Aufsatz-AGB im Test: Fünf Wakü-Reservoirs für die Laing D5 im Vergleich 2/2

Thomas Böhm 65 Kommentare

Montagemöglichkeiten: Lieferumfang und optionales Zubehör

Die Montage der Pumpenaufsätze auf einer D5-Wasserpumpe erfolgt bei allen Testkandidaten sehr ähnlich. Die Pumpe wird von unten in die Aufnahme des Aufsatzes gelegt, wobei ein Dichtungsring entweder zuvor in die passende Aussparung des Pumpendeckels gelegt (Alphacool, Watercool), oder über die Oberkante der Pumpe geschoben wird (Aqua Computer, EK Water Blocks).

Die eigentliche Fixierung der Pumpe wird anschließend über einen Halterahmen bewerkstelligt, der entweder direkt mit dem Aufsatz verschraubt wird (EK Water Blocks) oder über mehrere Schrauben mit dem Pumpenaufsatz verbunden wird (Alphacool, Aqua Computer, Watercool).

Damit ist der erste Teil der Montage abgeschlossen: Pumpe und Aufsatz-Ausgleichsbehälter sind miteinander verbunden. Die einzelnen Hersteller sehen aber verschiedene Möglichkeiten vor, wie diese Kombination nun im Gehäuse befestigt werden kann. Die Pumpe selbst bietet keine Halterungen oder Bohrungen – hier ist der Anwender auf die vom Aufsatz-Hersteller gebotenen Optionen beschränkt.

Montagemöglichkeiten der D5-AGB-Pumpenaufsätze
Modell Standfuß Halterung für vertikale Montage
Alphacool Eisdecke ja nein
Alphacool Eisbecher ja ja
Aqua Computer Aqualis nein ja*
EKWB XRES Revo ja* ja
Watercool Heatkiller Tube ja* ja*
*optional gegen Aufpreis erhältlich

Die AGB-Pumpen-Kombination können entweder stehend auf einer horizontalen Fläche oder verschraubt mit einer vertikalen Fläche angebracht werden. Alphacool und EK Water Blocks sorgen hier vor. Beide Hersteller statten ihre Pumpenaufsätze mit dem passenden Equipment im Lieferumfang aus. Sowohl bei der Alphacool Eisdecke als auch dem Eisbecher dienen anschraubbare Standfüße zur Montage; der Eisbecher erhält zudem ebenso wie der EK XRES Haltebügel, um die Pumpen-Kombination an einer Seitenwand zu verschrauben. Zusätzlich kann für die Lösung von EKWB ein Lüfter-Montageset erworben werden, das die Befestigung im Sinne eines Standfußes auf dem Gehäuseboden oder an einem vertikalen Lüfterplatz (120 oder 140 mm) erlaubt.

Aqua Computer und Watercool bieten ebenfalls Befestigungsmaterial, der Kunde muss dafür aber zusätzlich in die Tasche greifen. Ein optionaler Standfuß kostet bei Watercool 9,95 Euro, Haltebügel zum Verschrauben an einer Seitenwand schlagen mit 14,95 Euro zu Buche. Letztere lassen sich mit Adaptern zur Montage an 120- oder 140-Millimeter-Lüfterplätzen ergänzen. Der Aufpreis liegt bei 11,95 Euro beziehungsweise 12,95 Euro. Aqua Computer ruft 9,90 Euro für den Montagerahmen sowie 6,90 Euro für einen Satz entkoppelte Schrauben zur Halterung des Aqualis auf.

Die Entkopplung ist entscheidend

Für einen leisen Betrieb der Pumpe ist maßgeblich entscheidend, wie gut sie vom PC-Gehäuse entkoppelt ist: Die Übertragung von Vibrationen von der Pumpenmechanik auf den Korpus des Gehäuses sollte minimiert werden. EK Water Blocks fasst die Pumpe hierzu in einem Gummiring, der wiederum vom eigentlichen Haltebügel umgriffen wird. Bei den Halterungen von Aqua Computer und Watercool kommen Schraubensätze mit Gummipuffern zum Einsatz; der Standfuß von Watercool erhält kleine Gummifüße zum Ankleben. Alphacool verzichtet auf eine Entkopplung im Lieferumfang – lässt sich dank der Standfüße der beiden Ausgleichsbehälter aber sehr gut mit einem Shoggy-Sandwich kombinieren, das eine hervorragende Entkopplung bietet.

Messwerte: Lautstärke und Durchfluss

Je nach Aufbau und Materialien der Pumpenaufsätze können Unterschiede bezüglich der Pumpenlautstärke sowie des erreichbaren Durchflusses entstehen. Zunächst wird die Lautstärke der Pumpen erfasst. Da Messungen des Schalldruckpegels stark vom eingesetzten PC-Gehäuse, der Pumpenbefestigung und der gewählten Entkopplungsmethode abhängen, werden diese Variablen ausgeklammert: Der Schalldruckpegel wird mit einem Voltcraft SL-100 in 20 Zentimetern ermittelt, wobei die Testkandidaten keinen Kontakt zum PC-Gehäuse haben. Als Pumpe dient die Alphacool VPP655, welche für diese Messungen mit voller Leistung arbeitet.

Schalldruckpegel (maximale Pumpenleistung)
Angaben in dB(A)
    • Alphacool Eisbecher D5
      34,0
    • Alphacool Eisdecke D5
      34,0
    • Aqua Computer Aqualis D5
      34,0
    • EKWB XRES Revo 140 D5
      34,1
    • Watercool Heatkiller Tube D5
      34,3

Der Schallpegel aller Testkandidaten ist mit der verwendeten Pumpe sehr ähnlich. Lediglich einen kleinen Ausreißer gibt es mit dem Heatkiller Tube, der für einen geringfügig höheren Schalldruck sorgt. Im Alltagseinsatz kann die Pumpe in den meisten Fällen aber ohnehin gedrosselt werden und befindet sich im geschlossenen Gehäuse, so dass keine großen Unterschiede mehr zwischen den Testkandidaten bestehen.

Durchflusswerte

Durchflusswerte werden im Minimalkreislauf erfasst. Lediglich die Pumpe, ein Durchflusssensor, ein (offener) Kugelhahn und die verbindenden Schlauchstücke werden durchströmt, womit sehr gut reproduzierbare, aber auch sehr hohe Durchflusswerte erzielt werden: Bis zu 400 l/h werden vom Aqua Computer HF-Durchflusssensor bei maximaler Pumpenleistung ermittelt.

Für die Beurteilung der Ergebnisse sollte daher berücksichtigt werden, dass im üblichen Einsatz mit mehreren Kühlkörpern und Radiatoren generell niedrigere Durchflusswerte erreicht werden. Zudem sinkt der Einfluss eines einzelnen Bauteils auf den gesamten Durchfluss, je mehr restriktive Elemente sich im Kreislauf befinden – mit anderen Worten: Sobald eine typische Wasserkühlung aufgebaut wird, machen sich die Unterschiede zwischen den einzelnen Pumpenaufsätzen nur noch geringfügig im Durchfluss bemerkbar.

Bei minimaler Pumpenleistung erreicht die VPP655 im Minimalkreislauf mit allen Testkandidaten gut über 100 l/h. Der geringste Durchfluss wird im Zusammenspiel mit dem Eisbecher erreicht: Hier wirkt sich vermutlich der Wasserfall-Effekt als zusätzlicher Strömungswiderstand aus. Eine Stufe höher sind die Eisdecke und der Aqualis; der höchste Durchfluss wird in Kombination mit den Aufsätzen von EKWB und Watercool erreicht.

Messungen bei maximaler Pumpenleistung können nur mit dem Aqualis, Heatkiller Tube und XRES durchgeführt werden – die Pumpenaufsätze von Alphacool lassen sich bauartbedingt bei so hohen Durchflusswerten nicht ausreichend entlüften, um zuverlässige Messungen durchführen zu können. Es gilt wieder, dass so hohe Volumenströme nicht für den tatsächlichen Einsatz relevant sind, da sie im Alltag nicht erreicht werden können: Bereits mit drei Kühlkörpern im Kreislauf sinkt der Durchfluss im Test der VPP655 auf maximal etwa 120 l/h.

Die Luftblasen wollen aus der Pumpenmechanik

Die Eisdecke bringt durch ihre Bauweise die Ansaugöffnung der Pumpe sowie den Einlass des Ausgleichsbehälters nahe zusammen. Das sorgt bei so hohen Durchflusswerten wie im Testkreislauf (bei voller Pumpenleistung) für starke Verwirbelungen, wodurch die Pumpe Luftblasen ansaugt. Ähnliches gilt für den Eisbecher: Der Wasserfall-Effekt ist im Bereich zwischen 60 und 80 l/h ideal. Es entstehen einzelne Strahlen, die ohne für Strudel zu sorgen am Innenrand der Röhre hinablaufen. Sehr hohe Volumenströme sorgen hingegen für ein wildes Sprudeln und machen das Entlüften schwierig.

Die beiden Ausgleichsbehälter von EKWB und Watercool sind beim Befüllen am dankbarsten – sie sorgen am schnellsten für einen luftfreien Kreislauf. Etwas langwieriger ist der Prozess beim Alphacool Eisbecher sowie beim Aqualis, jedoch immer noch gut machbar. Etwas schwieriger gestaltet sich hingegen das Entlüften der kleinen Eisdecke – die kompakte Bauweise wirkt sich nachteilig aus.

Tipps zum Entlüften

Verbleibende Luftblasen im Kreislauf sind vorwiegend im Bereich der Pumpe durch ein unregelmäßiges Knistern zu hören. Um diese endgültig aus der Mechanik zu befördern, hilft es, die Pumpe pulsatil mit Strom zu versorgen: So können Luftbläschen leichter aus der Pumpe nach oben steigen. Für den Test wurden die Pumpen mit destilliertem Wasser betrieben – dabei ist ein kleiner Tropfen Spüli hilfreich, der die Oberflächenspannung der Flüssigkeit herabsenkt und so zum Entlüften beiträgt. Aber Vorsicht: Zu viel Spülmittel sorgt schnell für ein Schaumbad im Reservoir.

Fazit: Für jeden Geschmack der passende Deckel

Am Ende des Vergleichs lässt sich festhalten, dass jeder der getesteten Ausgleichsbehälter Vor- und Nachteile bietet. Es gibt kein perfektes Produkt für jeden Nutzer, aber für jeden Nutzer einen sehr gut geeigneten Kandidaten. Bei der Verarbeitung leistet sich keiner der Pumpenaufsätze auffällige Mängel.

Die kompakte Lösung: Alphacool Eisdecke D5

Soll kein großer Röhren-AGB in einem Gehäuse mit Sichtfenster präsentiert, sondern eine D5 mit möglichst kleinem Aufsatz-Reservoir in einem kompakten Gehäuse verstaut werden, ist die Alphacool Eisdecke die ideale Wahl: Mit einer Höhe von nur knapp 14 Zentimetern (inklusive Standfüße) ist sie der mit Abstand kompakteste Ausgleichsbehälter. Dafür müssen Nutzer die typischen Probleme kleiner Ausgleichsbehälter in Kauf nehmen: Das Befüllen muss durch das kleinere Fassungsvermögen in mehr Etappen durchgeführt werden und es entstehen schneller als bei den Konkurrenten Verwirbelungen im Reservoir.

Alphacool Eisdecke Ausgleichsbehälter für DDC/D5: Die Pumpen-AGB-Kombination ist die kompakteste im Test
Alphacool Eisdecke Ausgleichsbehälter für DDC/D5: Die Pumpen-AGB-Kombination ist die kompakteste im Test

Pumpendeckel und Reservoir kosten zusammen knapp 60 Euro. Beim Kauf der Eisdecke steht Käufern aber immer die Option offen, doch nur den Pumpendeckel zu nutzen und ein separates Reservoir einzusetzen – oder beim Kauf nur des Pumpendeckels das Reservoir später nachzurüsten. Der Pumpendeckel ist alternativ auch aus Acrylglas anstelle von Acetal verfügbar.

Hingucker mit Wasserfall-Effekt: Alphacool Eisbecher D5

Wenn nicht nur der Füllstand im Reservoir zu sehen sein soll, sondern mit integriertem Wasserfall ein optisches Highlight im PC-Gehäuse gewünscht wird, ist der Alphacool Eisbecher die perfekte Wahl. Zum Preis von gut 65 Euro gibt es den Pumpenaufsatz inklusive Zubehör für stehende oder seitlich verschraubte Montage als 150-mm-Version. Damit der Wasserfall auch im Dunkeln sichtbar ist, bietet Alphacool mit den Aurora-LED-Ringen das passende Zubehör, um den Eisbecher zu beleuchten. Für völlige Transparenz gibt es den Eisbecher auch mit Pumpenaufsatz und Deckel aus Plexiglas zu kaufen.

Alphacool Eisbecher D5: Wasserfalleffekt im Betrieb
Alphacool Eisbecher D5: Wasserfalleffekt im Betrieb

Für den Wasserfall-Effekt muss der Durchfluss stimmen, der beim Eisbecher etwas geringer als bei der Konkurrenz ausfällt – in einem üblichen Kreislauf für eine CPU, ein bis zwei Grafikkarten und Radiatoren ist der notwendige Volumenstrom mit einer D5 aber locker erreichbar: Es werden circa 70 l/h für den Wasserfall vorausgesetzt.

Preis-Tipp aus echtem Glas: Aqua Computer Aqualis D5

Borosilikatglas bietet im Vergleich zu Acrylglas mehrere Vorteile: Es ist wesentlich unempfindlicher gegen Kratzer, chemisch inert gegenüber Zusätzen in Kühlflüssigkeiten und dehnt sich bei Temperaturanstiegen kaum aus. Das sorgt dafür, dass es auch nach langem Einsatz noch wie am ersten Tag aussieht – es bilden sich keine Verfärbungen und Risse sind in echten Glas selbst nach Jahrzehnten nicht zu befürchten.

Aqua Computer Aqualis D5
Aqua Computer Aqualis D5

Mit dem Aqualis bietet Aqua Computer hier einen sehr günstigen Ausgleichsbehälter. Der Pumpenaufsatz für die D5 mit einem Volumen von 150 ml kostet nur gut 40 Euro. Sofern auf keine Eigenbau-Lösungen zurückgegriffen wird, muss das Montagezubehör aber zusätzlich erworben werden, was den Gesamtpreis auf etwa 60 Euro steigen lässt.

Allrounder mit Vollausstattung: EKWB XRES 140 Revo D5

Der EK-XRES 140 Revo D5 scheint auf den ersten Blick sehr teuer zu sein. EK Water Blocks ruft für die Kombination über 120 Euro auf. Dafür erhalten Käufer aber nicht nur einen Pumpenaufsatz, sondern auch eine entkoppelte Halterung, alternative Einsätze für den Ausgleichsbehälter und die Pumpe selbst. Für die PWM-fähige G2-Version der D5 als separates Produkt liegt der Kaufpreis aktuell bei knapp 70 Euro, so dass der Pumpenaufsatz von EK effektiv unter 60 Euro kostet. In der Summe ist der XRES Revo D5 damit ein attraktives Komplettpaket.

EKWB XRES 140 Revo D5
EKWB XRES 140 Revo D5

Luxus-Reservoir zum Individualisieren: Watercool Heatkiller Tube D5

Der Heatkilller Tube von Watercool ist neben dem Aqualis der zweite Ausgleichsbehälter aus Borosilikatglas im Test. Mit den außen liegenden Streben zur Halterung der Glasröhre weicht die Optik deutlich von den üblichen Röhren-Reservoirs ab: Eine Frage des persönlichen Geschmacks. Bei Watercool steht die individuelle Anpassung ganz oben. Käufer haben die Wahl zwischen einem Deckel mit Anschlussgewinden oder einer großen Öffnung zum Befüllen. Gegen Aufpreis gibt es die Aluminiumstreben statt in Schwarz oder Silber auch in Blau und Rot. Optional sind außerdem LED-Bänder in verschiedenen Farben erhältlich.

Watercool Heatkiller Tube D5
Watercool Heatkiller Tube D5

Auch bei den Montagesystemen lässt Watercool den Käufer zwischen mehrere Varianten wählen. Erhältlich sind Standfüße in zwei Größen, Haltebügel für die Befestigung an einer Seitenwand sowie passende Adapter für die Verschraubung an 120- oder 140-Millimeter-Lüfterplätzen oder am Riesenradiator Mo-Ra 3. Dafür ruft Watercool aber einen sehr hohen Preis auf: Die 150er-Version des Heatkiller Tube kostet bereits ohne Montage-Equipment 85 Euro. Mit Zubehör landet der Preis somit schnell bei über 100 Euro, womit der Heatkiller Tube der teuerste Vertreter aus dem Testfeld ist.

In einem separaten Artikel hat ComputerBase die Grundlagen für Custom-Wasserkühlungen zusammengefasst. Tests einzelner Komponenten für Wasserkühlungen hält ComputerBase im Bereich PC-Kühlung ebenfalls bereit.

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