Intel-Prozessoren: Coffee Lake startet ab August mit sechs Kernen

Volker Rißka 340 Kommentare
Intel-Prozessoren: Coffee Lake startet ab August mit sechs Kernen
Bild: Anandtech-Forum

Viele Gerüchte um Intels neue Mainstream-CPU-Serie mit erstmals sechs Kernen, Codename Coffee Lake, schossen in den letzten Tagen ins Kraut. Dabei manifestiert sich ein Start der ersten Modelle bereits im August, doch viele weitere werden erst Anfang 2018 folgen.

Informationen vieler Quellen zusammengefasst

Zur Computex 2017 wurden sowohl von Partnern als auch Intel Veranstaltungen abgehalten, bei denen mehr und mehr Informationen zum Zeitplan bekannt wurden. Da jedoch keine Veranstaltung alle Details auf einmal bot, kam es teilweise zu konfusen Meldungen und Berichten, die von Verschiebungen und möglichen Problemen sprachen, dabei wurden sie am Ende nur nicht richtig eingeordnet.

Bereits am 23. Mai hatte Intel auf einem Partner-Event in Asien eine Roadmap parat, die auch kurze Zeit später direkt den Weg ins Netz fand, aber größtenteils unbeachtet blieb. Diese zeigt klar nicht nur die bis dahin noch unbekannten aber mittlerweile bestätigten Starttermine von Intels X299-Plattform und den ersten Skylake-X alias Core i9 mit bis zu 18 Kernen, sondern auch Zeitrahmen für die weiteren CPU-Serien – allerdings nur im Desktop.

Intel-Roadmap mit Coffee Lake ab August/September
Intel-Roadmap mit Coffee Lake ab August/September (Bild: Anandtech-Forum)

Coffee Lake startet mit viel Zeitversatz

Coffee Lake wird demnach als K-CPU-Serie mit 65 und 95 Watt TDP bei vier und sechs Kernen im August/September dieses Jahres enthüllt werden, begleitet vom Z370-Chipsatz. Der Start wird demnach noch ein wenig weiter auseinander gezogen als bei Skylake, bei denen auch die beiden K-CPUs zuerst enthüllt wurden, während viele weitere Modelle später folgten. Coffee Lake wird es in kleineren Varianten demnach erst zu Beginn des neuen Jahres geben. Da Coffee Lake aber im Grunde genommen nur Kaby Lake mit sechs Kernen ist, dürfte dies verschmerzbar sein. Denn die Quad-Core- und Dual-Core-CPUs dort bei gleicher Architektur noch einmal aufzulegen, bringt keine zusätzliche Leistung. Im Fahrwasser gibt es zu Beginn des neuen Jahres aber auch die weiteren Chipsätze der 300er-Serie.

Im Notebook sieht die Geschichte etwas anders aus, wenngleich die Parallelen mehr als erkennbar sind. Dort wird Kaby Lake Refresh im September dieses Jahres den Anfang machen, diese CPU wurde von Intel bereits bestätigt und tauchte schon in ersten Konfigurationen auf. Coffee Lake gibt es in Notebooks ab Beginn des neuen Jahres, was mit der Desktop-Roadmap übereinstimmt. Denn diese zeigte bereits, dass 35-Watt-Varianten erst Anfang 2018 erscheinen sollen. Doch weil WinFuture.de sich quasi nur auf Notebook-CPUs bezieht und Coffee Lake dort erst zu Beginn des neuen Jahres erwähnt wird, schossen viele Medien per Google Translate eher blind ins Kraut und sprechen noch bis heute von einer angeblichen Verschiebung.

DigiTimes untermauert hingegen zum Wochenstart den Starttermin des Z370-Chipsatzes von Intel für August. Auch spricht das taiwanische Branchenblatt von einem USB-3.2-Zusatzchip von ASMedia, welches als Konkurrenz für Intels 300er-Serie der Chipsätze aufgelegt werden soll. Was genau die Unterschiede zu USB 3.1 sind, bleibt abzuwarten. Dass Intel Thunderbolt 3 in die Plattform integriert hat, wie kürzlich offiziell angekündigt, gilt hingegen als zu früh und deshalb unwahrscheinlich.

Der (Spät-)Sommer wird heiß

Der August könnte demnach als CPU-Monat noch einmal ein sehr spannender werden: Im High-End-Bereich wird AMDs Threadripper mit 16 Kernen erwartet, von Intel gibt es Skylake-X dann auch mit zwölf Kernen und mehr – Ende Juni ist vorerst bei zehn Kernen Schluss. Und im Mainstream schiebt Intel die CPU Coffee Lake hinterher, um den kleineren Ryzen 7 und 5 das Wasser wieder ein wenig abzugraben. Wenn auch dort wie bei Skylake-X deutliche Preisanpassungen mit im Gepäck sind, hat sich durch AMD in diesem Jahr so viel bewegt wie seit einer Dekade nicht mehr.