Steam Geschenke: Valve erschwert Resellern durch Änderungen die Arbeit

Max Doll 93 Kommentare
Steam Geschenke: Valve erschwert Resellern durch Änderungen die Arbeit
Bild: FutUndBeidl | CC BY 2.0

Valve nimmt weitere Änderungen an der Geschenkfunktion auf Steam vor. Ab sofort müssen Spiele, die auf Steam als Geschenk gekauft werden, schon beim Kauf verschenkt werden. Damit entfällt die Möglichkeit, die Titel vor dem Verschenken im Inventar des Nutzerkontos zu lagern. Vorteile zieht daraus vor allem Valve.

Diese Änderung soll es, schreibt Valve, Nutzern „einfacher machen, Spiele mit Ihren Freunden zu teilen“. Aus diesem Grund müssen Geschenke nun schon beim Kauf vom Käufer zu einem Empfänger geschickt werden. Eine Verschenkung per E-Mail oder die Aufbewahrung von Geschenken im Inventar ist in diesem System nicht mehr vorgesehen.

Neues System soll Vorteile bieten

Laut Valve bietet das neue System drei Vorteile: Es geht mit einer Terminplanung von Geschenken einher. Auf diese Weise können Geschenke „Monate im Voraus“ erworben, aber erst an einem Wunschtermin zugestellt werden. Der Kaufbetrag eines Geschenks, das der Empfänger ablehnt, wird dabei automatisch zurückerstattet.

Außerdem sei sichergestellt, dass „Geschenke immer auf dem Account des Empfängers funktionieren“, weil etwaige Regionsbeschränkungen schon vor dem Kauf bei Angabe des Empfängerkontos angezeigt würden. Tatsächlich hat Valve schon vor zwei Jahren die Verschenkung von Spielen aus Regionen mit besonders schwachen Währungen unterbunden. Das System scheint nun aber ausgebaut und dynamisiert worden zu sein: Schenken ist nun nicht mehr möglich, wenn ein „zu großer Preisunterschied zwischen den Ländern besteht“.

Fragliche Veränderungen

Damit wird klar, worauf Valve eigentlich abzielt: Es geht dem Unternehmen nicht so sehr darum, die Nutzerfreundlichkeit zu erhöhen, sondern darum, Wiederverkäufer, die Publishern seit jeher ein Dorn im Auge sind, in ihrer Tätigkeit einzuschränken. Erschwert werden soll erneut zuvorderst der Handel mit Geschenken, die sich etwa Reseller in währungsschwachen Regionen erwerben, in ihren Inventaren auf Steam einlagern und an die Konten ihrer Käufer verschicken. Diese Spiele werden teils auch während der regelmäßigen Rabattaktionen auf Vorrat gekauft.

Ein solches Vorgehen trifft aber nicht nur Händler: Wer sich in Verkaufsaktionen bislang Spiele zum Verschenken auf Vorrat gesichert hat, kann dies nun nicht mehr tun. Im Gegenteil geht ein möglicherweise günstiger Kauf verloren, wenn der Empfänger sein Geschenk ablehnt. Vorteilhaft erscheint die automatische Rückerstattung des Kaufbetrages, die sich auch über das existierende Refund-System von Steam hätte umsetzen lassen, zudem nur für Nutzer, die neue Spiele in höheren Preisregionen erwerben – ein Erwerbsmodell, das Valve offenbar fördern möchte.

Als einzige tatsächlich universell vorteilhafte Änderung bleibt damit die Terminplanung. Auch hier stellt sich aber die Frage, warum eine solche Funktion nicht im bisherigen System umgesetzt werden konnte und derartige Einschränkungen des freien Handels erforderlich macht.