Samsung Galaxy S8/S8+ im Test: Auch Kleine können großartig sein!

Nicolas La Rocco 218 Kommentare
Samsung Galaxy S8/S8+ im Test: Auch Kleine können großartig sein!

tl;dr: Das Samsung Galaxy S8 ist die radikalste Veränderung der Serie seit dem Wechsel zum Galaxy S6. Nie zuvor hat Samsung mehr Display auf weniger Fläche untergebracht. Das neue Design ist klares Alleinstellungsmerkmal der Smartphones. Im Test sammelt Samsung viele Pluspunkte, aber nicht durchweg für die Ergonomie.

Samsung Galaxy S8 und S8+ im Test

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit steht im Test die Wortwahl Galaxy S8 auch immer für das Galaxy S8+, sofern nicht explizit auf eines der Modelle eingegangen wird.

Das neue Infinity-Display ist die alle anderen Bauteile bestimmende Komponente des Samsung Galaxy S8. Von ihm leitet sich die Größe des Gehäuses und die Ergonomie des Smartphones ab. Es heißt Infinity-Display, weil es beinahe die gesamte Vorderseite des Smartphones und teilweise die Seitenbereiche einnimmt. Flache Displays gibt es bei Samsungs Smartphone-Flaggschiffen mit dem Galaxy S8 nicht mehr, jedes Modell ist jetzt ein „edge“, wenngleich Samsung diesen Namen nicht mehr verwendet.

Update 19.04.2017 13:08 Uhr

Elf Tage vor der Veröffentlichung des Tests zum Samsung Galaxy S8 und Galaxy S8+ hatte die Redaktion die Leserschaft gefragt, welche Fragen zum Smartphone im Artikel beantwortet werden sollen. Das Feedback im Forum förderte mehr als einhundert Fragen zutage.

Die Antworten auf Fragen nach der Belegung des Arbeitsspeichers, den vorinstallierten Apps oder der Performance im Spiel Asphalt 8 finden sich ab sofort auf einer weiteren Seite „Antworten auf Leserfragen“ im Anschluss an das Fazit zu Samsungs neuen Topmodellen am Ende dieses Artikels.

Symmetrisches Design

Das Galaxy S8 ist aber weniger ein edge als es noch das Galaxy S7 edge war. Das liegt daran, weil Samsung das Display weniger stark in den linken und rechten Rahmen zieht, sondern schon nach einer leichten Biegung damit aufhört – ähnlich wie beim Galaxy Note 7 (Test). Das verbessert die Ergonomie im Alltag in gleich zweierlei Hinsicht: Zum einen kommt es weniger häufig zu Fehleingaben an den Displayrändern, zum anderen kann die Rückseite des Smartphones symmetrisch gestaltet werden, sodass sie leicht abgerundet ist und das Galaxy S8 dadurch besser in der Handinnenfläche liegt.

Diese Maßnahme hilft speziell dem Galaxy S8+, weil es ohne festen Griff gerne aus der Hand rutschen will. Samsungs gegen das Eindringen von Wasser und Staub geschützte (IP68) Konstruktion aus zwei Seiten Gorilla Glass 5 und Metallrahmen sieht zwar beeindruckend gut aus, lässt sich aber nicht so gut greifen wie ein kantiges Smartphone im Stile des LG G6. Das kleine Galaxy S8 schneidet in diesem Punkt besser ab.

Der Fingerabdrucksensor

Beim ungünstig platzierten Fingerabdrucksensor auf der Rückseite patzen hingegen beide Modelle. Nur beim Galaxy S8 ist dieser überhaupt mit dem Zeigefinger erreichbar, allerdings nur mit dem rechten. Weil der Sensor direkt neben der Kamera liegt, erwischt man sich immer wieder dabei, das Kameraglas mit Fingerabdrücken zu verzieren. Iris-Scanner oder Gesichtserkennung (beides geht nicht) sind kein adäquater Ersatz, da sie ebenfalls verlangen, dass das Telefon angehoben wird. Noch dazu funktionieren beide Systeme nicht so zuverlässig wie der Fingerabdrucksensor des Galaxy S7. Selbst bei widrigen Lichtbedingungen und auch im dunklen Schlafzimmer funktioniert der Iris-Scanner, die Erkennungsrate erreicht aber nicht den alten Fingerabdrucksensor.

Fingerabdrucksensor auf der Rückseite
Fingerabdrucksensor auf der Rückseite

Home-Button im Display

Gerüchten zufolge wollte Samsung von Synaptics einen Fingerabdrucksensor im Display entwickeln lassen, der es aber nicht zur Serienreife geschafft hat. Der Sensor auf der Rückseite wirkt wie eine kurzfristig entschiedene Notlösung. Einen Home-Button im Display hat das Galaxy S8 nämlich bereits. Nutzer können jederzeit den unteren Bereich des Displays drücken, um diesen zu aktivieren. Auch wenn er nicht angezeigt wird oder das Display ausgeschaltet ist, befindet sich der Home-Button immer dort, wo er auch bei eingeblendeter Android-Leiste zu finden wäre. Nur Fingerabdrücke scannt er nicht.

Das Thema Sicherheit leidet aufgrund der unpraktischen Entsperrmethoden stark. Nachdem Samsung mit dem Galaxy S6 (Test) und Galaxy S7 (Test) endlich sehr gute Fingerabdrucksensoren liefern konnte, ist das Galaxy S8 in diesem Punkt ein klares Downgrade. Alle drei Entsperrmethoden – Fingerabdrucksensor, Iris-Scanner und Gesichtserkennung – nerven im Alltag und führen dazu, dass entweder wieder zur lästigen PIN oder noch schlimmer, gar kein Sperrbildschirm eingerichtet wird. Für eine 3,5-mm-Klinke sowie USB Typ C hat Samsung hingegen noch Platz im Gehäuse gefunden. Beim Lautsprecher bleibt es allerdings bei (gutem) Mono-Klang.

AMOLED mit 5,8 und 6,2 Zoll

Auf 5,8 Zoll und 6,2 Zoll sind die Displays angewachsen. Das sind jeweils 0,7 Zoll mehr als noch bei den Galaxy-S7-Modellen. Die Diagonalen sind allerdings nicht miteinander vergleichbar, da Samsung das Seitenverhältnis der Displays verändert hat. Von 16:9 ist Samsung zu 18,5:9 gewechselt. Die neuen Geräte sind etwas länger als bisher. Ein 5,8-Zoll-Display im Format 18,5:9 bietet weniger Fläche als ein 16:9-Display mit 5,8 Zoll.

Galaxy S8 neben Galaxy S8+
Galaxy S8 neben Galaxy S8+

Für die Berechnung der Displaygröße kommt erschwerend hinzu, dass die Displays nicht mehr rechteckig sind. Damit ist nicht die Biegung zu den seitlichen Rändern gemeint, sondern die Rundung der ehemals vier Ecken des Displays. Mit spitzen Ecken hätte Samsung das Display beim aktuellen Design nicht so weit in die Ränder ziehen können. Das ist nur bei einem deutlich eckigeren Smartphone wie dem Xiaomi Mi Mix (Test) umsetzbar – was Samsung aber nicht wollte und sich für Kurven entschied.

Alle im Test verwendeten Apps kommen mit dem neuen Format zurecht, darunter alle Samsung-Apps, Facebook, Twitter, Microsoft Office sowie alle Google-Apps. Videos in 16:9 können auf 18,5:9 gezoomt werden, dann fehlt aber Inhalt oben und unten. Cinemascope erkennt das Galaxy S8 automatisch und zieht es auf die volle Breite.

1.440 × 2.960 Pixel in 18,5:9

Eine höhere Auflösung haben die neuen Displays nur aufgrund ihrer gestiegenen Höhe. 1.440 × 2.960 Bildpunkte führen zu einer mit dem Galaxy S7 vergleichbaren Pixeldichte jenseits der 500 ppi. Trotz der weiterhin verwendeten Diamond-Subpixel-Matrix, die aufgrund der unterschiedlichen Effizienz der Pixel mehr, dafür aber kleinere grüne Subpixel sowie mittelgroße rote Subpixel und große blaue Subpixel verwendet, ist die Darstellung auf beiden Geräte gestochen scharf. Selbst in den abgerundeten Bereichen des Displays lassen sich nur mit extrem genauer Betrachtung Abstufungen ausmachen.

Keine native Auflösung

Bildschirmauflösung ist beim Galaxy S8 nicht gleichzusetzen mit tatsächlicher genutzter Auflösung. Denn wie nach dem Update auf Android 7.0 des Galaxy S7 nutzt Samsung intern eine niedrigere Auflösung, die anschließend skaliert wird. Beim Galaxy S8 liegt die interne Auflösung bei 1.080 × 2.220 Bildpunkten (FHD+).

Das ist noch hoch genug, damit es für den Anwender nicht sichtbar ist. Anders hingegen bei der niedrigsten Einstellung: Werden 720 × 1.480 Pixel (HD+) eingestellt, führt das zu einer sofort sichtbaren Reduzierung der Bildqualität. Vor allem Schrift erscheint dann viel weicher. Am knackigsten sieht das Panel mit der nativen Auflösung WQHD+ aus.

Vier Displaymodi

Samsung hat wieder mehrere Bildschirmmodi in die Android-Einstellungen des Galaxy S8 integriert. Dazu zählt standardmäßig voreingestellt „Anpassungsfähige Anzeige“, außerdem stehen „AMOLED-Kino“, „AMOLED-Foto“ und „Einfach“ zur Auswahl.

Die „Anpassungsfähige Anzeige“ versucht je nach dargestelltem Inhalt das Maximum an Bildqualität aus dem OLED-Display zu holen. Weißpunkt, Farbumfang und Farbsättigung werden in Echtzeit dem Inhalt sowie dem Umgebungslicht angepasst. In diesem Modus bietet das Panel das breiteste Spektrum um deckt laut DisplayMate zu 143 Prozent den sRGB-Farbraum sowie zu 113 Prozent den DCI-P3-Farbraum ab.

AMOLED-Kino stellt das Display fix auf den DCI-P3-Farbraum ein, während AMOLED-Foto den AdobeRGB-Farbraum nutzt. DCI-P3 schafft das Galaxy S8 zu 100 Prozent, bei AdobeRGB sind es noch sehr gute 98 Prozent. Im Modus „Einfach“ wird sRGB als Farbraum verwendet, den das Galaxy S8 zu 101 Prozent abdeckt.

Helle Panels im Automatikmodus

Die maximale Helligkeit des Displays hängt davon ab, ob das Panel im manuellen oder automatisch regulierten Modus verwendet wird. Außerdem gilt es zu beachten, dass von manchen Seiten ermittelte Werte von über 1.000 cd/m² nur unter ganz speziellen Messbedingungen erreichbar sein. Unabhängig vom gewählten Bildschirmmodus erreicht das Galaxy S8 bei manueller Regulierung 351 cd/m² als Mittelwert aus drei Messzonen, wobei im oberen Panel-Bereich 7 cd/m² erreicht werden. Das Galaxy S8+ kommt auf 335 cd/m², die Abweichung liegt hier bei bis zu 16 cd/m² je nach Messzone.

Bei automatischer Regulierung kommt das Galaxy S8 auf bis zu 558 cd/m². Dieser Modus empfiehlt sich vor allem beim Außeneinsatz, da ansonsten das Display etwas zu dunkel bleibt. Das Galaxy S8+ kommt mit 533 cd/m² nicht ganz an das kleinere Modell heran. ComputerBase misst die Helligkeit grundsätzlich mit einem Average Picture Level (APL) von 100 Prozent, also einem vollständig weißen Display. Deshalb werden auch keine Werte jenseits der 1.000 cd/m² erreicht, die nur dann möglich sind, wenn das APL auf 1 Prozent reduziert wird. Das steht für ein zu 99 Prozent schwarzes Panel mit 1 Prozent Weißanteil. Grundsätzlich tragen beide Geräte das Logo für Mobile HDR Premium und erreichen punktuell je nach Filmmaterial bis zu 1.000 cd/m².

Exynos 9 aus 10-nm-Fertigung

Herzstück des Galaxy S8 bildet in Europa das neue Samsung-SoC Exynos 9 mit der internen Bezeichnung 8895. In den USA wird das Galaxy S8 hingegen mit dem Qualcomm Snapdragon 835 (Test) ausgeliefert, weil für die dortigen CDMA-Mobilfunknetze ein anderes Modem vorausgesetzt wird. Beide Chips stammen aus Samsungs 10-nm-LPE-Fertigung.

Technische Daten des Galaxy S8/S8+

Samsung Galaxy S8 Samsung Galaxy S8+ Samsung Galaxy S7 Samsung Galaxy S7 edge
Software:
(bei Erscheinen)
Android 7.0 Android 6.0
Display: 5,80 Zoll
1.440 × 2.960, 568 ppi
WQHD+ Super AMOLED, HDR, Gorilla Glass 5
6,20 Zoll
1.440 × 2.960, 531 ppi
WQHD+ Super AMOLED, HDR, Gorilla Glass 5
5,10 Zoll
1.440 × 2.560, 576 ppi
WQHD Super AMOLED, Gorilla Glass 4
5,50 Zoll
1.440 × 2.560, 534 ppi
WQHD Super AMOLED, Gorilla Glass 4
Bedienung: Touch
Fingerabdrucksensor, Iris-Scanner, Status-LED
Touch
Fingerabdrucksensor, Status-LED
SoC: Samsung Exynos 8895
4 × Exynos M2, 2,31 GHz
4 × Cortex-A53, 1,69 GHz
10 nm, 64-Bit
Samsung Exynos 8890
4 × Exynos M1, 2,30 GHz
4 × Cortex-A53, 1,60 GHz
14 nm, 64-Bit
GPU: Mali-G71 MP20
546 MHz
Mali-T880 MP12
650 MHz
RAM: 4.096 MB
LPDDR4
Speicher: 64 GB (+microSD) 32 / 64 GB (+microSD)
Kamera: 12,0 MP, 2160p
LED, f/1,7, AF, OIS
Sekundär-Kamera: Nein
Frontkamera: 8,0 MP, 1440p
Display-Blitz, f/1,7, AF
5,0 MP, 1440p
Display-Blitz, f/1,7
GSM: GPRS + EDGE
UMTS: HSPA+
↓42,2 ↑5,76 Mbit/s
LTE: Advanced Pro
↓1.000 ↑150 Mbit/s
Advanced Pro
↓600 ↑150 Mbit/s
WLAN: 802.11 a/b/g/n/ac
Wi-Fi Direct, Miracast
Bluetooth: 5.0 LE 4.2 LE
Ortung: A-GPS, GLONASS, BeiDou, Galileo A-GPS, GLONASS, BeiDou
Weitere Standards: USB 3.1 Typ C, NFC Micro-USB 2.0, NFC
SIM-Karte: Nano-SIM
Akku: 3.000 mAh (11,55 Wh)
fest verbaut, kabelloses Laden
3.500 mAh (13,48 Wh)
fest verbaut, kabelloses Laden
3.000 mAh (11,55 Wh)
fest verbaut, kabelloses Laden
3.600 mAh (13,86 Wh)
fest verbaut, kabelloses Laden
Größe (B×H×T): 68,1 × 148,9 × 8,00 mm 73,4 × 159,5 × 8,10 mm 69,6 × 142,4 × 7,90 mm 72,6 × 150,9 × 7,70 mm
Schutzart: IP68
Gewicht: 152 g 173 g 152 g 157 g
Preis: ab 600 € ab 710 € ab 445 € / – ab 449 € / –

Exynos M2 und Mali-G71

Der neue Exynos-Chip ist Samsungs bereits zweite Entwicklung mit eigenen CPU-Kernen. Anstatt auf Standard-Kerne wie den Cortex-A72 oder Cortex-A73 von ARM zu vertrauen, wird die zweite Generation des Exynos M (Mongoose) in Form des Exynos M2 als Performance-Cluster verbaut. Als Power-Cluster kommen vier Kerne des Typs Cortex-A53 von ARM zum Einsatz.

Der Exynos 9 nutzt wieder eine Custom-CPU für das Performance-Cluster
Der Exynos 9 nutzt wieder eine Custom-CPU für das Performance-Cluster (Bild: Samsung)

Imposant sind die Veränderungen im Bereich GPU. Lieferant ist erneut ARM, statt der Mali-T880 ist nun die Mali-G71 verbaut. Der Generationenwechsel geht mit einer deutlichen Steigerung der Rechencluster einher: von der Ausbaustufe MP12 auf jetzt MP20. Im Gegenzug reduziert Samsung den Maximaltakt der GPU von 650 auf 546 MHz. Unterm Strich ist dennoch mit signifikant mehr Leistung zu rechnen.

Keine Kernabschaltung mehr

Wie sich die insgesamt acht CPU-Kerne im Betrieb verhalten, hat Samsung grundlegend gegenüber dem Galaxy S7 verändert. Im Exynos 8890 konnten zwei der Exynos M1 mit bis zu 2,6 GHz takten, sofern die anderen beiden Exynos-M1-Kerne nicht aktiv waren. Der Minimaltakt dieses schnelleren Exynos-M1-Pärchens lag bei 728 MHz. Waren hingegen alle vier Kerne aktiv, sank der gemeinsame Maximaltakt auf 2,288 GHz. Das zweite, langsamere Exynos-M1-Pärchen konnte sich als Besonderheit vollständig deaktivieren, was den Exynos 8890 in manchen Situationen zum Hexa-Core-Chip machte. Die vier Cortex-A53 des alten Chips liefen mit 442 MHz bis 1,586 GHz.

Der neue Exynos 9 ist immer ein Octa-Core-Chip, das Abschalten von zwei der vier Exynos M2 wird nicht mehr geboten. ComputerBase hat den Takt des neuen Chips in mehreren Situationen, darunter Leerlauf, Facebook, Chrome, 3DMark und YouTube, ausgewertet. Das Core-Management fällt im Vergleich zum Exynos 8890 deutlich simpler aus, da keine individuelle Taktung der Kerne mehr stattfindet. Die vier Cortex-A53 bewegen sich ebenso wie die vier Exynos M2 auf dem jeweils gleichen Niveau.

Der minimale Takt des nicht mehr abschaltbaren Exynos M2 beträgt 741 MHz, der Maximaltakt liegt bei 2,314 GHz. Das Cortex-A53-Quartett wird mit 455 MHz bis 1,69 GHz betrieben. Die Exynos M2 werden nach Möglichkeit aber nicht für den normalen Betrieb höher getaktet. Die erkennbaren Spitzen treten immer dann auf, wenn eine App geladen oder eine neue Seite im Browser angesteuert wird. Danach wird der Takt schnellstmöglich wieder reduziert, um Energie zu sparen. Ein YouTube-Video sorgt selbst in Full HD nur für geringe Last, wie im Diagramm ab circa Sekunde 250 zu erkennen ist. Der 3DMark ist das Segment zwischen Sekunde 100 und 230.

Sehr hohe Benchmark-Leistung

Die Leistung des Exynos 8895 liegt in den Benchmarks wie erwartet auf sehr hohem Niveau. In den CPU-Messungen per Geekbench 4.0 setzt sich der Chip in den Multi-Core-Messungen zusammen mit dem Qualcomm Snapdragon 835 an die Spitze. Beim Snapdragon 835 muss jedoch beachtet werden, dass dieser in einem Reference Device von Qualcomm (QRD) und nicht in einem finalen Endgerät getestet wurde. In der Single-Core-Leistung schneidet die Kryo-280-CPU leicht besser als der Exynos M2 ab, während Apples A9 und A10 weiterhin mit dominantem Abstand das Feld anführen.

Der PCMark von Futuremark liegt den Exynos-Chips nicht sonderlich gut, weshalb hier mit einer Leistung auf Niveau des Snapdragon 821 zu rechnen ist. Besser sieht es wiederum in den JavaScript-Messungen der Browser-Benchmarks aus. Samsung hat sich hier klar als Nummer zwei hinter Apple etabliert. Bedienung und Ladezeiten in Samsungs Browser sind auch im Alltag spürbar schneller als die Konkurrenz.

Die neue Mali-G71-GPU macht den im Vorfeld erwarteten klaren Sprung nach vorne, kann aber nicht der Konkurrenz entfliehen. Apple, Qualcomm und Samsung liegen jetzt gleichauf, allerdings ist der Chip von Apple bereits seit sieben Monaten auf dem Markt. Qualcomm erreicht erst jetzt mit der Adreno 540 und Samsung mit der Mali-G71 MP20 das Niveau von Apples iPhone 7 (Plus) (Test). Das schmälert die vorhandene Leistung zwar nicht, unterstreicht aber noch einmal den technologischen Vorsprung von Apple, der dank Custom-Design und vielen Chip-Optimierungen für wenige Geräte vorliegt.

Throttling noch im Rahmen

Wichtig ist aber nicht nur, dass die Leistung punktuell in einer Messung hoch ist, sondern dass ein Smartphone die Leistung auch bei längerer Nutzung wie zum Beispiel in Spielen abrufen kann. Das wird beim Ausführen eines grafisch anspruchsvollen Titels vorausgesetzt. Exemplarisch wird dafür wie bei früheren Smartphone-Tests der GFXBench Manhattan mit der API OpenGL ES 3.0 in einer Schleife von 20 Durchgängen ausgeführt. Das entspricht einer Spieldauer von 20 Minuten. Galaxy S8 und Galaxy S8+ verhalten sich trotz unterschiedlicher Gehäuseabmessungen gleich in puncto Takt, weshalb sie im Test nicht getrennt voneinander geführt werden.

FPS-Entwicklung GFXBench Manhattan 1080p Offscreen OpenGL ES 3.0
Samsung
Galaxy S8/S8+
OnePlus
3T
Huawei
Mate 9
Google
Pixel XL
Apple
iPhone 7 Plus
Samsung
Galaxy S7
Durchgang FPS Delta
1. Durchgang
FPS Delta
1. Durchgang
FPS Delta
1. Durchgang
FPS Delta
1. Durchgang
FPS Delta
1. Durchgang
FPS Delta
1. Durchgang
1 64 – 0,0 % 50 – 0,0 % 40 – 0,0 % 48 – 0,0 % 63 – 0,0 % 40 – 0,0 %
2 64 – 0,0 % 49 – 2,0 % 37 – 7,5 % 48 – 0,0 % 60 – 4,8 % 40 – 0,0 %
3 54 – 15,6 % 49 – 2,0 % 35 – 12,5 % 48 – 0,0 % 56 – 11,1 % 40 – 0,0 %
4 51 – 20,3 % 49 – 2,0 % 32 – 20,0 % 48 – 0,0 % 41 – 34,9 % 40 – 0,0 %
5 51 – 20,3 % 47 – 6,0 % 32 – 20,0 % 48 – 0,0 % 47 – 25,4 % 39 – 2,5 %
6 52 – 18,8 % 47 – 6,0 % 31 – 22,5 % 48 – 0,0 % 41 – 34,9 % 39 – 2,5 %
7 51 – 20,3 % 47 – 6,0 % 30 – 25,0 % 47 – 2,1 % 48 – 23,8 % 38 – 5,0 %
8 51 – 20,3 % 47 – 6,0 % 30 – 25,0 % 46 – 4,2 % 44 – 30,2 % 38 – 5,0 %
9 51 – 20,3 % 47 – 6,0 % 29 – 27,5 % 46 – 4,2 % 44 – 30,2 % 38 – 5,0 %
10 51 – 20,3 % 47 – 6,0 % 29 – 27,5 % 46 – 4,2 % 49 – 22,2 % 37 – 7,5 %
11 52 – 18,8 % 47 – 6,0 % 29 – 27,5 % 46 – 4,2 % 42 – 33,3 % 37 – 7,5 %
12 51 – 20,3 % 47 – 6,0 % 28 – 30,0 % 45 – 6,3 % 42 – 33,3 % 32 – 20,0 %
13 51 – 20,3 % 47 – 6,0 % 29 – 27,5 % 45 – 6,3 % 42 – 33,3 % 37 – 7,5 %
14 51 – 20,3 % 47 – 6,0 % 28 – 30,0 % 45 – 6,3 % 48 – 23,8 % 36 – 10,0 %
15 51 – 20,3 % 47 – 6,0 % 28 – 30,0 % 45 – 6,3 % 41 – 34,9 % 34 – 15,0 %
16 38 – 40,6 % 47 – 6,0 % 28 – 30,0 % 45 – 6,3 % 41 – 34,9 % 36 – 10,0 %
17 37 – 42,2 % 47 – 6,0 % 28 – 30,0 % 45 – 6,3 % 41 – 34,9 % 19 – 52,5 %
18 37 – 42,2 % 47 – 6,0 % 27 – 32,5 % 45 – 6,3 % 42 – 33,3 % 26 – 35,0 %
19 37 – 42,2 % 47 – 6,0 % 28 – 30,0 % 44 – 8,3 % 41 – 34,9 % 24 – 40,0 %
20 37 – 42,2 % 47 – 6,0 % 28 – 30,0 % 44 – 8,3 % 41 – 34,9 % 27 – 32,5 %

Das Galaxy S8 startet mit einer sehr hohen Leistung in die Dauerbelastung. Ab dem dritten Durchgang knickt die Leistung zunächst leicht um 15,6 Prozent ein. Im vierten Durchgang liegt das Minus bei bereits 20 Prozent. Obwohl schon nach wenigen Durchgängen messbares Throttling einsetzt, liegen die erreichten FPS dank der sehr hohen Ausgangsleistung nach wie vor auf gutem Niveau. Andere High-End-Geräte aus früheren Tests schaffen mit weniger Throttling keine besseren Ergebnisse. Für die nächsten neun Minuten hält das Galaxy S8 die Leistung bei 51 bis 52 FPS und damit über dem Niveau der Konkurrenz. Dann allerdings kommt es zu einem weiteren Leistungsabfall auf erst 38 und dann 37 FPS für den restlichen Verlauf des Tests.

Ähnlich war es auch bereits mit dem Galaxy S7 (edge) passiert, dessen Exynos 8890 zunächst so gut wie gar nicht, zum Ende hin aber deutlich gedrosselt wird. Besser machen es vor allem das OnePlus 3T (Test) und das Google Pixel XL (Test) – beide mit Snapdragon 821 ausgestattet. Hier liegt der Leistungsverlust bei maximal 6 bis 8 Prozent gegenüber dem ersten Durchgang. Ab dem 16. Durchgang übertreffen beide Smartphones das Galaxy S8, das zu Beginn des Tests noch deutlich schneller war.

64 GB schneller UFS-Speicher

Samsung verbaut im Galaxy S8 64 Gigabyte UFS-2.1-Speicher. Das ist eine Verdoppelung des internen Speichers gegenüber dem Vorjahr. Davon bleiben nach der Ersteinrichtung und allen Google-Play-Updates etwa 52,5 Gigabyte für den Nutzer frei – ein guter Wert. Samsung hält sich mit vorinstallierten Anwendungen zurück: Neben den von Google vorgeschriebenen Apps sind aus der Partnerschaft mit Microsoft die Office-Anwendungen Excel, PowerPoint, Word, Skype und OneDrive installiert. Samsung installiert von seinen eigenen Apps nur das absolute Minimum, selbst einen Musik-Player sucht man nach dem ersten Start vergebens, da Samsung aufgrund der vorinstallierten Google-Play-Musik-App darauf verzichtet. Über den App Store von Samsung lassen sich viele der bekannten Samsung-Apps aber nachträglich aufspielen.

Der interne Speicher arbeitet in vielen Situationen extrem schnell. Das lässt sich in Benchmarks wie Androbench feststellen, macht sich aber auch bei der normalen Nutzung im Alltag bemerkbar. App-Startzeiten sind sehr kurz, App-Installationen gehen schnell vonstatten und auch das Kopieren von und auf das Gerät verlangt wenig Wartezeit. Beim sequentiellen Lesen und Schreiben stellt Samsung mit rund 800 MB/s und 200 MB/s neue Spitzenwerte auf. Das wahlfreie Lesen liegt mit rund 130 MB/s ebenfalls auf sehr hohem Niveau – nur das Huawei P10 (Test) ist schneller. Beim wahlfreien Schreiben gibt es keine Verbesserung gegenüber dem Vorjahr: Werte knapp über 15 MB/s erreichen viele günstigere Geräte ebenfalls. Das Spitzenfeld fängt erst bei 60 MB/s und mehr an. Samsung sieht hier wohl keinen besonderen Nutzen für den Anwender im Alltag. Tatsächlich sind wahlfreie Schreibvorgänge im Alltag nicht so relevant für ein schnelles Bediengefühl wie Lesevorgänge.

Die mit dem Galaxy S7 wieder eingeführte Option, den internen Speicher wahlweise per microSD-Karte zu erweitern, bleibt mit dem Galaxy S8 erhalten. Die Speicherkarte wird gemeinsam mit der Nano-SIM-Karte auf einem Schlitten am Kopfende des Smartphones eingeschoben. Der interne Cardreader des Galaxy S8 arbeitet schnell und kommt auf sequentielle Transferraten von 70 MB/s lesend und schreibend. Für den Test wurde eine für bis zu 275 MB/s (lesend) und 100 MB/s (schreibend) spezifizierte SanDisk Extreme Pro mit 64 Gigabyte Kapazität verwendet, die im Testgerät formatiert wird.

Android ohne Bixby

Samsung verknüpft auf dem Galaxy S8 schnelle Hardware mit schneller Software. Im Test kam es zu keinen der früher das eine oder andere Mal festgestellten Verlangsamungen oder gar Rucklern. Samsung liefert das Galaxy S8 noch mit Android 7.0 (Test) aus, während Google selbst auf den Pixel- und Nexus-Geräten bereits bei Version 7.1.2 angekommen ist. Aber beim Sicherheitspatch ist Samsung auf Höhe der Zeit. Mit Stand April 2017 ist das letzte von Google freigegebene Level ab Werk erreicht.

Tasten in richtiger Reihenfolge

Das auf dem Galaxy S8 installierte Android sieht etwas anders aus, als es Nutzer noch vom Galaxy S7 kennen. Samsungs eigene Apps nutzen jetzt einfache Piktogramme für ihre Icons, zudem gibt es erstmals ab Werk keine Taste mehr für den App-Drawer sowie Navigationstasten auf dem Display, da Samsung nicht nur den Home-Button, sondern auch die kapazitiven Tasten den größeren Displays geopfert hat. Das bedeutet im Umkehrschluss aber auch, dass Samsung-Kunden erstmals die Tasten für „Zurück“ und die Übersicht der geöffneten Apps tauschen können. Der Android-Standard setzt „Zurück“ auf die linke Seite und die App-Übersicht auf die rechte, Samsung drehte den Spieß bisher immer um. Das ist standardmäßig auch beim Galaxy S8 der Fall, in einem Untermenü der Geräteeinstellungen lassen sich die Tasten jedoch tauschen.

Android 7.0 mit April-Patch und leicht verändertem Design
Android 7.0 mit April-Patch und leicht verändertem Design

Auf den ab Werk versteckten App-Drawer können Anwender ebenfalls Einfluss nehmen. Samsung hat es aber nicht versäumt, Käufer darauf hinzuweisen, wo sich der App-Drawer beim neuen Modell versteckt. Um den App-Drawer zu öffnen, muss auf dem Homescreen eine kurze Wischgeste nach oben oder unten vollzogen werden. Dieselbe Geste im App-Drawer führt den Anwender wieder auf den Homescreen. Wer möchte, kann sich die altbekannte Taste über die Einstellungen wieder in die untere App-Leiste legen.

Bixby kommt im vierten Quartal

Neben kleineren Design-Anpassungen und neuen Gesten wäre die größte Veränderung an der Software eigentlich Samsungs Assistent Bixby gewesen. Bixby ist aber noch nicht fertig für den deutschen Markt – oder den US-amerikanischen Markt. Genauer gesagt ist Bixby ausschließlich für den südkoreanischen Heimatmarkt fertig geworden. Damit ereilt Samsung ein wenig das gleiche Schicksal wie HTC, die ihren Assistenten Sense Companion ebenfalls nicht rechtzeitig fertig bekommen hatten. Bei Samsung ist die Situation allerdings noch deutlich verzwickter, denn vor dem vierten Quartal dieses Jahres ist nicht mit Bixby in Deutschland zu rechnen. Und ein Quartal später steht bereits das „Galaxy S9“ in den Startblöcken. Bixby ist deshalb definitiv kein Kaufgrund für das Galaxy S8. Die dedizierte Bixby-Taste könnte man bis dahin in Deutschland weglassen. Ohnehin ist diese ständig im Weg und wird mit der Lautstärke verwechselt oder aus Versehen gedrückt.

Homescreen für Assistenten

Vollständig ohne Bixby kommt das Galaxy S8 dann aber doch nicht daher, die Kernfunktion des Assistierens über Sprachbefehle und Sprachausgabe fehlt aber. Bixby zeigt sich zum Beispiel auf einer Google-Now-ähnlichen Seite, die links des ersten Homescreens zu finden ist. Hier gibt es eine tagesaktuelle Übersicht aus Terminen, Wetter, Nachrichten und Erinnerungen. Das Ganze ähnelt sehr stark Google Now und lässt deshalb gleich die Frage aufkommen, ob Samsung tatsächlich etwas besseres auf die Beine stellen kann als Google selbst, das Google Now seit mittlerweile fünf Jahren stetig verbessert. Die Antwort ist so vorhersehbar wie eindeutig: aktuell nein.

Bixby Homescreen für Termine, Wetter, Erinnerungen und Nachrichten
Bixby Homescreen für Termine, Wetter, Erinnerungen und Nachrichten

Bixby ist auch in der Kamera des Smartphones zu finden. Als Bixy Vision kann der Assistent zum Beispiel Barcodes scannen und Produkte aus dem Internet heraussuchen. Selbst ohne Barcodes funktioniert das stellenweise ziemlich gut, indem einfach nur die Verpackung des Produkts fotografiert wird. Ärgerlich ist allerdings, dass Samsung für die Nutzung von Bixby Vision die Registrierung eines Samsung-Kontos voraussetzt. Bei der Tagesübersicht wird solch ein Konto nicht benötigt.

Desktop-Modus mit DeX Station

Das auf dem Galaxy S8 installierte Android ist wandlungsfähig und kann auch als Desktop-Betriebssystem verwendet werden. Ab Werk nur mit dem Galaxy S8 oder Galaxy S8+ funktioniert das zwar noch nicht, mit der als Zubehör für 150 Euro angebotenen DeX Station ist der Einsatz außerhalb der Hosentasche aber möglich. Zum Test des Smartphones war jedoch noch kein Exemplar der DeX-Station verfügbar, einen ersten Eindruck hatte ComputerBase aber Ende März geliefert.

Die DeX Station ist ein USB-Typ-C-Dock mit Anschlüssen für HDMI, 2 × USB Typ A, Fast-Ethernet und Strom. Zum Start von DeX wird der Deckel geöffnet, der anschließend als Lehne für das Smartphone dient. In der Lehne ist ein kleiner Lüfter verbaut, der das Smartphone kühlt, sobald es zu warm wird. DeX unterstützt Monitore mit bis zu Ultra HD, sodass der Leistungsbedarf hoch sein kann. Zur Lautstärke des Lüfters lässt sich aufgrund der lauten Testumgebung noch keine Einschätzung abgeben.

Sobald das Smartphone eingesteckt wird, wacht der angeschlossene Monitor auf und stellt eine Desktop-Oberfläche des Android-Betriebssystems dar. Aus dem App-Drawer auf dem Smartphone wird ein großes Startmenü im Stile von Windows, die Android-Statusleiste wandert in die untere rechte Ecke des Displays und auf dem Desktop können frei Anwendungen abgelegt werden. Samsung DeX ist Multi-Window-fähig und unterstützt auch einen Split-Screen-Modus. Samsung-eigene Apps wie der Browser oder auch die Office-Anwendungen von Microsoft werden im Desktop-Modus mit deutlich mehr Bedienkomfort und Auslegung für Tastatur und Maus gestartet.

Beim Wechsel vom Smartphone zur Nutzung mit DeX Station oder umgekehrt empfiehlt es sich, vorher alle Vorgänge in geöffneten Apps abzuschließen oder zu speichern. Denn wie der Desktop beim Start von DeX kurz per Einblendung hinweist, können geöffnete Apps beim Starten oder Beenden von Samsung DeX potenziell ungefragt beendet werden. Hier hätte Samsung einen Autosave-Modus in DeX integrieren müssen, um Datenverlust im hektischen Alltag zu vermeiden.

Klassische x86-Anwendungen können von Haus aus nicht mit der DeX Station ausgeführt werden. In diesem Punkt unterscheidet sich das System also nicht von Continuum von Microsoft. Über die Dienste von Citrix ist aber die Bereitstellung von virtuellen Anwendungen und Desktops in der Cloud möglich, sodass über die Citrix-App für Android eine virtuelle Maschine mit Windows – im Beispiel Windows 7 – gestartet werden kann, die sich unter Android in den Vollbildmodus versetzen lässt und wie ein Windows-PC agiert. Hier ist die Installation beliebiger Anwendungen möglich.

Citrix für virtuelle Maschine
Citrix für virtuelle Maschine
Windows 7 in der Citrix-App
Windows 7 in der Citrix-App

Neue alte Kamera

Auf dem Papier hat Samsung nichts an der Kamera des Galaxy S8 gegenüber dem Galaxy S7 verändert. Allgemein wurde das Thema Kamera während der Präsentation des neuen Smartphones nur sehr kurz behandelt. In der Tat gibt es bei diesem Aspekt des Galaxy S8 nur wenig Neues zu berichten. Dennoch: Was 2016 sehr gut war, ist auch 2017 noch sehr gut.

Samsung verbaut wieder einen 12-Megapixel-Sensor mit Dual-Pixel-Funktion. Das bedeutet, Samsung kann für jeden Pixel einen Fokuspixel für den Autofokus per Phasenvergleich (PDAF) vorweisen. Das Resultat ist der nach wie vor schnellste Autofokus am Markt. Die Größe der Pixel bleibt mit 1,4 Mikrometer gleich, früher beim Galaxy S6 waren es einmal 1,12 Mikrometer für insgesamt 16 Megapixel. Auch die f/1.7-Blende und der optische Bildstabilisator (OIS) sind wieder mit von der Partie.

Sensoren von Samsung und Sony

Trotz auf dem Papier gleicher Spezifikationen hat Samsung nicht eins zu eins den gleichen Sensor wie im Galaxy S7 verbaut. In den Testgeräten des Galaxy S8 und Galaxy S8+ steckt mit dem S5K2L2 von Samsung LSI der Nachfolger des S5K2L1 des Galaxy S7, S7 edge und Note 7. Da Samsung ein sogenanntes Dual-Sourcing vornimmt, gibt es am Markt auch Geräte mit dem Sony-Sensor IMX333, dem Nachfolger des IMX260, der ebenfalls im Galaxy S7 als Alternative zu Samsung verbaut wurde.

Kameravergleich
Samsung
Galaxy S8/S8+
Samsung
Galaxy S7/S7 edge
Samsung
Galaxy S6/S6 edge/S6 edge+
Hauptkamera Sensor Samsung LSI S5K2L2
Sony IMX333
Samsung LSI S5K2L1
Sony IMX260
Samsung LSI S5K4E6
Sony IMX240
Auflösung 12,0 MP 16,0 MP
Sensorgröße 1/2,5" 1/2,6"
Pixelgröße 1,4 μm 1,12 μm
Sensorformat 4:3 16:9
Blende f/1.7 f/1.9
OIS
Blitz LED
Video 2.160p/30 FPS
1.440p/30 FPS
1.080p/60 FPS
1.080p/30 FPS
720p/30 FPS
480p/30 FPS
Zeitlupe 240 FPS/720p 120 FPS/720p
Frontkamera Auflösung 8,0 MP 5,0 MP
Autofokus ×
Blitz Display ×
Video 1.440p/30 FPS
1.080p/30 FPS
720p/30 FPS
480p/30 FPS
720p/30 FPS

Frontkamera mit Autofokus

Für die vordere Kamera hat Samsung die Auflösung von 5 auf 8 Megapixel bei gleicher f/1.7-Blende angehoben. Erstmals ist zudem die Selfie-Kamera mit einem Autofokus ausgestattet. Wie bisher kann das Display als schwacher Blitz verwendet werden.

Aus drei Bildern wird eins

Der kleine Versionssprung beim Samsung-Sensor geht ohne erkennbare Veränderungen an der Hardware einher. Neu ist allerdings, wie der Sensor aufgenommene Bilder verarbeitet. Samsung erklärt, dass das Galaxy S8 bei Bedingungen wie wenig Licht das abgespeicherte Foto aus bis zu drei Aufnahmen generiert. Das Smartphone soll feststellen können, welche Bildbereiche von welcher Aufnahme die besten sind und diese zu einem finalen Foto zusammenfügen. Der Anwender merkt davon nichts, auf dem internen Speicher landet ohne Verzögerung immer nur ein Foto. Wird der digitale Zoom verwendet, wird das finale Bild aus bis zu fünf Aufnahmen berechnet.

Ersatz für den Home-Button

Das Galaxy S8 ist erneut in circa einer Sekunde einsatzbereit für Fotoaufnahmen. Da es keinen Home-Button mehr für den Schnellstart der Kamera per doppelt Drücken gibt, wird dieser Vorgang jetzt über den An/Aus-Schalter abgewickelt. Das geht beinahe genauso schnell, der Home-Button war aber besser positioniert. Auch an dieser Stelle ist es schade, dass Samsung keinen „Knopf hinter dem Display“ fertigen konnte.

Neue Fotomodi gibt es beim Galaxy S8 nicht, für 99 Prozent der Anwender ist ohnehin der Automatikmodus die beste Wahl, weil er sehr zuverlässig funktioniert und fast immer für eine sehr gute Aufnahme sorgt. Der Autofokus ist rasend schnell, das Auto-HDR wird wenn benötigt zuverlässig aktiviert und allgemein ensteht selbst bei schnellen Schnappschüssen die meiste Zeit über ein besseres Bild als zunächst erwartet. Wer sich etwas Zeit nimmt, den Fokus manuell setzt und die Belichtung anpasst, kann mit dem Galaxy S8 Fotos schießen, die vielen Kompaktkameras der Mittelklasse in Nichts nachstehen. Profis wechseln wahlweise in den manuellen Modus mit RAW-Option.

Samsung Galaxy S8/S8+ im Test – Kamera

Die Fotos des Galaxy S8 punkten mit einem hohen Schärfegrad über die gesamte Bildfläche, einem guten Weißabgleich und intensiven Farben. Gegenüber dem Galaxy S7 konnte der Dynamikumfang leicht verbessert werden. Das könnte an der neuen Bildverarbeitung des Smartphones liegen, definitiv lässt sich das aber nicht sagen. Das iPhone 7 Plus bleibt in dieser Hinsicht der Maßstab. Das gilt auch für das letzte Quäntchen Details bei manchen Nachtaufnahmen. Mit offener Blende und OIS gelingen auch dem Galaxy S8 gute Aufnahmen bei wenig Licht, insbesondere die Bilder 37 und 38 zeigen aber, dass Apple in den besonders schwierigen Situationen besser abschneidet. Das muss nicht immer der Fall sein, wie die Fotos 40 und 41 zeigen.

Samsung wendet darüber hinaus eine weniger starke JPEG-Kompression als die Konkurrenz aus Cupertino an. Die 16 Testaufnahmen belegen etwas mehr als 70 Megabyte bei Samsung, bei Apple sind es trotz identischer Auflösung gerade einmal 40 Megabyte. Das spart zwar Speicherplatz auf dem Smartphone, heutzutage sollte das aber nicht mehr die entscheidende Rolle spielen. Ein Foto in guter Qualität hingegen schon. Und das liefert Samsung wieder einmal in den meisten Situationen. Samsung hat zwar nicht viel an der Kamera des Galaxy S8 verändert, das Smartphone reiht sich aber erneut ganz vorne in puncto Qualität, Geschwindigkeit und Features ein.

Keine Akku-Experimente

Das Thema Akku geht Samsung beim Galaxy S8 vergleichsweise konservativ an. Das Galaxy S8 ist aus volumetrischer Sichtweise kleiner als das Galaxy S7, dennoch konnte der Akku mit 3.000 mAh (11,55 Wh) beibehalten werden. Das Galaxy S8+ ist mehr als 12 Prozent größer als das Galaxy S7 edge, dennoch bringt es der Akku auf nur noch 3.500 mAh (13,48 Wh) statt zuvor 3.600 mAh (13,86 Wh). Samsung will dieser Entwicklung unter anderem mit dem effizienteren 10-nm-Prozessor entgegenwirken.

Klinke, USB Typ C und Mono-Lautsprecher
Klinke, USB Typ C und Mono-Lautsprecher

Im Alltag gibt es keine Unterschiede zu den beiden früheren Modellen. Galaxy S8 und Galaxy S8+ sind auch bei intensiver Nutzung (wenig Spiele) zuverlässige Begleiter für einen vollen Tag – nicht mehr und nicht weniger. Mit beiden Geräten war eine Nutzungszeit von circa 26 Stunden im Test möglich, bevor die Geräte bei 2 bis 3 Prozent Restladung wieder an das Netzteil angeschlossen wurden. Im Test waren vier E-Mail-Konten (1 × Gmail, 3 × IMAP) mit 15-Minuten-Intervall, Facebook, Facebook Messenger, Twitter und ein Slack-Konto auf den Geräten eingerichtet. Dazu kamen eine intensive Nutzung des Chrome-Browser sowie gelegentlich auch YouTube und selten ein Spiel.

Gleich auf mit dem Galaxy S7

In den Benchmarks gibt es kleinere Verbesserungen und Verschlechterungen gegenüber dem Galaxy S7. Der PCMark simuliert sehr gut eine durchgehende Nutzung des Smartphones mit üblichen Aufgaben, die unter Android anfallen. Dazu zählen das Surfen im Netz über Android WebView, die Offline-Videowiedergabe mittels nativer Android MediaPlayer API, das Schreiben und Bearbeiten von Text mit Android EditText sowie das Öffnen, Bearbeiten und Abspeichern von Fotos. In diesem Test landet das Galaxy S8 eine Stunde oder 13 Prozent vor dem Galaxy S7. Das Galaxy S8+ kommt an das Galaxy S7 edge heran, kann es aufgrund des etwas kleineren Akkus aber nicht überholen. Beide Werte sind gut, aber nicht gut genug für das Spitzenfeld, das ab dem Xiaomi Redmi 3 beginnt und vom Lenovo Moto Z Play sowie dem LG X Power gekrönt wird.

Im Videomodus mit SoC-Vorteil

Etwas besser sieht es für beide Geräte im YouTube-Test aus, der über im selben Raum des Smartphones betriebenes 5-GHz-WLAN ein 720p-Video bei 200 cd/m² in Dauerschleife abspielt. Mit über 12 Stunden hält das Galaxy S8 gut 80 Minuten länger als noch das Galaxy S7 durch. Das Galaxy S8+ landet mit 13 Stunden ziemlich genau auf Höhe des Galaxy S7 edge. Hier macht sich in der Tat das neue System-on-a-Chip positiv bemerkbar, das eine wenig fordernde Aufgabe wie YouTube ausschließlich mit aktivierten Cortex-A53-Kernen abwickelt und auch über den 10-nm-Fertigungsprozess Energie spart. Trotz des gleich großen Akkus schneidet das Galaxy S8 hier besser ab, das Galaxy S8+ mit kleinerem Akku immerhin gleich gut wie das Galaxy S7 edge. Ganz vorne im Feld steht aber wieder das Lenovo Moto Z Play (Test) und das LG X Power.

Schnelles (kabelloses) Aufladen

Sind die Akkus der Smartphones einmal leer, können sie in rund 90 (Galaxy S8) und 100 Minuten (Galaxy S8+) wieder geladen werden. Erstmals verwendet Samsung bei einem Flaggschiff USB Typ C als Verbindung zum Netzteil und PC, nachdem das Galaxy Note 7 frühzeitig eingestellt wurde. An seinem „Adaptive Fast Charging“ hat Samsung nichts gegenüber dem Galaxy S7 verändert, nur die Ladegeräte und Kabel sind jetzt schwarz statt weiß. Das Netzteil hat zwei Lademodi mit entweder 10 Watt (5,0 V/2,0 A) oder 15,03 Watt (9,0 V/1,67 A). Die ersten 80 Prozent lädt das Netzteil schnell in circa einer Stunde, bis zum vollständigen Aufladen vergeht zum Schluss etwas mehr Zeit.

Alternativ zum kabelgebundenen Laden besteht auch wieder die Option des kabellosen Ladens über Samsungs eigene Ladepads oder das eines Drittherstellers mit Qi-Standard. Mit einem aktuellen Ladepad von Samsung lässt sich das Galaxy S8 laut Aussage des Herstellers in rund zwei Stunden kabellos aufladen.

Gigabit-LTE von Samsung und Qualcomm

Da je nach Region ein anderes System-on-a-Chip im Galaxy S8 verbaut ist, kommen unterschiedliche Modems von Samsung und Qualcomm zum Einsatz. In puncto Leistungsfähigkeit gibt es glücklicherweise keine Unterschiede zwischen Samsungs Modem-Eigenentwicklung im hierzulande angebotenen Exynos 9 (8895) und dem X16-Modem des Snapdragon 835, der unter anderem in den USA im Galaxy S8 verbaut ist.

Integriertes Gigabit-Modem für LTE Advanced Pro
Integriertes Gigabit-Modem für LTE Advanced Pro (Bild: Samsung)

Beide Modems sind für einen LTE-Downstream von bis zu 1 Gbit/s spezifiziert, während der Upstream mit maximal 150 Mbit/s möglich ist. Diese maximalen Transferraten werden bei beiden Herstellern durch die Zusammenlegung mehrerer Frequenzblöcke (Carrier Aggregation) erreicht. Im Berliner Stadtgebiet sowie im Rhein-Main-Gebiet waren im Netz der Deutschen Telekom bei gutem Empfang durchaus Transferraten von 150 bis 200 Mbit/s im Downstream sowie 50 Mbit/s im Upstream möglich.

Gute Telefonie-Qualität

An den Telefonie-Qualität gab es im Test nichts auszusetzen. Die Smartphones wurden für Telefonate ins Festnetz von Vodafone und der Deutschen Telekom sowie in die Mobilfunknetze von Telefónica und der Deutschen Telekom verwendet – jeweils ohne Aussetzer oder außergewöhnlich Vorkommnisse. Bei mehreren Telefonaten von Deutscher Telekom zu Deutscher Telekom konnte eine sehr gute Verbindungs- und Sprachqualität mit HD Voice getestet werden. Auch bei Bluetooth-Verbindungen über das LG HBS-850 kam es zumindest bei Telefonaten nie zu Problemen. Beim Abspielen von Musik gab es gelegentlich den ein oder anderen Aussetzer, das iPhone 7 Plus schneidet in diesem Punkt einen Hauch besser ab. Das Galaxy S8 unterstützt Bluetooth 5.0 mit Dual-Connectivity und kann zwei Geräte gleichzeitig bespielen. Dem Galaxy S8 liegen gute Kopfhörer von AKG bei, die Samsung einzeln für 100 Euro verkauft.

Neuer WLAN-Rekord

Per WLAN angebunden sind in 5-GHz-Netzen schnelle Transferraten mit dem ac-Standard möglich. An zwei Routern in kurzer und weiter Entfernung getestet, erreicht das Galaxy S8 jeweils Spitzenwerte. Über einen Asus-Router im selben Zimmer des Smartphones wurden im Test knapp 73 MB/s erreicht, zwei Zimmer weiter waren es über einen Asrock-Router noch gut 31 MB/s. Zumindest auf der Kurzstrecke agiert das Galaxy S8 auch in 2,4-GHz-Netzen noch sehr schnell: 16 MB/s wurden gemessen. Auf der Langstrecke bricht das Smartphone dann allerdings ein und kommt auf nur noch magere 3 MB/s. Selbst günstigere Geräte von HTC und Huawei schneiden besser ab.

1 GByte (1.024 MByte) Dateiübertragung per WLAN
Samsung
Galaxy S8
Samsung
Galaxy S8+
Lenovo
Moto G5
Lenovo
Moto G5 Plus
Huawei
P10
Huawei
P8 Lite 2017
HTC
U Play
WLAN 2,4 GHz b/g/n
5,0 GHz a ×
ac × × ×
Asus RT-AC68* 2,4 GHz m:s 1:04 1:07 2:40 2:41 1:38 2:43 2:43
MB/s 16,00 15,28 6,40 6,36 10,45 6,28 6,28
5,0 GHz m:s 0:14 0:15 1:17 1:15 0:29 × 0:32
MB/s 73,14 68,27 13,30 13,65 35,31 × 32,00
ASRock AC2600** 2,4 GHz m:s 5:32 5:39 11:48 12:36 9:40 3:01 2:27
MB/s 3,08 3,02 1,45 1,35 1,77 5,66 6,97
5,0 GHz m:s 0:33 0:35 1:47 2:51 4:28 × 0:47
MB/s 31,03 29,26 9,57 5,99 3,82 × 21,79
*Im selben Zimmer, ca. 90 Zentimeter Abstand
**Zwei Zimmer weiter durch Rigipswände getrennt, ca. 10 Meter Abstand
✓ = ja / × = nein

Fazit

Mit dem Galaxy S8 baut Samsung seine Spitzenposition weiter aus. Beide Geräte beweisen, dass Samsung seine Fertigungsfähigkeiten über die letzten Jahre deutlich ausbauen konnte. Dominierendes Bauteil der aktuellen Serie ist ohne Zweifel das gebogene und abgerundete Display, das die weitere Form des Smartphones vorgibt.

Das hervorragende AMOLED-Display integriert Samsung beinahe rahmenlos in ein hochwertiges Gehäuse aus Glas und Aluminium. An der Verarbeitung gibt es nichts auszusetzen. Die Ergonomie stellt Samsung diesmal allerdings hinten an, insbesondere beim Galaxy S8+, dessen Fingerabdrucksensor sich im Alltag nicht mehr bedienen lässt. Auch beim kleinen Galaxy S8 ist die Position ungünstig und wirkt wie hastig zusammengeschustert. Iris- und Gesichts-Scanner nerven trotz hoher Erkennungsrate bei der Nutzung im Alltag, worunter letzten Endes die Sicherheit der Geräte leidet.

Galaxy S8 neben Galaxy S8+
Galaxy S8 neben Galaxy S8+

Auf den neuen Assistenten Bixby war Samsung während der Präsentation des Galaxy S8 besonders stolz. Die Idee eines eigenen Assistenten ist per se nicht schlecht, fraglich ist aber, ob sich ein weiteres System neben dem Google Assistant und Amazon Alexa durchsetzen kann. Wenn es ein Hersteller außerhalb des Amazon-Apple-Google-Imperiums schaffen kann, dann Samsung. Dazu hätte es aber einen zeitnahen Markstart in mehreren Ländern gebraucht, jetzt können aber nicht einmal die USA Bixby nutzen. Deutschland wird sogar erst gegen Ende des Jahres den Assistenten nutzen können. Bis dahin kann man sich an der schlecht platzierten Bixby-Taste stören.

Die schlecht umgesetzten Sicherheitsfunktionen und der fehlende Bixby-Assistent sind die einzigen beiden größeren Kritikpunkte am Galaxy S8. Davon abgesehen baut Samsung ein sehr gutes Smartphone, das 2017 zu den beliebtesten Geräten am Markt zählen wird. Dafür sorgen neben Display, Design und der Top-Verarbeitung auch die sehr gute Kamera, der pfeilschnelle Exynos-Prozessor, gute Akkulaufzeiten, die vielen unterstützten Übertragungsstandards sowie kleine Features wie die IP68-Zertifizierung oder der erweiterbare und dennoch von 32 auf 64 Gigabyte verdoppelte Speicher.

Im High-End-Segment verdient sich deshalb das kleinere Galaxy S8 eine Empfehlung, nicht aber das Galaxy S8+, dessen fehlende Ergonomie im Alltag immer wieder stört. Abgesehen von der Größe des Displays und Akkus gibt es keine technischen Unterschiede zwischen den beiden Geräten. Kleiner ist diesmal besser.

Samsung Galaxy S8
Produktgruppe Smartphones, 19.04.2017
  • Display++
  • Leistung Produktiv++
  • Leistung Unterhaltung++
  • Laufzeit+
  • Verarbeitung++
  • ausgezeichnetes AMOLED-Display
  • hervorragende Verarbeitung
  • futuristisches Doppel-Curved-Design
  • gute Ergonomie
  • IP68 gegen Wasser und Staub
  • bei Tag und Nacht sehr gute Kamera
  • gute Akkulaufzeiten
  • sehr schneller Exynos 9 (8895)
  • interner und externer Speicher schell
  • Speicher erweiterbar
  • Android mit neuestem Patch-Level
  • gute Telefonie-Qualität
  • Gigabit-LTE für die Netze der Zukunft
  • extrem schnelles WLAN auf 5 GHz
  • endlich USB Typ C für das Galaxy S
  • Position des Fingerabdrucksensors
  • Iris/Gesichts-Scanner nervig im Alltag
  • kein deutsches Bixby zum Marktstart
  • Bixby-Taste ungünstig platziert
  • Nur Mono-Lautsprecher
  • Android noch bei Version 7.0
ComputerBase-Empfehlung für Samsung Galaxy S8
Samsung Galaxy S8+
Produktgruppe Smartphones, 19.04.2017
  • Display++
  • Leistung Produktiv++
  • Leistung Unterhaltung++
  • Laufzeit+
  • Verarbeitung++
  • ausgezeichnetes AMOLED-Display
  • hervorragende Verarbeitung
  • futuristisches Doppel-Curved-Design
  • IP68 gegen Wasser und Staub
  • bei Tag und Nacht sehr gute Kamera
  • gute Akkulaufzeiten
  • sehr schneller Exynos 9 (8895)
  • interner und externer Speicher schell
  • Speicher erweiterbar
  • Android mit neuestem Patch-Level
  • gute Telefonie-Qualität
  • Gigabit-LTE für die Netze der Zukunft
  • extrem schnelles WLAN auf 5 GHz
  • endlich USB Typ C für das Galaxy S
  • Position des Fingerabdrucksensors
  • Iris/Gesichts-Scanner nervig im Alltag
  • kein deutsches Bixby zum Marktstart
  • Bixby-Taste ungünstig platziert
  • Nur Mono-Lautsprecher
  • Android noch bei Version 7.0

Preis & Verfügbarkeit

Samsung Galaxy S8 und Galaxy S8+ können seit dem 29. März bis zum 19. April über den Online-Shop von Samsung vorbestellt werden und sollen ab dem 28. April verfügbar sein. Ab dem 28. April werden beide Smartphones auch im regulären Handel erhältlich sein. Für den deutschen Markt werden die Farben Midnight Black, Orchid Grey und Arctic Silver zur Auswahl stehen. Die unverbindliche Preisempfehlung des Galaxy S8 liegt bei 799 Euro, für das größere Galaxy S8+ ruft Samsung 899 Euro auf.

Antworten auf Leserfragen

Elf Tage vor der Veröffentlichung des Tests zum Samsung Galaxy S8 und Galaxy S8+ hatte die Redaktion die Leserschaft gefragt, welche Fragen zum Smartphone im Test beantwortet werden sollen. Das Feedback im Forum förderte mehr als einhundert Fragen zutage, auf die im Folgenden zum Großteil eingegangen wird.

Keine Drop- und Kratzertests

Alle gestellten Fragen ließen sich aus mehreren Gründen nicht beantworten. Zum einen wurde des Öfteren der Wunsch nach einem Droptest oder Tests zur Kratzbeständigkeit des Smartphones geäußert. Beides lässt sich mit Leihgeräte von Samsung nicht realisieren. Auch Dauertests wie 500 Ladezyklen des Akkus konnte nicht nachgekommen werden, da dies zu viel Zeit in Anspruch genommen hätte.

Manche Sonderwünsche wie Telefonie-Tests unter Laborbedingungen können mangels entsprechender Ausstattung nicht befriedigt werden. Das Thema Telefonie wurde jedoch von der Alltagserfahrung ausgehend im Test behandelt. Das gilt auch für viele Fragen rund um das Thema Throttling des System-on-a-Chips, dem ein großer Abschnitt gewidmet wurde. Bereits im Test beantwortete Fragen werden hier nicht erneut behandelt.

Wie klingen die Kopfhörer, wie klingt es an besseren Kopfhörern, wie kommt das S8 mit hochauflösenden Flac Dateien zurecht?

Darklordx

Die von Samsung beigelegten AKG-Kopfhörer klingen überdurchschnittlich gut im Vergleich zu anderen beigelegten Kopfhörern. Nach persönlicher Einschätzung sind sie vergleichsweise neutral abgestimmt. An besseren Kopfhörern konnte das Galaxy S8 bisher nicht getestet werden. FLAC-Dateien werden problemlos von Samsungs Musik-Player als auch von Google Play Musik abgespielt.

Kommt es häufiger zu Fehleingaben gegenüber vorher und durch den größeren Bildschirm und die abgerundeten Seiten? Ist eine Einhandbedienung möglich? Kann man das Gerät über die Vorderseite aufwecken oder muss man es in die Hand nehmen? DoubleTap-Wakeup oder ähnliches? Wird das Gerät durch induktive Ladung wärmer oder heißer als über den USB-C Port? Des Weiteren interessieren mich die Energiesparmodi. Kann man die CPU-Leistung einschränken z.B. für Navigation. Wie machen sich diese in der Laufzeit bemerkbar?

Vanilla2001

Es kommt weniger häufig zu Fehleingaben als noch beim Galaxy S7 edge, da das Display links und rechts nicht mehr ganz so stark gebogen ist. Ein flaches Display bleibt aber überlegen. Man kann das Galaxy S8 über den in das Display integrierten Home-Button aufwecken, aber nicht entsperren. Double-Tap-Wakeup wird nicht unterstützt. Das induktive Laden konnte bisher nicht getestet werden. Es gibt zwei Energiesparmodi: Mittel und Max. Mittel verringert die Display-Helligkeit um 10 Prozent, setzt die Auflösung auf FHD+, drosselt die CPU, schaltet die Hintergrundnetznutzung aus und deaktiviert das Always-on-Display. Max setzt darüber hinaus die Auflösung auf HD+. Neue Akkutests mit diesen Modi wurden noch nicht durchgeführt.

Wie zuverlässig ist die Gesichtserkennung zum Entsperren und vor allem, wie leicht lässt sie sich überwinden?

lejared

Bei wenig Licht oder gar im dunklen Zimmer funktioniert die Gesichtserkennung nicht mehr. Im Test konnte die Gesichtserkennung nicht mit einem Foto der im Gerät hinterlegten Person entsperrt werden. Das bedeutet aber nicht, dass dies nicht möglich wäre, wie dieses Video zeigt. Zum Marktstart des Galaxy S8 wird es ein Update mit mehr Optionen für die Gesichtserkennung geben. Anwender können dann zwischen einer schnellen oder langsamen Gesichtserkennung wählen, die weniger oder mehr Sicherheit bietet.

Finde es auch wichtig, dass man echt mal was dazu sagt, wie es sich im Alltag macht, wenn man das Handy einhändig bedienen möchte.

getexact

Die vollständig einhändige Bedienung ist weder mit dem kleinen und erst recht nicht mit dem großen Galaxy S8 möglich. Das kleine Modell lässt sich immerhin in der unteren Displayhälfte auf voller Breite bedienen. Um den oberen Bereich des Displays zu erreichen, benötigt man fast immer eine zweite Hand.

Mich würde interessieren, wie sich das Teil über die DeX Station in einem Firmennetzwerk (sprich Domäne) nutzen lässt.

h00bi

Testgeräte der DeX Station stehen zum aktuellen Zeitpunkt noch keiner Redaktion zur Verfügung. Ein Test der DeX Station ist aber geplant.

Ich würde gerne mal einen Test sehen, wie störend die Edge-Kanten bei Lichteinfall sind. Sprich: Wie stark wird beispielsweise Sonnenlicht an der Kante gebrochen und ist daher störend bei der Bedienung im Vergleich zu normalen Displays.

IrontigerX

In der Tat kommt es aufgrund der leichten Rundung zur linken und rechten Seite hin und wieder zu Reflexionen, die sich meist in einem vertikalen Streifen zeigen, der an der Geräteseite verläuft. Farbverfälschungen durch Lichtbrechung konnten im Test nicht beobachtet werden, lassen sich aber sicherlich mit dem passenden Inhalt provozieren. Ein flaches Display hat solche (kleineren) Probleme nicht.

Also mich würde interessieren, wie oft dieses glasige Ding aus der Hand rutscht. Das war beim S6 übel fand ich.

FatBaron

Das Galaxy S8/S8+ ist ein vergleichsweise rutschiges Gerät. Das liegt zum einen an der Bauweise aus viel Glas, aber auch dem schlanken Profil, das nur wenig Grifffläche bietet. Das Glas hat zudem den Nachteil, das es auch auf nur leicht abschüssigen Flächen schnell zu rutschen anfängt. Im Test ist das Gerät das ein oder andere Mal vom Sofa gerutscht.

Ich würde mir einen Überblick über die installierte Software wünschen. Welche Programme gehören mit dazu und was können sie?

Faust2011

Samsung installiert auf dem Galaxy S8 nicht sonderlich viele Anwendungen ab Werk. Neben den eigenen Apps kommen die vorgegebenen Anwendungen von Google hinzu sowie die aus der Partnerschaft mit Microsoft. Von den 64 GB Speicher bleiben nach der Ersteinrichtung noch 52,9 GB frei. Folgende Apps – teils selbsterklärende – sind im Detail vorinstalliert.

  • Microsoft Word – Textverarbeitungsprogramm
  • Microsoft Excel – Tabellenkalkulation
  • Microsoft PowerPoint – Präsentationen ansehen und erstellen
  • Microsoft OneDrive – Cloud-Speicher
  • Microsoft Skype – VoIP-Anwendung
  • Samsung Connect – App zur Steuerung aller Samsung Smart-Home-Geräte
  • Eigene Dateien – Dateimanager mit Zugriff auf Ordner
  • Galaxy Apps – Samsungs App Store
  • Chrome – Googles Browser
  • Facebook – Soziales Netzwerk
  • Galerie – Fotos und andere Bilder
  • Gmail – E-Mail-App von Google
  • Google-App – Google-Suche
  • Kalender
  • Kamera
  • Kontakte
  • Google Maps – Karten-App und Navigation
  • Nachrichten – Samsungs SMS-App
  • Google Play Store
  • Sicherer Ordner – Ordner mit Passwort oder biometrischer Sperre erstellen
  • Telefon
  • Uhr
  • YouTube – Online-Videodienst

Genauer auf etwaige Edge-Funktionen eingehen.

Averomoe

Zu den Edge-Funktionen zählen zum einen die Seiten-Paneele und zum anderen das Seitenlicht. Die Seiten-Paneele können über eine Art Lasche im rechten Bereich des Displays geöffnet werden. Die Lasche lässt sich aber auch an anderer Positionen auf der rechten oder linken Seite befestigen. Seiten-Paneele sind mit Schnellverknüpfungen zu beliebten Apps und Themen vergleichbar. Es lassen sich dort beliebte Apps, Kontakte, das Wetter, Nachrichten oder auch Kalendereinträge ablegen. Ein Seiten-Paneel ist immer für nur eine Kategorie vorgesehen, also zum Beispiel das Wetter oder wichtige Kontakte. Per Wischgeste lässt sich durch die Paneele blättern. Das Seitenlicht bringt die Displayränder bei eingehenden Benachrichtigungen zum Leuchten.

Einschaltdauer in Sekunden bis das S8 komplett flüssig läuft. Und Neustart-Dauer in Sekunden.

Anficht

Das Galaxy S8 startet innerhalb von 19 Sekunden, danach sollte man dem Geräte noch etwa 5 bis 10 Sekunden für das Abrufen von Hintergrunddiensten geben. Für einen Neustart benötigt das Galaxy S8 rund 21 Sekunden.

Wie gut passt es in die Hosentasche?

Mar1u5

Beide Geräte passen vollständig in eine handelsübliche Levis-Jeans. Das Galaxy S8+ macht sich aber vor allem beim Sitzen deutlicher bemerkbar. Das Galaxy S8 schneidet hier klar besser ab.

Der Transfer-Speed vom Smartphone zum Rechner würde mich interessieren - auch ob es einen Unterschied gibt, falls man z.B. ein gemachtes Video vom internen Speicher oder von einer schnellen microSD auf den Rechner (natürlich mit USB 3.1 und NVMe-SSD ausgerüstet) kopieren will.

Rickmer

Das USB Typ C des Galaxy S8 nutzt USB 3.1 Gen1 und entspricht damit USB 3.0. Mit einem gleich ausgestatteten Rechner konnte eine 1 GByte große Testdatei innerhalb von 28 Sekunden vom internen Speicher des Smartphones auf den Rechner übertragen werden. Das entspricht einer Transferrate von etwa 36,6 MB/s. Der Cardreader des Galaxy S8 liest und schreibt mit rund 70 MB/s und stellt somit keinen Flaschenhals dar.

Ich würde mir einen Benchmark im Spiel Asphalt 8 wünschen. Das hat bei meinem S5 ordentlich geruckelt, beim S7 edge war es um einiges besser aber es gab immer noch ab und zu Framedrops. Deshalb wäre ich sehr daran interessiert, wie flüssig es sich beim neuen Galaxy darstellen lässt.

AedisToru

Asphalt 8 läuft auf höchster Qualitätsstufe durchweg gut, aber gefühlt nicht immer mit 60 FPS. Auf der standardmäßig einstellten mittleren Stufe läuft das Spiel besser. Genaue FPS konnten bei den Testgeräten allerdings nicht ermittelt werden. Fest steht aber nach dem Test, dass das Galaxy S8 bei aufwendigen Titeln durchaus über 60 FPS erreicht, nach circa einer Viertelstunde aber die Leistung um bis zu 40 Prozent reduziert.

Funktionieren der Iris-Scanner und die Gesichtserkennung auch im Dunkeln bzw. low light?

permhead

Der Iris-Scanner funktioniert auch in einem vollständig abgedunkelten Zimmer. Die Gesichtserkennung hat im Test hingegen maximal bei wenig Licht noch zuverlässig gearbeitet.

Auch wäre eine kurzes Eingehen auf die Reparierbarkeit super.

Nikolaus117

Die Bastelprofis von iFixit haben das Galaxy S8 und das Galaxy S8+ mittlerweile auseinander genommen. Mit vier von maximal zehn möglichen Punkten bei der Reparierbarkeit schneiden die Geräte vergleichsweise schlecht ab. Bemängelt werden vor allem das gebogene Glas, bei dessen Tausch häufig das Display beschädigt wird, sowie der Starke Kleber, der beide Glasseiten mit dem Alurahmen verbindet. Ist diese Hürde erst einmal genommen, kann der Akku immerhin getauscht werden. iFixit lobt den modularen Aufbau des Smartphones, der den Austausch vieler einzelner Komponenten ermöglicht.

Wie gut/effizient wird der Arbeitsspeicher gebraucht? Testbar zum Beispiel mit dem Start von mehreren Apps nacheinander. Kann das Handy die Apps im RAM halten oder müssen sie neu geladen werden?

heubergen

Nach 25 gestarteten Apps konnte im zuerst geöffneten Google Chrome ohne Neuladen noch auf der geladenen Seite gesurft werden. Zu diesem Zeitpunkt waren gut 2,7 GB des insgesamt 4 GB großen Arbeitsspeichers belegt.

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