Mozilla : Quantum modernisiert die Web-Engine von Firefox

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Mozilla: Quantum modernisiert die Web-Engine von Firefox
Bild: Mozilla

Mozilla stellt mit Quantum den nächsten Meilenstein bei der Modernisierung von Firefox vor. Dabei stellt Quantum eine Untermenge der seit Jahren entwickelten Web-Engine Servo dar. Damit gelangen im Jahr 2017 Teile von Servo in den Browser und zu den Anwendern.

A Quantum Leap, einen Quantensprung für das Internet, nennt David Bryant, Leiter der Plattformentwicklung bei Mozilla in einem Blogeintrag das, was im Jahr 2017 auf die Firefox-Anwender zukommt.

Mit Electrolysis hat Mozilla im Jahr 2016 das Fundament für einen sichereren und schnelleren Browser gelegt. Darauf aufbauend soll im Jahr 2017 bei Mozilla das Jahr des Project Quantum werden. Quantum ist eine neue Web-Engine, die Komponenten aus dem eher experimentellen Render-Engine-Projekt Servo bereits im nächsten Jahr zu den Anwendern transportiert und damit moderne Hardware besser ausnutzen will. So sollen beispielsweise Grafikprozessoren stärker in den Renderprozess eingebunden werden als das bisher bei Gecko der Fall ist.

Servo lässt auf sich warten

Bereits seit 2012 arbeitet Mozilla zusammen mit Samsung an der Entwicklung von Servo, einer Web-Engine, die stark auf Parallelisierung setzt und das bisher benutzte Gecko künftig einmal ablösen soll. Das ist aber noch Zukunftsmusik, wie ein Vorgeschmack im Sommer 2016 zeigte. Im Gegensatz dazu wird Quantum, das in wesentlichen Teilen in Mozillas Programmiersprache Rust entwickelt wird, auf der Gecko-Engine aufsetzen und diese mit Errungenschaften aus dem Servo-Projekt modernisieren.

Ausrichtung auf moderne Hardware

Damit soll die Leistung von Firefox auf den Plattformen Windows, macOS, Linux und Android massiv gesteigert werden. Ob iOS in den Genuss des Quantensprungs kommen wird, ist noch unklar. Für den Anfang liegt das Hauptaugenmerk von Quantum auf dem Ersetzen der Komponenten von Gecko, die von Parallelisierung und der Verlagerung von Rechenlast in die GPU am meisten profitieren. Im weiteren Verlauf der Entwicklung sollen weitere Teile von Servo integriert werden. Dabei werden fundamentale Bausteine einer Render-Engine neu überdacht. So wirft Mozilla einen neuen Blick auf die Art und Weise, wie CSS angewendet wird, oder wie DOM-Operationen ausgeführt werden.

Im Mozilla Wiki werden weitere technische Hintergründe erläutert, so etwa die einzelnen Komponenten, aus denen sich Quantum zusammensetzt. Mit Quantum hofft Mozilla, neue Entwicklungen aus der noch unfertigen Servo-Engine frühzeitig zu den Anwendern zu bekommen und dadurch mit einem besseren Sicherheitskonzept und gesteigerter Performance gegenüber der Konkurrenz zu punkten.