Grafikkarten von AMD im Test: Radeon 5770, 6870, 7870, 270X, 380 & RX 480 im Vergleich 3/3

Wolfgang Andermahr 221 Kommentare

Mehr Leistung, mehr Leistungsaufnahme

Das große Plus an Leistung hatte bei AMD in dieser Klasse in der Regel seinen Preis: die Leistungsaufnahme. Die langsame Radeon HD 5770 kommt mit 138 Watt auf den niedrigsten Wert, die Radeon R9 380 benötigt zusammen mit dem Testsystem 144 Watt mehr. Nur mit der aktuellen Radeon RX 480 zeigt das Messgerät 249 Watt und damit wenig an: Polaris ist die erste GPU dieser Klasse, die schneller und zugleich auch absolut sparsamer rechnet.

Leistungsaufnahme Gesamtsystem – RotTR
Angaben in Watt (W)
    • ATi Radeon HD 5770
      138
    • AMD Radeon HD 6870
      186
    • AMD Radeon HD 7870
      220
    • AMD Radeon R9 270X
      226
    • AMD Radeon RX 480
      249
    • AMD Radeon R9 380
      282

Keinen Fortschritt hat es im Leerlauf gegeben: Schon mit einer Radeon HD 5770 zieht das Testsystem im Windows-Desktop 58 Watt aus der Steckdose, die Radeon RX 480 kommt auf denselben Wert.

Leistungsaufnahme Gesamtsystem – Windows-Desktop
Angaben in Watt (W)
    • ATi Radeon HD 5770
      58
    • AMD Radeon RX 480
      58
    • AMD Radeon R9 380
      59
    • AMD Radeon HD 6870
      61
    • AMD Radeon HD 7870
      61
    • AMD Radeon R9 270X
      61

Fazit: 500 Prozent mehr Leistung in sieben Jahren

Kommen Prozessoren bei der Performance in Spielen seit Jahren nur langsam voran, sind die Sprünge bei Grafikkarten weiterhin groß: In Summe über sechs Generationen stehen im Schnitt 500 Prozent mehr Leistung in der Mittelklasse von AMD auf dem Papier. Der Speicher ist dabei nur ein kleiner Einfluss, denn alle Benchmarks wurden so gewählt, dass auch 2 GB noch ausreichend sind. Wer aktuelle Spiele mit hohen Texturdetails spielt, wird den Geschwindigkeitszuwachs noch ganz anders erleben – denn 4 GB Speicher Grafikspeicher sind heute oft schon in Full HD Pflicht.

Die Radeon HD 7870 ist mit GCN sehr gut gealtert

Wie die Benchmarks zeigen, ist die Radeon HD 7870 sehr gut gealtert. Die Grafikkarte gibt es immerhin seit dem Jahre 2012 und wer will, der kann immer noch jedes moderne Triple-A-Spiel mit reduzierten Details in Full HD wiedergeben. Dafür verantwortlich ist die Architektur Graphics Core Next, die auch heute noch bei AMD zum Einsatz kommt und offensichtlich erst in Vega einen Nachfolger findet. Bei GCN ist der Architektur ihr Alter mittlerweile anzumerken, im Jahr 2012 war sie für die Zukunft aber bestens aufgestellt.

Radeon RX 480 (2016, oben) und HD 5770 (2009, unten)
Radeon RX 480 (2016, oben) und HD 5770 (2009, unten)

Mehr Verbrauch aber höhere Effizienz

Neben der Geschwindigkeit gab es auch bei der Energieeffizienz eine Entwicklung, wenn auch keine gravierende. Jede Generation hat in der Mittelkasse an Leistung zugelegt, dafür aber auch mehr Strom gebraucht. Nur die neue Radeon RX 480 macht aufgrund der kleineren Fertigung auch einen absoluten Schritt zurück. Weil auch die Kühlsysteme über die Jahre besser geworden sind, ist eine aktuelle Grafikkarte trotzdem nicht zwangsläufig lauter als eine Radeon HD 5770 von vor über sieben Jahren.

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