Western Digital : Mit über 10 Mio. HDDs ist die Helium-Technik etabliert

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Western Digital: Mit über 10 Mio. HDDs ist die Helium-Technik etabliert

Vor gut vier Jahren hatte Western Digital über die Firmentochter HGST die Heliumtechnik für Festplatten vorgestellt. Rund ein Jahr später kamen die ersten HDDs mit Heliumfüllung auf den Markt. Jetzt zog Western Digital Bilanz und hat verkündet, dass inzwischen mehr als 10 Millionen Helium-HDDs abgesetzt wurden.

Damit darf die anfangs durchaus auch mit Skepsis beäugte Technik als etabliert angesehen werden. Durch die gegenüber normaler Luft deutlich geringere Dichte von Helium werden Strömungseffekte im HDD-Gehäuse verringert. Die Magnetscheiben (Platter) können enger zusammenrücken, sodass mehr Platter bei gleicher Bauhöhe unterkommen. Mit sieben Magnetscheiben wird eine Speicherkapazität von aktuell bis zu 10 Terabyte erreicht.

HelioSeal im Vergleich mit normaler HDD
HelioSeal im Vergleich mit normaler HDD (Bild: HGST)

Mehr Platter und weniger Energie

Neben der hohen Speicherdichte sinkt dank der Eigenschaften des Edelgases zudem die Leistungsaufnahme. Dies konnte ComputerBase beim Test der HGST Ultrastar He8 bestätigen. Auch der Konkurrent Seagate bietet inzwischen 10-TB-HDDs mit Heliumfüllung an, das getestete Modell war im Leerlauf sogar noch sparsamer.

Die junge Geschichte der Helium-HDDs

Die Western-Digital-Tochter HGST hatte im September 2012 die Heliumtechnik vorgestellt. Eines der ersten Produkte auf Basis der später HelioSeal getauften Technik war die Ultrastar He6 mit sechs Terabyte auf sieben Plattern, die gegen Ende 2013 auch den hiesigen Endkundenhandel erreichte. Später folgte die Ultrastar He8 mit 8 TByte.

HGST Ultrastar He8 8 TB
HGST Ultrastar He8 8 TB

Im September 2014 konnte HGST schließlich die weltweit erste 10-TB-HDD auf Basis von Helium und Shingled Magnetic Recording (SMR) präsentieren. Bei SMR überlappen die Datenspuren schindelartig, was zwar die Speicherdichte erhöht, doch auch Nachteile mit sich bringt. Erst gut ein Jahr später folgte mit der Ultrastar He10 ein 10-TB-Modell mit herkömmlichem Perpendicular Magnetic Recording (PMR) und somit ohne die Nachteile von SMR. Die Datendichte pro Platter war deutlich gesteigert worden, denn wie schon bei der Ultrastar He6 kommen weiterhin sieben Magnetscheiben zum Einsatz. Die gleiche Konfiguration bot wenig später auch Seagates Enterprise Capacity 3.5 HDD mit 10 TByte.

Helium auch jenseits von Enterprise-HDDs

Mittlerweile nutzt Western Digital die Heliumtechnik nicht nur in den Produktserien von HGST, sondern auch bei den eigenen Marken WD Gold, WD Red und WD Red Pro sowie WD Purple. Seagate hatte erst vor wenigen Monaten die Guardian-Familie mit drei 10-TB-Helium-HDDs vorgestellt. Nur Toshiba nutzt die Technik bisher nicht.

Technik bleibt großen Modellen vorbehalten

Dass die Heliumtechnik oftmals nur bei den größten Kapazitätsstufen einer Serie eingesetzt wird, hat einen wirtschaftlichen Grund. Ein Seagate-Sprecher hatte im Gespräch mit ComputerBase erklärt, dass die Herstellung deutlich aufwändiger als bei luftgefüllten HDDs sei. Denn nicht nur das Gehäuse, sondern auch der Spindelmotor müsse speziell abgedichtet werden.

Nächster Schritt: 12 TByte mit Helium

Die Hersteller planen bereits die nächste Stufe der Helium-HDDs, deren Kapazität weiter steigen soll. Der CEO von Seagate hatte im Sommer die bevorstehende Auslieferung der ersten 12-TByte-Muster angekündigt. Doch Helium allein wird nicht ausreichen, um die Datendichte signifikant weiter zu erhöhen. Alternative Techniken wie HAMR, BPMR oder HDMR sind allerdings noch nicht marktreif. Zumindest von HAMR-Festplatten wird es voraussichtlich bald erste Prototypen geben.