Linux: GNOME 3.26 „Manchester“ verbessert Shell und Apps

Ferdinand Thommes 21 Kommentare
Linux: GNOME 3.26 „Manchester“ verbessert Shell und Apps

GNOME 3.26 wertet die GNOME-Shell sowie zahlreiche Apps mit vielen kleinen Verbesserungen auf. Der Einstellungsdialog wurde völlig überarbeitet. Ubuntu 17.10 und Fedora 27 werden GNOME 3.26 in wenigen Wochen einsetzen.

Die auffälligste Neuerung beim Durchsehen von GNOME 3.26 ist die Neugestaltung des Einstellungsdialogs. Früher als GNOME Control Center bekannt, wurde er jetzt in Settings umbenannt. Das frühere Design eines Icon-Rasters, hinter denen sich die Kategorien versteckten, wurde aufgegeben. An seine Stelle tritt eine vertikale Leiste am linken Rand, die eine bessere Übersicht auf einen Blick bietet und den vorhandenen Platz besser ausnutzt. Innerhalb von Settings wurden die Netzwerkeinstellungen überearbeitet und die WLAN-Einstellungen in einen eigenen Dialog ausgegliedert. Die Einstellungen für Multi-Monitor-Umgebungen wurden gestrafft und vereinfacht.

Aufgewertete Shell

Die Suche der GNOME-Shell wurde dahingehend verbessert, dass sie nun mehr Informationen zum jeweiligen Suchbegriff liefert. Zusätzlich können über die Suche auch Systemaktionen wie Suspend oder Shutdown vorgenommen werden, ohne die Hände von der Tastatur zu nehmen. Die Thumbnails in dem Fenster, das alle offenen Apps anzeigt, wurden vergrößert, um die Auswahl der gewünschten Anwendung zu erleichtern. Die Leiste am oberen Rand der Shell ist nun transparent, solange kein Fenster an sie andockt. Die Animationen bei Fensteraktionen wie Vergrößern, Verkleinern oder Andocken sind flüssiger gestaltet worden. Der Dialog der auf eine nicht reagierende App hinweist, erhielt einen neuen Stil und wirkt nun besser integriert.

Apps mit neuen Funktionen

Auch bei den Apps gab es viele Verbesserungen. Der Dateimanager Nautilus erhielt eine oft nachgefragte Volltextsuche. Diese ist optional und kann bei unterstützten Formaten zugeschaltet werden. Der Browser Epiphany kann sich nun über Firefox synchronisieren und so Lesezeichen, Verlauf und gespeicherte Passwörter über alle Geräte hinweg auf gleichem Stand halten.

Bei GNOME Software wurde die Flatpak-Integration verbessert. Zudem werden während der Installation von Paketen nun mehr relevante Informationen ausgegeben. Boxes, das Programm für virtuelle Maschinen und Remote-Verbindungen, kann nun Ordner zwischen Host und Gast austauschen. Der GNOME-Builder wurde überarbeitet und erhielt für den Editor eine neue Oberfläche.

Alle Änderungen zu GNOME 3.26 „Manchester“ können in den Release Notes nachgelesen werden. Die Vorab-Images zu Fedora 27 bieten bereits eine Möglichkeit zum Testen des neuen GNOME.