MediaTek Helio P60: 12-nm-SoC mit 8 Kernen und Dual-Core-AI-Coprozessor

Jan-Frederik Timm 7 Kommentare
MediaTek Helio P60: 12-nm-SoC mit 8 Kernen und Dual-Core-AI-Coprozessor
Bild: Mediatek

Mit dem Helio P60 bietet auch MediaTek jetzt ein Octa-Core-SoC mit je vier Kernen vom Typ ARM Cortex-A73 und Cortex-A53 an. Zusammen mit der GPU vom Typ ARM Mali-G72MP3 soll das bisher verfügbare Helio-P-Portfolio in beiden Bereichen um 70 Prozent geschlagen werden. Neu sind auch die Fertigungstechnologie und ein AI-Coprozessor.

Effizienter durch 12 nm FinFET von TSMC

Der Helio P60 wird in 12-nm-FinFET bei TSMC gefertigt, der maximale Takt aller Kerne liegt bei 2,0 GHz. Die Effizienz soll bei gleichzeitig drastisch gestiegener Leistung dadurch im Schnitt um 12 Prozent und in Spielen um 25 Prozent höher ausfallen als von der Serie bisher bekannt. Der für seine vergleichsweise günstigen SoC bekannte Hersteller bleibt damit aber eine Generation hinter Apple (A11 Bionic), Huawei (Kirin 970), Qualcomm (Snapdragon 845) oder Samsung (Exynos 9810) zurück, die bei den Topmodellen bereits 10 nm nutzen. Der von MediaTek ebenfalls mit 10 nm beworbene Helio X30 ist bis heute nicht verfügbar.

Der erste Helio mit integriertem AI-Coprozessor

Der Helio P60 ist darüber hinaus MediaTeks erstes SoC mit integriertem AI-Coprozessor. Der „NeuroPilot“ unterstützt mit seinen zwei Kernen insbesondere die Kameras. Am Stand auf dem Mobile World Congress demonstriert MediaTek die Gesichtserkennung des Helio P60 im Vergleich zum Galaxy Note 8 und dem iPhone X, die insbesondere Gesichter im Profil, teilweise verdeckte Gesichter und Brillenträger besser und schneller erkannte.

Gesichtserkennung mit der APU im Helio P60
Gesichtserkennung mit der APU im Helio P60

Darüber hinaus verspricht MediaTek auch bessere Fotos, weil die Kamera mit Hilfe des NeuroPilot den Inhalt analysieren und daraufhin Parameter wie Weißpunkt, Fokus und Belichtung entsprechend einstellen kann. Huawei verfährt beim Mate 10 Pro mit Kirin 970 ähnlich. Der Coprozessor unterstützt TensorFlow, TF Lite, Caffe und Caffe2 sowie die Google Android Neural Networks API (Android NNAPI) und bietet ein SDK, mit dem App-Entwickler die Hardware noch direkter ansprechen können sollen.

Fotos mit viel Megapixel, Videos nur Full HD

Eingebunden werden können von den im Helio P60 integrierten drei Image Signal Processors (ISP) maximal eine Hauptkamera mit 32 Megapixeln oder ein Dual-Kamera-Setup mit 20+16 Megapixeln – inklusive in Software in Echtzeit berechneter Tiefenunschärfe. Auch von diesem SoC-Bestandteil soll die Energieeffizienz gestiegen sein – MediaTek spricht von 18 Prozent. Videos können maximal in Ultra HD aufgenommen werden. Zu den maximalen FPS und den Zeitlupenfunktionen liegen keine Informationen vor. Displays dürfen das Format 20:9 und eine Auflösung von 2.400 × 1.080 Pixel nicht überschreiten.

Mit eMMC 5.1 oder UFS 2.1 und LTE ab dem 2. Quartal verfügbar

Der Helio P60 unterstützt LPDDR4x mit maximal 8 GB und 1.800 MHz Takt sowie eMMC 5.1 und UFS 2.1. LTE wird mit maximal 450 Mbit/s im Down- und 150 Mbit/s im Up-Stream unterstützt. In welchen Bändern, teilt MediaTek vorerst nicht mit, nur Band 71 mit 600 MHz wird für die USA explizit erwähnt.

Erste Smartphones sollen bereits zum Beginn des 2. Quartals 2018 von verschiedenen Partnern verfügbar sein.