3 Billionen Won: SK Hynix bietet für Anteil an Toshibas Speichergeschäft

Michael Günsch 10 Kommentare
3 Billionen Won: SK Hynix bietet für Anteil an Toshibas Speichergeschäft
Bild: Toshiba

Aufgrund finanzieller Probleme plant Toshiba, einen Teil der eigenen Flash-Speichersparte zu verkaufen. Laut Medienberichten ist auch SK Hynix unter den Interessenten. Der Speicherhersteller habe demnach 3 Billionen Südkoreanische Won (2,45 Milliarden Euro) geboten.

Über die Kaufabsicht von SK Hynix hatte die Nachrichtenagentur Reuters am Montag berichtet. Unter Berufung auf eine anonyme Quelle wurde zunächst noch keine Summe genannt. Die Bestätigung und Informationen zur Höhe des Angebots lieferte das Wirtschaftsmagazin Nikkei Asian Review am Dienstag, das sich dabei auf lokale Medienberichte stützt.

Sowohl Toshiba als auch SK Hynix fertigen den in Smartphones, SSDs und Speicherkarten eingesetzten NAND-Flash-Speicher und sind somit direkte Konkurrenten. Es wird spekuliert, dass SK Hynix mit der Investition die Partnerschaft mit Toshiba festigen will. Im Jahr 2014 hatten sich beide Unternehmen im Streit um die Nutzung von Toshiba-Technik außergerichtlich geeinigt und Vereinbarungen zum Patentaustausch erweitert.

Auch Micron und Western Digital wollen zuschlagen

Toshibas Speichersparte ist nicht zuletzt durch die sehr hohe Nachfrage nach NAND-Flash begehrt. Neben SK Hynix wurde im Vorfeld auch Toshibas NAND-Flash-Partner Western Digital als Interessent gehandelt. Laut den jüngeren Informationen von Nikkei werden seit Freitag keine Angebote mehr angenommen. Die Bieterrunde bestehe aus fünf Parteien, zu denen neben den bereits angeführten auch der US-Speicherhersteller Micron sowie der Investment-Fond Bain Capital zähle. Zuvor wurden auch Canon und Foxconn als Interessenten gehandelt.

Spätestens Ende März wird Gewissheit herrschen, denn dann sollen Toshibas Aktionäre über den Verkauf abstimmen. Es wird davon ausgegangen, dass Toshiba etwa 20 Prozent oder weniger der Flash-Sparte zum Verkauf anbietet. Aufgrund eines Fehlschlags im Geschäft mit Atomkraftwerken drohen Toshiba Abschreibungen in Milliardenhöhe. Der teilweise Verkauf der Speichersparte soll den Verlust kompensieren.