Linux : Die Neuerungen der Ubuntu-16.04-Derivate

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Linux: Die Neuerungen der Ubuntu-16.04-Derivate
Bild: Peter McBaggins (CC BY 2.0)

Nicht nur Ubuntu selbst wurde aktualisiert, auch die meisten seiner Derivate erfuhren ein Update. Kubuntu, Lubuntu, Ubuntu Core, Ubuntu MATE, Ubuntu Kylin, Ubuntu Studio, Ubuntu GNOME, Ubuntu Server und Xubuntu sind jetzt in aktueller Version verfügbar. Nur Edubuntu wird mit Version 16.04 nicht auf den neuesten Stand gebracht.

Ubuntu Core, Ubuntu Cloud, Ubuntu Kylin, sowie Ubuntu Server erhalten als LTS-Versionen fünf Jahre Unterstützung, die restlichen Derivate, also Kubuntu, Lubuntu, Ubuntu GNOME, Ubuntu MATE, Ubuntu Studio und Xubuntu bieten drei Jahre lang Support.

Leicht veralteter Plasma-Desktop

Nach einigen Krisen und personellen Abgängen hat es Kubuntu trotz Auslassen einer Beta-Version und der Tatsache, dass nur noch ehrenamtliche Entwickler daran arbeiten, geschafft, pünktlich ein Release abzuliefern.

Die KDE-Variante von Ubuntu setzt dabei den leicht veralteten Plasma-Desktop 5.5 ein, auf dem KDE-Frameworks 5.18 und KDE-Anwendungen 15.12 laufen. Für Plasma soll es allerdings mittels Backports bald nach dem Release eine Möglichkeit geben, auf Version 5.6 zu aktualisieren. Zusätzlich sind beispielsweise LibreOffice 5.1 und Firefox 45 vorinstalliert. Die Paketverwaltung findet im Muon Package Manager ein grafisches Frontend, das, von einem neuen Team betreut, gerade rechtzeitig zum Release eine neue Version vorlegen konnte. Darüber hinaus kommt Plasma Discover als Softwareshop zum Einsatz.

Auch GNOME ist eine Version zurück

Ubuntu GNOME setzt mit 16.04 auf die vorletzte Version 3.18. Die aktuelle Version kann üblicherweise zeitnah über das GNOME3-Staging-PPA ergänzt werden. Wie auch bei Ubuntu selbst hat GNOME Software das lange kritisierte Ubuntu Software Center ersetzt. X.org braucht bei Verwendung freier Grafiktreiber keine Root-Privilegien, Wayland kann als experimentelle Sitzung gewählt werden. Zur Verwendung eines unprivilegierten X-Servers muss das Paket xserver-xorg-legacy entfernt werden. Ebenfalls freie Grafiktreiber sind Voraussetzung für eine Wayland-Session. Dazu muss gnome-session-wayland installiert werden, woraufhin die Wayland-Session beim Login auswählbar ist. Die Anwendungen GNOME Calendar und GNOME Logs sind nun standardmäßig installiert, die Entwicklungsumgebung GNOME Builder findet sich im Archiv.

Ubuntu MATE erstmals als LTS

Beim noch jungen, aber sehr rührigen Familienmitglied Ubuntu MATE wurde der zugrunde liegende Desktop gleichen Namens auf die aktuelle Version 1.12.1 aktualisiert, der die Einbindung in Systemd vertieft. Die Liste der weiteren Änderungen ist lang. Der Willkommensbildschirm Ubuntu MATE Welcome wurde komplett überarbeitet und stark erweitert.

So können aus der jetzt dort integrierten Software-Boutique neben 150 beliebten Paketen aus den Ubuntu-Archiven auch Anwendungen von Drittanbietern mit nur einem Klick installiert werden. Dazu zählen unter anderem Google Chrome, InSync, Minecraft, Opera, Spotify, Steam, Skype, Syncthing, Telegram, TorBrowser und Vivaldi. Ebenfalls nur einen Klick entfernt sind viele Treiber, Firmware und Codecs. MATE wurde zudem bei der Sprachenunterstützung an die Ubuntu-Strategie angepasst und wuchs so um rund 400 MByte.

Kylin, Studio und Xubuntu

Für die Produktion von Audio- und Video-Inhalten setzt Ubuntu Studio auf Xfce, das für 16.04 mit dem Whisker-Menü etwas aufgepeppt wurde. Bei den Fonts ersetzt Noto den bisher genutzten Zeichensatz Droid. Einige Multimedia-Pakete kamen hinzu, andere wurden aktualisiert.

Xubuntu hat in diesem Zyklus kaum Änderungen zu vermelden. Lediglich das Software-Center wurde, wie auch bei den anderen Varianten, ausgetauscht und einige Community-Hintergrundbilder hinzugefügt. Das ebenfalls GNOME-basierte Ubuntu Kylin, das sich an chinesische Nutzer wendet, erhielt neben den üblichen Paketaktualisierungen auch einen Lockscreen für Unity 7. Zudem wird der Unity Launcher standardmäßig an den unteren Bildschirmrand verlegt.

Lubuntu widmete sich auch in Version 16.04 wieder überwiegend Korrekturen, da die Umstellung auf LXQt noch auf sich warten lässt.

Ubuntu Server einer der Höhepunkte

Die Ubuntu-Server-Ausgabe bildet den Schwerpunkt von Canonicals Ubuntu 16.04 und bietet sich mit aktualisierten Paketen von LXC 2.0, LXCFS und LXD 2.0 im Zusammenspiel mit dem neuen OpenStack Mitaka als Host für Container an. Bei den unterstützten Dateisystemen sind ZFS und CephFS neu hinzugekommen.