Grafikchips: AMD gewinnt auch durch Mining Marktanteile

Michael Günsch 83 Kommentare
Grafikchips: AMD gewinnt auch durch Mining Marktanteile

Jon Peddie Research (JPR) hat Statistiken zum GPU-Geschäft im vierten Quartal 2017 veröffentlicht. Demnach geht AMD als großer Gewinner aus dem letzten Quartal hervor. Sowohl bei diskreten GPUs als auch der Gesamtheit aller GPUs hat AMD Marktanteile gewonnen. Bei Intel und Nvidia ging es bergab.

Traditionell veröffentlicht Jon Peddie zwei verschiedene Studien zum globalen GPU-Markt. Zum einen wird der Gesamtmarkt beleuchtet, der sowohl dedizierte GPUs als auch in Prozessoren integrierte Grafiklösungen umfasst. Hier kommen entsprechend Verkaufszahlen von AMD, Intel und Nvidia zum Tragen. Zum anderen werden nur die diskreten GPUs für Grafikkarten (Add-in-Boards) beleuchtet. Hier spielen nur AMD und Nvidia eine Rolle.

Alle GPUs: AMD legt zu, Intel und Nvidia verlieren

Während der Gesamtmarkt gegenüber dem dritten Quartal um 1,45 Prozent abnahm, konnte sich AMD deutlich steigern. Der Marktanteil stieg laut der veröffentlichten Tabelle von 13 auf 14,2 Prozent. Für Intel wird ein leichter Rückgang auf 67,4 Prozent Marktanteil genannt. Nvidia hat deutlicher verloren und kommt noch auf 18,4 Prozent statt zuvor 19,3 Prozent. Im Jahresvergleich sieht die Entwicklung ganz anders aus. Der Gesamtmarkt hat demnach um 4,8 Prozent abgenommen. AMD und Intel verloren leicht, Nvidia konnte sich um fast einen Prozentpunkt verbessern.

Grafikkarten: AMD erobert Anteile von Nvidia

Sequenziell, also gegenüber dem vorherigen Quartal, ging das Geschäft mit Add-in-Boards laut JPR um 4,6 Prozent zurück. Im Quartalsvergleich konnte AMD den Marktanteil von 27,2 auf 33,7 Prozent steigern. Nvidias Anteil ging entsprechend von 72,8 auf 66,3 Prozent zurück. Auch im Jahresvergleich legte AMD zu, während Nvidia verlor.

Marktanteile bei Grafikkarten (Add-in-Boards) im 4. Quartal 2017
Marktanteile bei Grafikkarten (Add-in-Boards) im 4. Quartal 2017 (Bild: Jon Peddie Research)

2017: Über drei Millionen Grafikkarten fürs Mining

Laut den Marktforschern wurden im vergangenen Jahr über drei Millionen Add-in-Boards im Wert von 776 Millionen US-Dollar an „Cryptocurrency Miners“ verkauft. Mit welcher Methode diese Zahlen ermittelt wurden, geht aus dem Auszug des 83-seitigen und 1.500 US-Dollar kostenden Berichts nicht hervor. Zumindest im Endkundengeschäft lässt sich der Anteil der für das Mining von Kryptowährungen wie Ethereum angeschafften Grafikkarten nur schätzen. Offensichtlich ist aber, dass dieser Einsatzzweck den Bedarf an Grafikkarten derart gesteigert hat, dass die Produkte knapp und teuer geworden sind.

Gerade dieser neue Kundenstamm soll AMD bei der Eroberung der Marktanteile begünstigt haben. Denn laut JPR hat AMD am meisten von diesen Verkäufen profitiert.