EU-Parlament: Letzter Schritt vor dem Ende der Roaming-Gebühren

Andreas Frischholz 29 Kommentare
EU-Parlament: Letzter Schritt vor dem Ende der Roaming-Gebühren
Bild: R/DV/RS | CC BY 2.0

Indem das EU-Parlament die Großhandelspreise für Mobilfunkanbieter abgesegnet hat, steht dem Ende der Roaming-Gebühren nichts mehr im Weg. Ab dem 15. Juni können EU-Bürger also europaweit telefonieren, SMS schreiben und Datenvolumen verbrauchen, ohne einen separaten Aufschlag zahlen zu müssen.

Dass die Roaming-Gebühren fallen, hatte die EU bereits im Herbst 2016 beschlossen. Offen waren aber noch die Großhandelspreise, die sich Mobilfunkanbieter gegenseitig in Rechnung stellen dürfen, wenn Kunden im EU-Ausland ein fremdes Netz nutzen. Auf die Preise hatten sich die EU-Kommission, der Ministerrat und das EU-Parlament bereits Anfang Februar verständigt, nun wurde der Kompromiss final abgesegnet.

15. Juni 2017 ist offizieller Termin für das Ende der Roaming-Gebühren

Der 15. Juni 2017 ist nun der Stichtag, ab dann fallen offiziell die Roaming-Gebühren für Telefonate, SMS und Datenvolumen. Viele Provider haben aber schon in den letzten Monaten auf die neuen rechtlichen Vorgaben reagiert und die Tarife angepasst.

Allerdings existiert auch eine Missbrauchsklausel, die Provider schützen soll. Eine der Vorgaben ist daher: Nutzer müssen auch in dem Land leben, in dem eine SIM-Karte gekauft wurde, oder zumindest eine „stabile Verbindung“ aufweisen. Das betrifft etwa Pendler, die regelmäßig über Grenzen reisen.

Verhindern will man auf diese Weise, dass Nutzer eine günstige SIM-Karte im EU-Ausland kaufen, ohne sich jemals dort aufzuhalten. Denn die Preisdifferenz müssten dann die Provider zahlen.