Einsparungen: Black Friday verhagelt Media Markt und Saturn das Geschäft

Frank Hüber 227 Kommentare
Einsparungen: Black Friday verhagelt Media Markt und Saturn das Geschäft
Bild: Media Markt

Der Preiskampf rund um den Black Friday vor Weihnachten hat Media Markt und Saturn zugesetzt. Gleichzeitig gestiegene Kosten haben dazu geführt, dass der Gewinn des Mutterkonzerns Ceconomy einbrach. Nun sollen durch umfassende Einsparungen die Kosten gesenkt und die Umstrukturierung beschleunigt werden.

Der Gewinn des Elektronikkonzerns brach im Weihnachtsgeschäft im viertel Quartal 2017 um elf Prozent von 121 Millionen Euro auf 108 Millionen Euro ein. Der Online-Umsatz stieg jedoch um 12 Prozent und macht nun 11,7 Prozent am Gesamtumsatz aus, wobei 44 Prozent aller Online-Käufe direkt im Ladengeschäft abgeholt werden.

Black Friday bremst Verkauf im Dezember

Auch Ceconomy-Chef Pieter Haas musste heute einräumen, dass das vergangene Quartal enttäuschend verlaufen sei. Dabei soll die Rabattschlacht der Händler zum Black Friday, der ursprünglich nur im US-amerikanischen Raum verbreitet war, in den letzten Jahren aber auch nach Deutschland gekommen ist, ausschlaggebend für die schlechten Umsätze im Dezember 2017 gewesen sein. Denn auch bei Media Markt und Saturn war der Black Friday am 24. November 2017 der umsatzstärkste Tag aller Zeiten gewesen, daraufhin sei das Geschäft vor Weihnachten jedoch übermäßig stark eingebrochen.

Zusatzdienstleistungen statt Rabatte

Media-Saturn werde diesem Trend nun mit „intelligenten Lösungen“ gegensteuern müssen, damit der Black Friday nicht zu einem „reinen Discount-Event“ verkomme, das die Marge des Unternehmens zunichte mache. Aus diesem Grund werde das Unternehmen in Zukunft stärker auf Zusatzangebote wie die Lieferung, Aufstellung und Montage von Geräten zum Black Friday setzen, wie es auch über das Jahr hinweg immer wieder gehandhabt wird. Den Black Friday selbst als umsatzstärksten Tag des Jahres werde das Unternehmen nicht abschaffen.

Entlassungen für Kostensenkung

Um das Ziel des Geschäftsjahres, zu dem das vierte Quartal 2017 als erstes Quartal bereits zählt, noch zu erreichen, sollen nun die Kosten gesenkt werden. Ceconomy möchte den operativen Gewinn mit Media Markt und Saturn im Geschäftsjahr nämlich steigern, nun ist er jedoch im Quartalsvergleich um 49 Millionen Euro auf 258 Millionen Euro zunächst gesunken. Durch neue Sparmaßnahmen sollen allein 30 Millionen Euro zusätzlich eingespart werden. Dabei werden auch Stellen betroffen sein, gleichzeitig soll aber auch weniger für Marketing und IT ausgegeben werden.

Ceconomy als neue Holding nach der Metro

Zur Holding Ceconomy gehören die Marken Media Markt und Saturn, die im vergangenen Sommer aus der Metro ausgegliedert worden sind, als diese ihr Geschäft mit den Elektronikhändlern und Lebensmittelmärkten aufteilte.

Update 09.02.2018 19:41 Uhr

Wie Ceconomy gegenüber ComputerBase klarstellt, soll es kein aktives Stellenabbau-Programm für die geplanten Einsparungen geben, sondern es soll lediglich die natürliche Fluktuation genutzt und vor der Schaffung neuer Stellen intensiv über die Notwendigkeit nachgedacht werden. Es gehe jedoch nicht um einen groß angelegten Stellenabbau, bei dem Mitarbeiter nun um ihre Arbeitsplätze fürchten müssten.