AMD-Quartalszahlen: Starkes Wachstum und Aussichten lassen Aktie explodieren
AMD hat erwartungsgemäß die Prognosen für das erste Quartal übertroffen. Da auch die Aussichten rosig sind, explodierte die Aktie mit einem nachbörslichen Plus von 17 Prozent auf neue Rekordstände. Vor allem der Umsatz und Absatz von Server-Prozessoren legt zu, wenngleich auch die Consumer-Sparte stark bleibt.
Epyc-Prozessoren sind der Star
Der Verkauf von Epyc-Prozessoren aus der aktuellen Turin-Generation hat AMD einen ordentlichen Rückenwind verschafft und positioniert das Unternehmen perfekt für den Start von Venice im weiteren Jahresverlauf. Dabei änderte sich auch eine Kernaussage, die AMD zuletzt getroffen hatte: Statt 18 Prozent durchschnittliches Wachstum bei Server-CPUs sollen es nun 35 Prozent sein sowie ein TAM von über 120 Milliarden US-Dollar im Jahr 2030. Davon will AMD mehr als die Hälfte adressieren und spricht offen von über 50 Prozent Marktanteil. Auf dem Weg dorthin soll im aktuellen Quartal der Umsatz mit Epyc-Prozessoren um 70 Prozent zulegen, erklärte AMD-CEO Lisa Su.
Die starken CPU-Verkäufe lassen kurzzeitig die Instinct-Familie ein wenig in den Hintergrund rücken, wenngleich sie das stärkste Pferd im Stall für starkes Umsatzwachstum ist. AMD erklärt, der Ramp-up von Instinct laufe vor allem im Hinblick auf die MI450-Serie und das Helios-Rack weiter, das im Rahmen des Events AMD Advancing AI 2026 am 22. und 23. Juli in San Francisco starten dürfte.
Gaming läuft noch gut, aber die Keule kommt
Unerwartet hoch schoss auch der Umsatz der Client-Sparte mit Ryzen und Radeon ab. Der Umsatz legte deutlich zu, der Gewinn kam aber nur schleppend hinterher. AMD bereitet sich nun aber auf einen Abwärtssog vor, den viele andere Hersteller ebenfalls sehen. Denn im ersten Quartal deckten sich viele potenzielle Kunden für das gesamte Jahr bereits mit Hardware ein, da die Aussichten durch weiter steigende Speicherpreise für das restliche Jahr und auch 2027 schlechter werden. Käufe wurden so mitunter vorgezogen und fehlen dann im zweiten Halbjahr. AMD rechnet deshalb bereits heute mit Rückgängen von über 20 Prozent.
Das Embedded-Segment dürfte allmählich die Talsohle durchschritten haben. Der Umsatz pendelte sich ein, die Marge in dem Bereich ist jedoch weiterhin sehr gut, sodass stets ein dreistelliger Millionengewinn verbucht werden konnte.
Unterm Strich stand AMDs Umsatz im ersten Quartal bei 10,25 Milliarden US-Dollar. Nach 7,44 Milliarden US-Dollar vor einem Jahr bedeutet das ein Plus von 38 Prozent. Im aktuellen Quartal soll der Umsatz auf rund 11,2 Milliarden US-Dollar steigen. Der Nettogewinn wuchs im gleichen Zeitraum aber nur von 709 Millionen auf 1,38 Milliarden US-Dollar, da auch viel höhere Ausgaben verbucht wurden. Hier geht AMD derzeit stark in Vorleistung für kommende Produkte. In Zukunft erwartet AMD eine höhere Marge und damit auch steigende Gewinne. Diese Aussichten ließ die Aktienkurse nach Höchstständen der letzten Tage weiter ansteigen, es gab ein Plus von 17 Prozent nachbörslich, das den Kurs auf 414 US-Dollar pro Aktie anhob.