Arctic Sound & Jupiter Sound: Koduris Ablösung für RX Vega M hat einen Codenamen

Jan-Frederik Timm 49 Kommentare
Arctic Sound & Jupiter Sound: Koduris Ablösung für RX Vega M hat einen Codenamen

Als Raja Koduri Ende 2017 von AMD zu Intel wechselte, stellte sein neuer Arbeitgeber kurzfristig fest: Er wird nach dem Aus von Larrabee im Jahr 2009 an neuen integrierten GPUs und dedizierten High-End-Grafikkarten für Compute-Anwendungen arbeiten. Die Ablösung für Radeon RX Vega M hört auf den Namen Arctic und Jupiter Sound.

Dass Koduri an einer Neuauflage von Kaby Lake-G mit GPU von Intel arbeitet, das legten bereits Aussagen von Gregory M. Bryant, Leiter der Client Computing Group bei Intel, vom 9. Januar nahe. Auf dem 16. JP Morgan CES Tech Forum hatte Bryant davon gesprochen, dass Koduri daran arbeite, kurzfristig die Leistung der integrierten Grafik dramatisch zu erhöhen und als Beispiel für diese Entwicklung die Vorstellung von Kaby Lake-G mit Radeon RX Vega M genannt. Zu hören ist das im Mitschnitt ab Minute 26:30.

Arctic Sound und Jupiter Sound

Ashraf Eassa hat über Twitter jetzt die mutmaßlichen Codenamen der ersten beiden Generationen dieser Klasse verlauten lassen: Arctic Sound und Jupiter Sound. In der Vergangenheit hatte Eassa wiederholt in Bezug auf Intels Roadmap richtig gelegen.

Bei Arctic Sound soll es sich um eine GPU handeln, die über Intels Embedded Multi-Die Interconnect Bridge (EMIB) an die CPU angebunden ist. Intel nutzt genau diese Technik seit Anfang des Jahres bei Kaby Lake-G, dort allerdings nur für die Anbindung des HBM2 an die Radeon RX Vega M, die GPU selbst ist über PCIe an die CPU angeschlossen.

Dass der Ansatz für Intel Potential verspricht, das zeigen die überraschende Kooperation mit AMD bei Kaby Lake-G und die Ankündigung erster prominenter Endgeräte wie dem Dell XPS 15 2-in-1 zur CES 2018. Ohne bereits umfangreichen unabhängigen Tests unterzogen worden zu sein, verspricht die Plattform Leistung auf Augenhöhe mit mobilen Grafikkarten wie GeForce GTX 1050 oder gar 1060 im deutlich kompakteren Format. Und Intel hat es in der Hand, welche GPU auf dem Package und damit im System zum Einsatz kommt, nicht der OEM.

Die 12. GPU-Generation von Intel

Eassa spricht in Zusammenhang mit Arctic Sound von der 12. GPU-Generation von Intel. Kaby Lake (Refresh) und Coffee Lake setzen aktuell auf die Generation 9.5. Sofern beide Angaben in Zusammenhang stehen, dürfte es also noch ein paar Jahre dauern, bis erste CPUs mit Arctic Sound in den Handel kommen – die 9. Generation nutzt Intel seit Markteinführung von Skylake im August 2015. Nichtsdestoweniger will Eassa auch schon die Bezeichnung für den Nachfolger in Erfahrung gebracht haben: Jupiter Sound.

Nach See kommt Meerenge

Sound steht im Englischen nicht nur für Klang, sondern auch für Meerenge. Vor diesem Hintergrund ergibt die Bezeichnung durchaus Sinn. CPU-Architekturen benennt Intel seit Skylake nach fiktiven Seen („Lake“).