Konzernübernahme : Foxconn übernimmt Sharp für 3,5 Milliarden Dollar

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Konzernübernahme: Foxconn übernimmt Sharp für 3,5 Milliarden Dollar
Bild: Sharp

Das Hickhack um die Sharp-Übernahme durch den taiwanischen Zulieferer-Riesen Foxconn hat ein Ende. Das haben beide Vertragspartner heute offiziell verkündet (PDF). Foxconn übernimmt den japanischen Konzern für umgerechnet rund 3,5 Milliarden US-Dollar.

Mit der Milliardensumme, die weit unter dem ursprünglich angepeilten Finanzvolumen von etwa 6 Milliarden Dollar liegt, kauft Foxconn zwei Drittel der Sharp-Aktien. Foxconn-Chef Terry Gou zeigt sich in der Pressemitteilung begeistert von den Aussichten der „strategischen Allianz“ mit Sharp. Foxconn werde daran arbeiten, Sharps „wahres Potenzial“ zu entfalten und den japanischen Konzern wieder zum profitablen Wirtschaften zu führen. Sharp kalkuliert für das morgen zu Ende gehende Geschäftsjahr mit einem operativen Verlust von fast 1,5 Milliarden US-Dollar.

Niedrigerer Übernahmepreis wegen milliardenschweren Verbindlichkeiten

Nachdem Foxconn den japanischen Staatsfonds INCJ (Innovation Network Corporation of Japan), dessen Angebot weit unter dem der Taiwaner lag, im Wettbieten um Sharp ausgestochen hatte, wollte CEO Gou das Geschäft eigentlich bis spätestens Ende Februar abschließen. Allerdings tauchten kurz vor Vertragsunterzeichnung plötzlich Sharp-Verbindlichkeiten in Höhe von etwa 3 Milliarden US-Dollar auf. Als Folge davon prüften in den letzten Wochen hunderte Mitarbeiter von Foxconn und Sharp das finanzielle Risiko der Übernahme. Die mit schlussendlich 3,5 Milliarden Dollar gegenüber dem Ursprungsgebot fast halbierte Übernahmesumme wird mit Sharps milliardenschweren Verbindlichkeiten in Zusammenhang gebracht.

Sharp als Foxconns Trumpf im Kampf um Premium-Kunden

Analysten sehen den Sharp-Deal und das damit hinzugewonnene Displaygeschäft als wichtigen Faktor für Foxconn im Kampf um Premium-Kunden wie Apple, Microsoft und Sony. Sharps Displayexpertise könne für lukrative neue Verträge, insbesondere mit Apple, sorgen und den iPhone-Konzern unabhängiger von Samsung als Display-Zulieferer machen. Samsung soll bereits OLED-Displays für zukünftige iPhone-Generationen entwickeln, wobei sich Foxconn durch Sharp auch noch Chancen als OLED-Zulieferer von Apple verspreche.