LG G6 im Test: LG baut wieder gute Android-Smartphones 3/3

Nicolas La Rocco 134 Kommentare

Fazit

Von der schiefen Bahn wieder mitten im Getümmel um die Spitzenplätze: das ist das Kurzfazit zum LG G6. Das Smartphone stellt in vielen Punkten eine klare Verbesserung gegenüber dem letztjährigen Fehltritt G5 dar. Im Mittelpunkt der Veränderungen steht der Verzicht auf das Modulsystem – eine richtige Entscheidung von LG. Das neue Gehäuse ist hochwertig und robust sowie dank IP68 gegen das Eindringen von Staub und Wasser geschützt. Das neue 18:9-Design sowie das in die Ecken des Smartphones gezogene Display signalisieren ein modernes Produkt auf Höhe der Zeit. Der Verzicht auf das Modulsystem führt außerdem dazu, dass Komponenten wie der Akku größer dimensioniert werden können. Das führt zu guten Laufzeiten im Alltag.

Kaum Veränderungen gibt es in den Bereichen Kamera und Prozessor. Der Wechsel zwischen Standard- und Weitwinkelkamera geht jetzt schneller vonstatten, Bildqualität und Features haben sich abgesehen von kleineren Anpassungen für das neue Display aber nicht wirklich verändert. Das ist auch nicht schlimm, denn die Qualität liegt weiterhin auf gutem Niveau. Dass noch der Snapdragon 821 und nicht der 835 im G6 steckt, ist zu verschmerzen. Das leichte Performance-Upgrade gegenüber dem Snapdragon 820 im G5 wird dankend angenommen, eklatante Unterschiede sollten Anwender aber nicht erwarten. Die wären aber selbst mit dem Snapdragon 835 nur in Ausnahmesituationen spürbar gewesen. Das neuere SoC wäre allerdings eine Art Absicherung für die Zukunft gewesen.

Mit dem G6 beweist LG, dass das Unternehmen doch gute Smartphones bauen kann
Mit dem G6 beweist LG, dass das Unternehmen doch gute Smartphones bauen kann

Timing ist alles

Das G6 kommt zu einem für LG schwierigen Zeitpunkt auf den Markt. Das Galaxy S8 (Test) ist bereits verfügbar, und auch manches Konkurrenz-Smartphone aus dem Vorjahr bietet bereits Features, die LG erst jetzt verbaut hat – und das zu einem niedrigeren Preis. Ein ebenso gut ausgestattetes Galaxy S7 edge kostet derzeit circa 530 Euro, während LG für das G6 unverbindliche 749 Euro verlangt. Der freie Handel ist bereits bei 700 Euro angekommen, obwohl das Gerät erst seit wenigen Tagen verfügbar ist. Die größte Hürde für eine bedenkenlose Empfehlung des G6 sind deshalb der späte Marktstart und der noch hohe Preis. Ein endlich wieder gutes LG-Smartphone ist das G6 aber trotzdem.

LG G6
Produktgruppe Smartphones, 26.04.2017
  • Display
    ++
  • Leistung Produktiv
    ++
  • Leistung Unterhaltung
    ++
  • Laufzeit
    +
  • Verarbeitung
    ++
  • sehr helles, kontraststarkes HDR-Display
  • solide-elegantes Gehäuse-Design
  • gute Ergonomie
  • hochwertige Verarbeitung
  • gute Kamera mit Weitwinkel-Option
  • flotter Snapdragon 821
  • gute Akkulaufzeiten
  • gute Telefonie-Qualität
  • IP68-Zertifizierung
  • schnelles WLAN
  • schneller Cardreader
  • Speicher erweiterbar
  • Android bei Version 7.0 und März-Patch
  • leichte Kamera-Probleme bei Nacht
  • Display-Rundungen unsauber
  • frühe Bluetooth-Aussetzer
  • weniger Ausstattung für Deutschland

Preis & Verfügbarkeit

Das LG G6 ist seit dem 24. April in den Farben Schwarz (Testgerät), Weiß und Silber für eine unverbindliche Preisempfehlung von 749 Euro in Deutschland erhältlich. Der freie Online-Handel verlangt derzeit circa 700 Euro. Bei Vorbestellungen zwischen dem 10. und 24. April oder dem Kauf des G6 vor dem 30. April erhalten Kunden einen Mydays-Urlaubsgutschein im Wert von 159 Euro. Dafür muss das Smartphone auf der LG-Webseite bis zum 14. Mai über die IMEI des Gerätes registriert werden.

Dieser Artikel war interessant, hilfreich oder beides? Die Redaktion freut sich über jede Unterstützung in Form deaktivierter Werbeblocker oder eines Abonnements von ComputerBase Pro. Mehr zum Thema Anzeigen auf ComputerBase.