Lüfter auf Radiatoren im Test: Hohe Kühlleistung auch mit wenig statischem Druck

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Thomas Böhm
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Push/Pull ermöglicht eine geringere Drehzahl

In diesem Test wurde Push/Pull ursprünglich als Szenario gewählt, um mangelnden Luftdruck mit doppelter Lüfterbestückung auszugleichen. Die Ergebnisse zeigen jedoch, dass auch Lüfter mit geringem Luftdruck bereits bei einseitiger Bestückung nahezu gleichauf mit für Radiatoren optimierten Lüftern liegen.

Erwartungsgemäß ist zumindest das Gesamtresultat für Radiatoren mit beidseitiger Lüfterbestückung: Die Kühlleistung ist besser als mit nur einem Satz Lüfter. Doch reicht der Leistungsvorteil aus, um ohne Verlust an Kühlleistung die Lüfterdrehzahl um eine Stufe reduzieren zu können? Exemplarisch darf hier der am besten im Push/Pull-Betrieb skalierende NF-F12 bei 500 U/min gegen die einfache Lüfterbestückung bei 800 U/min antreten.

Temperaturdifferenz CPU zu Raum
Temperaturdifferenz CPU zu Raum – ST30 240
    • NF-F12 PWM – Push 800 U/min
      43,6
    • NF-F12 PWM – Push/Pull 500 U/min
      46,1
Einheit: Kelvin

Mit Push/Pull kann die Lüfterdrehzahl bei gleicher Kühlleistung reduziert werden, jedoch nicht von 800 auf 500 U/min. Die Reduktion um 300 U/min resultiert in diesem Szenario in einem Verlust an Kühlleistung.

30 Millimeter mit vier Lüftern oder 60 Millimeter mit zwei Lüftern

Ein weiterer Vergleich kann mit den generierten Daten sehr gut gezogen werden: Macht es Sinn, einen schmalen Radiator mit einem Lüftersandwich anstelle eines tieferen Wärmetauschers mit einer Reihe Lüfter zu betreiben?

Temperaturdifferenz CPU zu Raum bei 800 U/min
    • NF-F12 PWM Push/Pull (ST30)
      40,3
    • NF-P12 PWM Push (UT60)
      41,3
    • NF-P12 PWM Push/Pull (ST30)
      41,8
    • NF-F12 PWM Push (UT60)
      41,9
    • NF-S12A PWM Push (UT60)
      42,3
    • NF-S12A PWM Push/Pull (ST30)
      42,5
Einheit: Kelvin

Tatsächlich ist die Kühlleistung für die einzelnen Lüfter und Radiatoren-„Paare“ sehr ähnlich. Der NF-F12 skaliert im Push/Pull-Betrieb sehr gut und kann sich daher leicht absetzen. Preislich unterscheiden sich die beiden betrachteten Radiatoren um knapp 30 Euro. Der ST30 240 kostet aktuell etwas über 50 Euro, der UT60 240 liegt dagegen bei circa 80 Euro. Für diese Differenz können zwei zusätzliche Lüfter für das Slim-Modell finanziert werden. Die Einbautiefe der beiden Kombinationen ist ebenfalls beinahe gleichauf. Ein ST30 240 mit beidseitiger Lüfterbestückung benötigt eine Einbautiefe von 8 Zentimetern, der UT60 240 mit einem Satz Lüfter 8,5 Zentimeter.

Dickere Radiatoren haben ihre Vorteile

Gegen den Einsatz von vier Lüftern auf einem Slim-Radiator anstelle eines tieferen Wärmetauschers mit zwei Lüftern sprechen dennoch einige Punkte. Zunächst muss hier das Betriebsgeräusch angeführt werden. Der Push/Pull-Betrieb setzt die doppelte Anzahl an Lärmquellen voraus – die Kombination ist bei gleicher Drehzahl also zwangsläufig lauter als ein Radiator mit nur halb so vielen Lüftern. Außerdem bietet der tiefere Radiator ebenso wie ein schmalerer Wärmetauscher die Möglichkeit, weitere Lüfter nachzurüsten, wodurch die Kühlleistung noch weiter gesteigert werden kann. Zu guter Letzt muss für die doppelte Lüfteranzahl erst einmal die passende Regelungsmöglichkeit vorhanden sein, welche eventuell gegen einen Aufpreis erstanden werden muss, womit die beschriebene Rechnung nicht mehr aufgeht.