GameSir G7 Pro 8K PC Aimlabs im Test: 8K bringt nix, der Rest den Geheimtipp-Status
Die verbesserte Version des G7 Pro schraubt die Polling-Rate auf 8.000 Hz und wirbt mit einem Trainings-Simulator Aimlabs, der Shooter-Spielern beim Üben helfen soll. Das ist allerdings nicht der Grund, warum sich das Gamepad lohnt und am Ende sogar als Geheimtipp empfiehlt. Alle Details im Test.
„8.000! Hz! Gaming!“, ruft der neue Game-Controller G7 Pro von GameSir. Viel leiser spricht er davon, Schwachstellen des Vorgängers abgestellt zu haben. Doch genau das bringt ihn tatsächlich in eine exzellente Position gegenüber weit teureren Elite-Produkten. Luft nach oben bleibt, aber nicht mehr viel. Alle Details im Test.
- Aufgewertete Thumbsticks & Buttons
- Präzise Button-Rückmeldung
- Viele Einstellmöglichkeiten
- Geringes Gewicht
- Geringe Plattformauswahl
- Kein Platz um Zubehör zu verstauen
G7 Pro 8K vs. G7 Pro im Überblick
Dass es sich beim G7 Pro 8K im Kern um das G7 Pro (Test) handelt, verrät der Name. Ein Gyroskop, zwei zusätzliche Buttons vorne und zwei deaktivierbare Paddles auf der Unterseite erweitern die Eingabemöglichkeiten, Modularität die Individualisierung. Faceplate, Abdeckungen der Griffe, D-Pad und in der neuen Variante auch Stick-Kappen sind austauschbar.
Einstellungen für Thumbsticks und Trigger können in vier Profilen über die GameSir Connect App geändert werden. Dazu gehört die Option, die Totzone zu verändern oder zu eliminieren. Zur Tastenbelegung stehen beim 8K auch Makros zur Wahl.
Gehobene Technik
Technisch befindet sich der G7 Pro auf dem Stand der Zeit. Hall-Effekt-Trigger und TMR-Thumbsticks darf man in der Preisklasse erwarten. Mikrotaster unter ABXY-Buttons und das gegenüber dem alten G7 Pro verbesserte D-Pad ebenfalls. Eingaben fühlen sich dank eines klaren Druckpunktes nun präziser und klarer an als gewöhnliche Taster. Dazu kommt nun die Möglichkeit, die Polling-Rate am PC auf 8.000 Hz zu erhöhen. Vibrationsmotoren gibt es dafür nur noch für die Griffe, die Trigger bleiben beim neuen Modell stumm.
Varianten, Preis und Zubehör
Der getestete 8K-Controller trägt als GameSir G7 Pro 8K PC - Aimlabs Edition halbtransparentes Türkis mit goldenen Akzenten und Aimlabs-Branding.
Daneben gibt es eine Nioh-3-Version im Stil des Action-Rollenspiels sowie eine gold-schwarze Champions Edition. Angekündigt hat GameSir zudem die Royal2 Edition des Pads, das Bezug auf einen Profi-Spieler nimmt. Der Preis liegt stets bei rund 110 Euro.
Eine einfarbige, schlichte Variante fehlt im Programm, sie soll im September kommen. Um einen dezenten Look zu erzeugen, muss eine zusätzliche Faceplate erworben werden. Aktuell kann jedoch nur das mittlere Element erworben werden, das auch für den normalen G7 passt. Abdeckungen für die Griffe fehlen im Sortiment des Herstellers noch.
GameSir G7 Pro 8K Aimlabs Edition |
GameSir G7 Pro |
|
|---|---|---|
| Gehäuse: | 103 × 152 × 58 mm | |
| Griffe: | Gummiert | |
| Layout: | Xbox | |
| Gewicht: | 269 g | 266 g |
| Konnektivität: | USB/Type-C-USB (modular), Funk, 3,0 m Kabel | USB/Type-C-USB (modular), Bluetooth, Funk, 3,0 m Kabel |
| Kompatibilität: | Windows | Windows, Xbox, Android |
| Akku: | Proprietär, 9 Stunden Laufzeit | Proprietär |
| Thumbsticks: | TMR, Austauschbare Thumbstick-Kappen | TMR |
| Tasten XYAB: | Microswitches | |
| Zusatztasten: | 2 Unterseite, 2 Vorderseite | |
| Sonderausstattung: | Trigger Stop, Austauschbare Thumbstick-Kappen, D-Pad auswechselbar, Gyroskop Austauschbare Faceplate |
Trigger Stop, D-Pad auswechselbar, Gyroskop Austauschbare Faceplate, Zusatztasten Unterseite deaktivierbar |
| Software: | Programmierbar 4 Profile |
|
| Preis: | ab 110 € | ab 90 € |
Praxistest: 123
Zum G7 Pro 8K gibt es wenig anderes zu sagen als zum G7 Pro? Weit gefehlt. Denn der Controller ist praktisch ein wesentlich größeres Upgrade, als der kleine Namenszusatz und die neue Farbe es in der Theorie nahelegen.
8.000 Hz im Alltag
An der hohen Polling-Rate liegt das nicht. 8.000 Hz zu 1.000 Hz klingen nach gewaltigem Fortschritt, sparen im Idealfall aber weniger als eine Millisekunde Zeit ein. In der Signalkette ist das kaum der Rede Wert, spürbar zumindest mit den Boomer-Sinnen des Autors nicht. Bemerkbar macht es sich an anderer Stelle: 8.000 Hertz reduzieren die Akkulaufzeit in der Regel drastisch.
Hier sind feine Upgrades
Wesentliche Upgrades des Pads liegen an anderer Stelle. Das 8K-Modell ist das, was der G7 Pro vom Start weg hätte sein dürfen: Ein rundes Gamepad, das einen angemessen hochwertigen Handschlag gibt. Das fängt bei den Mikrotastern an. Diejenigen unter dem D-Pad klicken immer noch leicht, aber deutlicher. Dadurch verringern sich Fehlauslösungen, die Präzision steigt ohne die agile Leichtigkeit des G7 Pro aufzugeben.
Zugleich haben ABXY-Tasten weniger Spielraum für Bewegungen. Dadurch kommt es selbst in ungünstigen Fällen nicht mehr zu quietschendem Kontakt mit der Faceplate, während der Eindruck „entklappert“. Das passt besser zum präzisen Klick und der knackigen Gesamtcharakteristik. Trotz Mausklick-Faktor bleibt der Hub jedoch mit etwa zwei Millimetern spürbar, Tasten wollen noch heruntergedrückt werden. Das nimmt dem Feedback spitze Nervosität.
Auch die Thumbsticks klicken in der verbesserten Version leichter sowohl in der fühl- als auch hörbaren Rückmeldung deutlicher. Die Feder der Sticks zeigt ein geringeres Losbrechmoment um die Mittellage bei reduzierter Rückstellkraft. Davon profitiert die Dosierbarkeit.
Die größte Änderung liegt aber im nun homogenen Zusammenspiel der Komponenten. Der Controller wirkt so leichtfüßig und agil, aber nicht übermäßig aggressiv, er lässt sich auch bei entspanntem Feierabend-Spiel einwandfrei einsetzen.
Das darf besser werden
Die Form braucht weiter ein wenig Gewöhnung und einen lockere Lage in der Hand. Den legen schmaleren, spitzer gewinkelte Griffe nahe. Das mag der Tatsache geschuldet sein, dass die meisten Controller der Xbox-Form folgen und die Ausnahmen deshalb erst einmal ungewohnt sind oder schlicht die breitere Form der Mehrheit besser liegt. Schlecht oder unangenehm wird die GameSir-Form jedenfalls nicht, persönlicher liegt die Präferenz aber bei der Form des Standardcontrollers.
Die Thumbsticks wölbt GameSir leicht nach außen. Das verspricht Gewinne bei der Präzision. Wer das nicht mag, kann beim 8K wechseln. Beiliegend finden sich nach innen abfallende Varianten sowie „PlayStation“-Caps in zwei Höhen. Sie sind jedoch nur am Rand rau und wirken deshalb ein wenig rutschig. Verstauen lassen sie sich nur in der Verpackung. Der praktische Ladeständer versteckt zwar den Funkempfänger in einem Fach, hat aber sonst keinerlei Stauraum.
Software & Einstellungen
Die Software wechselt beim 8K. Aus Nexus wird die GameSir Connect App, sonst ändert sich nix. Die App bedient auch den günstigeren Cylclone 2 (Test) und weitere GameSir-Controller. Ändern tut sich damit ebenfalls nichts: Aufbau und Funktionsumfang sind identisch, alle klassentypischen Einstellungsmöglichkeiten vorhanden.
Fazit
„8.000! Hz! Gaming!“, ruft der neue Game-Controller G7 Pro von GameSir. Viel leiser spricht er davon, Schwachstellen des Vorgängers abgestellt zu haben. Doch genau das bringt ihn tatsächlich in eine exzellente Position gegenüber weit teureren Elite-Produkten. Luft nach oben bleibt, aber nicht mehr viel.
Tatsächlich kann man das 8.000-Hz-Schlangenöl abhaken und sich allenfalls darüber freuen, theoretisch das Maximum auszuschöpfen. Mit dem G7 Pro 8K sind Niederlagen totsicher Skill Issues. Die schlechte Nachricht: Genauso ist es mit 1.000 oder 250 Hz, nur vielleicht nicht gefühlt.
Wertvoller sind Verbesserungen an allen Buttons auf der Oberseite. Weniger Spiel, knackige, klare Klicks und das ent-schwamm-isierte D-Pad bringen den Controller richtig zusammen und liefern jetzt gleichmäßige, angemessen hochwertige und präzise Rückmeldungen. Sinnvolle und gut umgesetzte Extras in Form von Zubehör und Zusatztasten runden das Paket ab. Sein größter Nachteil ist nun das visuell auffällige Design, bis im Herbst eine schwarze und schwarz-weiße Variante folgt.
Was also will man noch, das teurere Controller bieten? Viel mehr können sie nun wirklich nicht, außer vielleicht an einer Konsole arbeiten. Gegenüber günstigeren Modellen lässt sich der Mehrwert hingegen an jeder Stelle spüren. Deshalb hat sich der G7 Pro 8K zumindest für den PC den Status als Geheimtipp in der Luxusklasse verdient.
- Aufgewertete Thumbsticks & Buttons
- Präzise Button-Rückmeldung
- Viele Einstellmöglichkeiten
- Geringes Gewicht
- Geringe Plattformauswahl
- Kein Platz um Zubehör zu verstauen
ComputerBase hat den G7 Pro 8K Aimlabs von GameSir leihweise zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht.
(*) Bei den mit Sternchen markierten Links handelt es sich um Affiliate-Links. Im Fall einer Bestellung über einen solchen Link wird ComputerBase am Verkaufserlös beteiligt, ohne dass der Preis für den Kunden steigt.
Dieser Artikel war interessant, hilfreich oder beides? Die Redaktion freut sich über jede Unterstützung durch ComputerBase Pro und deaktivierte Werbeblocker. Mehr zum Thema Anzeigen auf ComputerBase.
- Bester CPU-Hersteller
- Bester Mobile-SoC-Hersteller
- Bester SSD/HDD-Hersteller
- Alle Wahlen im Überblick...