GTX 1080 Ti FTW3 Elite im Test: EVGA hat die erste GeForce mit 6.000 MHz schnellem GDDR5X

Jan-Frederik Timm et al. 106 Kommentare
GTX 1080 Ti FTW3 Elite im Test: EVGA hat die erste GeForce mit 6.000 MHz schnellem GDDR5X

tl;dr: Nvidia sieht für die GeForce GTX 1080 Ti GDDR5X-Speicher mit 5.500 MHz vor, nur ausgewählte Partnerkarten übertakten um 100 oder 200 MHz ab Werk. EVGA bietet mit der GeForce GTX 1080 Ti FTW3 Elite Gaming jetzt die erste Variante mit 6.000 MHz Speichertakt an. Ganz ohne Übertaktung. Und im Test geht noch mehr.

Die EVGA GeForce GTX 1080 Ti FTW3 Elite Gaming

Update 07.11.2017 10:00 Uhr

In der Redaktion ist mittlerweile ein zweites Modell der EVGA GeForce GTX 1080 Ti FTW3 Elite Gaming eingetroffen. Bei diesem arbeiten die drei Lüfter einwandfrei und es ist keine merkwürdige Geräuschcharakteristik feststellbar. Damit arbeitete das erste Sample wie vom Hersteller versprochen in der Tat nicht fehlerfrei.

Die zweite Grafikkarte wurde ebenfalls von Caseking geliefert und war erneut noch in Folie eingeschweißt. Sollte ein Kunde das von ComputerBase beschriebene Verhalten der Lüfter ebenfalls feststellen, kann er sich jederzeit an den Support von EVGA wenden.

Die EVGA GeForce GTX 1080 Ti FTW3 Elite Gaming ist die erste Grafikkarte, die statt der für 5.500 MHz spezifizierten GDDR5X-Speicherbausteine schnellere Chips mit 6.000 MHz ansetzt. Dank Double-Data-Rate-Verfahren können somit 12 Gbit/s statt 11 Gbit/s pro Datenleitung übertragen werden – der effektive Takt beträgt also 12 statt 11 GHz.

FPGA-Chips mit Aufdruck D9VRN statt D9VRL

Die Spannung der neuen Chips vom Typ MT58K256M321JA-120 fällt mit 1,35 Volt so hoch wie bei den bekannten Speicherbausteinen vom Typ MT58K256M321JA-110 aus. Zu erkennen sind die Chips am aufgedruckten Code „D9VRN“, die bisher verbauten 11-Gbit/s-Modelle tragen hingegen den Aufdruck „D9VRL“.

GDDR5X mit effektiv 12.000 MHz von Micron mit FPBGA-Code „D9VRN“
GDDR5X mit effektiv 12.000 MHz von Micron mit FPBGA-Code „D9VRN“

Gegenüber dem von Nvidia vorgegebenen Standard fällt die Speicherbandbreite bei 6.000 MHz um neun Prozent höher aus. Jeder Speicherchip kann über einen 32 Bit breiten Bus bei 6.000 MHz nach DDR-Standard 48 GB/s übertragen, am 352 Bit breiten Interface der GP102-GPU erreichen elf parallel geschaltete Chips damit 528 GB/s Durchsatz. Die Founders Edition und die meisten Partnerkarten bieten 484 GB/s.

Ein schnellerer Speicher vom Typ GDDR5X existiert aktuell nicht, 8.000-MHz-Module befinden sich allerdings bereits in der Entwicklung.

Schnellerer Speicher ist bei Nvidia in Mode

Die GeForce GTX 1080 Ti ist nicht die erste Grafikkarte der Pascal-Generation, die Nvidia zur Kombination mit schnellerem Speicher freigibt. GeForce GTX 1080 und GeForce GTX 1060 gibt es seit Mai als GeForce GTX 1080 11 Gbps und GeForce GTX 1060 9 Gbps (Test) ebenfalls in Varianten, deren Speicher um 500 MHz höher taktet als zuvor. Der Unterschied: Bisher gibt es eine solche Lösung mit GP102 nur von EVGA.

FTW3 Elite sonst fast wie eine FTW3 Gaming

Abgesehen vom Speichertakt und einer anderen Kühlerblende, die wahlweise in Schwarz oder Weiß anstatt in Grau angeboten wird, unterscheidet sich die EVGA GTX 1080 Ti FTW3 Elite nicht von der FTW3 mit 5.500 MHz schnellem GDDR5X. Interessanterweise erreichte sie die Redaktion auch in einem eingeschweißten Karton der Basisversion, sogar die Aufschrift „11 Gbps GDDR5X“ ist unverändert. Dass Nvidias Treiber auch nur effektiv 11.000 MHz meldet, stiftete zuerst weitere Verwirrung. Erst GPU-Z erkannte den richtigen Takt.

Die GPU wird mit 1.569 MHz (Basis) respektive 1.683 MHz (Boost) betrieben, der Kühler der iCX-Serie bietet drei Lüfter bei nur zwei Slots in der Höhe. Auch die neun auf dem PCB untergebrachten und mittels Precision XOC auslesbaren Temperatursensoren sind mit an Bord. Zwei 8-Pin-Buchsen zur Stromversorgung sind vorhanden. Dreimal DisplayPort 1.4 sowie je einmal HDMI 2.0b und DVI-D bilden die Videoausgänge.

9 verschiedene Temperatursensoren mit Precision XOC
9 verschiedene Temperatursensoren mit Precision XOC

In Deutschland vorerst exklusiv bei Caseking

Vorerst bietet Caseking.de die Grafikkarte exklusiv in Deutschland an, der Preis liegt bei 900 Euro*. Die herkömmliche FTW3 kostet mit 820 Euro knapp zehn Prozent weniger.

Den massiven 2,0-Slot-Kühler zu entfernen, ist bei dem Modell ein Geduldsspiel: Über 30 Schrauben gilt es zu lösen, vier Steckverbindungen für die Stromversorgung von drei Lüftern und der RGB-LED-Beleuchtung zu trennen. Ist das Kühlsystem demontiert, gibt es an der Unterseite aber den umfassenden Einsatz von Wärmeleitpads preis. Ein Debakel wie mit der GeForce GTX 1080 will EVGA um jeden Preis vermeiden.

Testergebnisse

Sämtliche Testreihen wurden mit einem auf 4,3 GHz übertakteten Intel Core i7-6850K auf dem Asus X99 Strix sowie mit 16 Gigabyte DDR4-3.000 im Quad-Channel-Modus durchgeführt. Es waren der Treiber GeForce 385.69 (Download) sowie ein aktuelles Windows 10 installiert.

Neue Treiber, Windows-10-Updates und Spiele-Patches haben die Vergleichbarkeit zu bisher durchgeführten Partnerkarten-Tests leider stark beeinträchtigt. In diesem Test wird das Modell von EVGA deshalb direkt nur mit der Founders Edition verglichen. Aber der Blick auf ältere Tests, ohne die Ergebnisse in einem Diagramm zu vermischen, erlaubt trotzdem eine umfassende Einordnung in den Wettbewerb.

Benchmarks in Ultra HD

Die EVGA GeForce GTX 1080 Ti FTW3 Elite ist in Ultra HD im Durchschnitt über alle fünf getesteten Spiele 14 Prozent schneller als die GeForce GTX 1080 Ti Founders Edition mit den Referenz-Taktraten und 5.500 MHz schnellem 11-Gbit/s-GDDR5X. Bisher haben Tests um die 10 Prozent Vorteil durch Partnerkarten der GeForce GTX 1080 Ti gezeigt. Bei der Zotac GeForce GTX 1080 Ti AMP! Extreme (Test) waren es in der Spitze 13 Prozent. Beide liegen also in etwa gleichauf.

Wird der Speicher der 12-Gbit/s-Grafikkarte auf deren Niveau untertaktet, sinkt die Leistung um durchschnittlich 4 Prozent. Weil nicht sichergestellt werden kann, dass die Grafikkarte von EVGA in diesem Modus mit denselben Speicher-Timings arbeitet, bleibt zwar ein Rest Ungewissheit, um die 4 Prozent Leistungsvorteil sollten aber dem schnelleren Speicher zuzuschreiben sein.

Bei den 99th-Percentile-Frametimes fallen die Zuwächse etwas geringer aus, hier haben GPU und CPU einen stärkeren Einfluss. Um die 3 Prozent Vorteil gegenüber der Founders Edition gehen in diesem Fall auf den schnelleren Speicher zurück.

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Performancerating – Frametimes
Angaben in Prozent
    • EVGA GTX 1080 Ti FTW3 Elite
      99,5
    • EVGA GTX 1080 Ti FTW3 Elite @ 11 Gbps
      96,6
    • Nvidia GeForce GTX 1080 Ti FE
      89,8

Taktraten unter Last

Bei den Taktraten liegt die FTW3 Elite auf dem Niveau der FTW3 und damit auf Augenhöhe mit vielen Partnerkarten der GeForce GTX 1080 Ti. Im Portfolio von Asus taktet beispielsweise die Strix OC im Gaming-Modus (Voreinstellung ab Werk) so hoch.

Offizielle Taktraten der EVGA GeForce GTX 1080 Ti FTW3 Elite
Founders Edition EVGA FTW3 Elite Strix OC Zotac AMP! Extreme
Basistakt 1.480 MHz 1.569 MHz 1.569 MHz 1.645 MHz
Typischer Boost-Takt 1.582 MHz 1.683 MHz 1.683 MHz 1.749 MHz
Speichertakt 5.500 MHz 6.000 MHz 5.550 MHz 5.600 MHz

Und unter Last im Alltag stellt sich das beworbene Taktniveau auch ein. In den Spielen, in denen auf Basis aktueller Treiber und Updates Messwerte zur Konkurrenz von Asus vorliegen, trennen beide Grafikkarten nur wenige MHz – mal ist die eine, mal die andere vorne. Als Bremse erweist sich jedes Mal das Power-Target; die Temperatur ist kein limitierender Faktor.

Tatsächliche Taktraten unter Last nach 30 Minuten
Spiel EVGA FTW3 Elite Asus Strix OC Nvidia FE
Battlefield 1 1.898 – 1.911 1.873 – 1.911 1.658 – 1.721
Mass Effect: Andromeda 1.860 – 1.873 1.582 – 1.645
Rise of the Tomb Raider 1.848 – 1.898 1.598 – 1.645
Ghost Recon: Wildlands 1.911 1.911 1.658 – 1.735
The Witcher 3 1.823 – 1.873 1.810 – 1.835 1.557 – 1.607
Alle Angaben in MHz

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