Grafikkarten: Benchmarks & Methodik (2017)

Wolfgang Andermahr 9 Kommentare
Grafikkarten: Benchmarks & Methodik (2017)

Alle Informationen zur einheitlichen Testmethodik für AMD- und Nvidia-Grafikkarten seit April 2017. Neben dem Testsystem stehen die Benchmarks im Vordergrund. Dabei werden auch die für die Tests durchgeführten Messungen für die Lautstärke, Leistungsaufnahme und Temperatur sowie neue Testreihen nachvollziehbar erläutert.

Die Grafikkarten-Tests 2017

Der Markt der Grafikkarten verändert sich ständig. Schon nach einem Jahr ist so gut wie nichts mehr aktuell. Das gilt nicht nur für die Grafikkarten selbst, sondern auch für die Art, wie moderne 3D-Beschleuniger getestete werden sollten. Nur, wenn diese Testmethoden ständig aktualisiert werden, können korrekte Empfehlungen ausgesprochen werden.

Im Folgenden wird Einblick in die einheitliche Testmethodik für AMD- und Nvidia-Grafikkarten, wie sie seit April 2017 zum Einsatz kommt, gegeben. Neben den angepassten Benchmarks stehen auch die neuen Testverfahren im Mittelpunkt.

Das Testsystem mit 6 CPU-Kernen

Der Test zu den neuen AMD-Prozessoren Ryzen 7 1800X, 1700X und 1700 hat gezeigt, dass vier CPU-Kerne in modernen Spielen oft nicht mehr die beste Lösung darstellen. Entsprechend setzt ComputerBase erstmals in einem Grafikkarten-Testsystem auf einen Prozessor mit sehr Kernen: Den Intel Core i7-6850K. Darüber hinaus wurden alle Kerne auf 4,3 GHz übertaktet. Pro Kern ist die Rechenleistung damit zwar unterhalb des alten Testsystems angesiedelt. In neuen Spielen ist die Endleistung dennoch oft höher. Zudem gibt es bei Tests mit zwei Grafikkarten als CrossFire- oder SLI-System den Vorteil, dass beide GPUs mit den vollen 16 PCIe-Lanes an das Mainboard angebunden sind. Zuvor waren es in dieser Konstellation nur jeweils acht Lanes.

Erwähnenswert ist eine Änderung bei den Kühlern. Als CPU-Kühler dient weiterhin der Noctua NH-D15S mit einem 150-mm-Lüfter. Als Gehäuse kommt weiterhin das Fractal Design Define R5 mit zwei 140-mm-Lüfter zum Einsatz. Jedoch arbeiten alle drei Lüfter normalerweise mit jeweils 1.000 Umdrehungen in der Minute und sind entsprechend laut – da bringt dann auch die leiseste Grafikkarte nichts mehr. Entsprechend wurde die Drehzahl aller drei Lüfter auf jeweils 800 Umdrehungen reduziert. Das verringert neben der Lautstärke auch die Kühlleistung und damit wird es auch für die Grafikkartenkühler schwerer, selbst eine geringe Drehzahl zu halten. Allerdings ist im Testsystem eine leise Grafikkarte dann auch wirklich leise.

Komponente
Prozessor Intel Core i7-6850K, übertaktet per Multiplikator auf 4,3 GHz
CPU-Kühler Noctua NH-D15S (150 mm bei ~800 U/Min.)
Motherboard Asus ROG Strix X99 Gaming (Intel X99)
Arbeitsspeicher 4 x 4.096 MB G.Skill RipJaws 4, DDR4-3.000, 15-15-15-35-1T
Netzteil SuperFlower Leadex Gold (750 Watt, Semipassiv-Betrieb, 80 Plus Gold)
SSD Mushkin Reactor mit 1.000 GB, (Windows und Benchmarks)
Crucial MX200 mit 1.000 GB, (Benchmarks)
Gehäuse Fractal Design Define R5
Lüfter 2 x 140-mm-Lüfter, 800 U/Min. an der Vorder- und Rückseite

Auch ein AMD Ryzen 7 1800X mischt mit

AMD hat mit der Zen-Architektur wieder konkurrenzfähige Prozessoren. In großen Launch-Reviews spielt daher von nun an auch ein Ryzen 7 1800X mit acht Kernen eine Rolle. Dieser wird auf 4.050 MHz übertaktet und muss dann zeigen, in wie weit die Spiele-Performance auf der zu testenden Grafikkarte mit der des Intels-Prozessor mithalten kann. Das gilt hinweg über alle Auflösungen.

Komponente
Prozessor AMD Ryzen 7 1800X, übertaktet per Multiplikator auf 4,05 GHz
CPU-Kühler Noctua NH-U14S (140 mm bei ~1.000 U/Min.)
Motherboard Asus ROG Crosshair VI Hero (AMD X370), BIOS 1107
Arbeitsspeicher 2 x 8.192 MB G.Skill Trident Z , DDR4-3.200, 16-15-15-35-1T
Netzteil SuperFlower Leadex Gold (750 Watt, Semipassiv-Betrieb, 80 Plus Gold)
SSD Crucial MX200 mit 480 GB
Gehäuse Fractal Design Define R5
Lüfter 2 x 140-mm-Lüfter, 800 U/Min. an der Vorder- und Rückseite

Die Grafikkarten-Treiber

Die Treiber spielen bei Grafikkarten-Tests immer eine wichtige Rolle. Welche Versionen bei welchem 3D-Beschleuniger eingesetzt werden, verrät folgende Tabelle.

Version
Grafikkarten-Treiber AMD Crimson 17.3.3
AMD Crimson 17.4.1 (RX 560, RX 570, RX 580)
AMD Crimson 17.7.2 Beta (RX Vega 64, RX Vega 56)
Nvidia GeForce 378.92
Betriebssystem Microsoft Windows 10

Die Auflösungen und die Grafik-Details

Alle Benchmarks werden mit den in den (weiter hinten folgenden) Abschnitten aufgelisteten Details ausgeführt. Das Ziel ist es, die Grafikkarte möglichst hoch zu belasten, generell aber auch ein flüssiges Spielen zu erlauben. Als Auflösungen kommen 1.920 × 1.080, 2.560 × 1.440 sowie 3.840 × 2.160 (je nach Geschwindigkeit der Grafikkarte) zum Einsatz.

Um keine unspielbaren und damit unrealistischen Messwerte zu erhalten, dient die GeForce GTX 1080 Founders Edition als Messlatte. Diese soll in 1.920 × 1.080 rund 60 FPS erreichen. In 2.560 × 1.440 sind etwa 45 FPS anvisiert und in 3.840 × 2.160 35 FPS. Entsprechend werden die Detailstufen reduziert.

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