Radeon RX Vega 56 Nitro+ im Test: Sapphires 1,6-kg-Grafikkarte überzeugt auf ganzer Linie 4/4

Wolfgang Andermahr 567 Kommentare

Fazit

Das ist sie, die erste Partnerkarte von AMDs kleinerer Radeon RX Vega 56. Und gleich die Premiere weiß technisch zu überzeugen. Die Sapphire Nitro+ ist ab Werk etwas schneller als die Referenzversion und bleibt trotzdem auch unter Dauerlast sehr leise. Die Neuentwicklung hat sogar noch Potential für noch mehr Laufruhe und dürfte auch der Radeon RX Vega 64 Nitro+ gut stehen.

Technisch sehr gut umgesetzt

Abseits vom Kühler will Sapphire auch durch neue Features auf sich aufmerksam machen. Die zwei PWM-Anschlüsse zur Lüftersteuerung – bereits bekannt von Asus – sind dabei eine gute Idee, die Gehäusebelüftung kann sich so nach der GPU- und nicht nach der CPU-Temperatur richten. Und erstmals gibt es bei Sapphire auf der Vega 56/64 Nitro+ eine komplexe RGB-Beleuchtung. Alles drei sowie die schnell und einzeln wechselbaren Lüfter sind Aspekte, die zum runden Gesamteindruck beitragen.

Ein fünfter Baustein ist das zweite BIOS, das mehr auf Effizienz getrimmt ist. Die Performance ist zwar etwas geringer als mit dem Standard-BIOS. Dafür sinkt die Lautstärke noch weiter. Da allerdings bereits die Nitro+ Boost genannte BIOS ziemlich leise ist, ist das Umschalten in diesem Fall nur eine Option, keine Pflicht.

Sapphire RX Vega 56 Nitro+ (oben) vs. AMD Referenz (unten)
Sapphire RX Vega 56 Nitro+ (oben) vs. AMD Referenz (unten)

Apropos Effizienz: Alle Vega-Grafikkarten brauchen viel Energie, vor allem bei hohen Taktraten. Und auch bei Sapphire ist die Leistungsaufnahme mit dem schnellen BIOS im Vergleich zur Referenzkarte deshalb sehr hoch. Das ist jedoch auch schon der einzige Nachteil, den man mit der Sapphire Radeon RX Vega 56 Nitro+ in Kauf nehmen muss. Die Hardware an sich ist schlicht sehr gut.

Die UVP von 579 Euro ist ein Problem

Einen deutlich größeren Haken gibt es abseits der Technik: Die unverbindliche Preisempfehlung für die Grafikkarte liegt bei 579 Euro. In Anbetracht der bisherigen Preise für die aktuell nicht mehr lieferbare Radeon RX Vega 56 im Referenzdesign geht das zwar zwangsläufig in Ordnung. Doch im Vergleich zur Konkurrenz von Nvidia ist das zu teuer. Für dasselbe Geld bekommt man bereits ein gutes Exemplar einer GeForce GTX 1080, die am Ende das bessere Produkt ist. Auch die PowerColor Radeon RX Vega 64 Red Devil (Test) für 559 Euro macht der Variante von Sapphire allerdings Konkurrenz, dieser Preis muss sich langfristig aber noch als haltbar erweisen. Aktuell lieferbar ist das Modell nicht.

Sapphire visiert aktuell die Verfügbarkeit für nach Weihnachten an. Die Anzahl der lieferbaren Karten ist aber unklar, viele werden es vermutlich zunächst nicht sein. Bei der aktuellen Preissituation macht der Kauf der Sapphire Radeon RX Vega 56 Nitro+ damit nur Sinn, wenn bei AMD exklusive Features wie zum Beispiel FreeSync verwendet werden. Das ist Schade, denn die Grafikkarte von Sapphire hat das im Sinne der Umsetzung einer vorgegeben Architektur nicht verdient.

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