Deutscher Hersteller im Aufwind: Infineon profitiert von KI und gestiegener Nachfrage
Das deutsche Industrie-Schwergewicht Infineon hat mit seinen 56.500 Angestellten ein solides zweites Geschäftsquartal 2026 geliefert – mit noch besserem Ausblick als geplant. Dabei hilft, dass neben dem wichtigsten Standbein Automotive das Geschäft mit Teilen für die Stromversorgung auch von KI-Systemen groß an Fahrt aufnimmt.
Infineon sieht einen Boom für die kommenden Quartale kommen. Die Aufträge, die neu hinzugewonnen werden, übersteigen den Umsatz pro Quartal, schon heute werden deshalb Kundenaufträge weit bis ins nächste Geschäftsjahr hinein bestätigt. Dabei liegt Infineons Stärke in den klassischen Märkten wie Automotive, gepaart mit neuen Lösungen rund um das Thema Stromversorgung, welches an Relevanz gewinnt.
Stromversorgungslösungen für Datacenter boomen
Die Stromversorgungslösungen für KI-Rechenzentren sind vor allem für die kommenden Monate und Jahre ein Wachstumsmotor. Infineon-Chef Jochen Hanebeck erklärte, dass aktuell freie Fertigungskapazitäten aus anderen Bereichen verlagert und gleichzeitig neue Kapazitäten hochgefahren werden. Die Umsatzprognose für Stromversorgungslösungen für KI-Rechenzentren sieht entsprechend gut aus: 1,5 Milliarden Euro in diesem Geschäftsjahr, sowie 2,5 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2027. Infineon bedient dabei die gesamte Energieversorgungskette vom Stromnetz bis zum KI-Prozessor – Stichwort unter anderen Nvidias 800-VDC-Architektur, an der Infineon mitwirkt.
Ein Meilenstein ist in diesem Zusammenhang auch der Hochlauf von Galliumnitrid-Lösungen – direkt aus Österreich und neuerdings auch in 300-mm-Wafergröße. Immer mehr Kunden planen diese Lösungen über mehrere Stufen der Leistungswandlung ein, denn dort kann Galliumnitrid einen klaren Unterschied in der Performance machen.
Gleiches gilt für Siliziumkarbid-Lösungen aus der neuen Fabrik in Kulim, Malaysia, auch da ist die Nachfrage aus KI-bezogenen Anwendungen sehr stark, in diesem Geschäftsjahr soll die Sparte zweistellig wachsen. Infineon arbeitetet dabei mit den führenden Unternehmen im KI-Ökosystem zusammen und ist in so gut wie allen Plattformen der relevanten Akteure vertreten. Und da sich die Gigawatt-Installationspläne der Unternehmen dynamisch weiter nach oben entwickeln, steigt auch das Marktpotential für Infineon erheblich, erklärte Hanebeck weiter.
Auf die 3,81 Milliarden Euro Umsatz im letzten Quartal sollen nun bereits 4,1 Milliarden Euro in diesem Quartal folgen. Die Jahresprognose schraubt Infineon auf über 16 Milliarden Euro hoch – nach 14,7 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2025.
Neue Fabrik in Dresden startet am 2. Juli
Im Zuge des Quartalsbericht erklärte Infineon zudem, dass die neue Fabrik in Dresden am 2. Juli eröffnet werden soll. Sie wurde bereits seit 2023 gebaut, erst im letzten Jahr kam der Förderbescheid von knapp einer Milliarden Euro der Bundesregierung. Die Fabrik wird sich auf modernste Analog/Mixed-Signal- und Leistungshalbleitertechnologien konzentrieren und weiter ausgebaut, 2031 soll sie komplett fertiggestellt sein. Die Fertigung startet für das Unternehmen aber genau zum richtigen Zeitpunkt, um Wachstumschancen bei KI-Rechenzentren, software-definierten Fahrzeugen sowie Robotik und Edge-KI in den kommenden Jahren zu unterstützen.