
In den Benchmarks konnte der Core i3-2100 zeigen, was in ihm steckte. Vor allem in Spielen wies der Dual-Core-Prozessor eine gute Figur auf. In 640 × 480 Bildpunkten – also vollkommen im CPU-Limit – lag der i3-2100 im Mittel fünf Prozent vor AMDs Phenom II X6 1090T mit sechs Kernen und 3,3 GHz samt Turbomodus. Ein Intel Core i5-2400 mit vier Kernen und 3,1 GHz plus Turbomodus war trotzdem weitere 28 Prozent schneller. In realistischeren 1.680 × 1.050 Pixeln lagen der i3-2100 und der Phenom II X6 1090T quasi gleichauf. Der i5-2400 war in diesem Fall nur noch 19 Prozent schneller als der i3-2100.
In Anwendungen sah es aufgrund des Mangels an physischen Kernen etwas schlechter für den i3-2100 aus. Er lag etwa gleichauf mit einem Phenom II X4 840 mit vier Kernen und 3,2 GHz sowie einem Core 2 Quad Q9550 mit vier Kernen und 2,83 GHz. Für den nächsten modernen Sandy-Bridge-Quad-Core fehlten dem kleinen Dual-Core-Prozessor gute 50 Prozent Leistung. Das nahezu gleiche Bild zeichnete sich in theoretischen Tests ab. Insgesamt war der Core i3-2100 dementsprechend besonders für Spieler interessant, da viele Titel eher von hohen Taktraten und einer modernen Architektur anstatt vieler Kernen profitierten.
In den B-Noten konnte der i3-2100 wenig überraschend glänzen. Die Leistungsaufnahme war erstklassig und die Temperaturen niedrig. Wer hoffte, diese Reserven für das Übertakten des Prozessors nutzen zu können, der sollte bitter enttäuscht werden. Der Core i3-2100 verfügte über einen gesperrten Multiplikator, weshalb Übertaktern nur der Weg über den BCLK übrig blieb. Das Modell im Test machte dabei einen BCLK von 104 statt 100 MHz mit, was bei einem Multiplikator von 31 einer sehr mäßigen Übertaktung von 124 MHz entsprach.
Fazit
Wer vor 15 Jahren einen neuen, stromsparenden Prozessor für wenig Geld suchte, der für Gaming geeignet war, der war mit dem Intel Core i3-2100 bestens beraten. Für kleines Geld bot er eine sehr gute Spieleleistung, musste aber bei Anwendungen zurückstecken. Für Übertakter war der i3-2100 zudem aufgrund des gesperrten Multiplikators nichts.
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