AMD AM4: 21 X470-Mainboards zum Start von Zen+ am 19. April

Volker Rißka 124 Kommentare
AMD AM4: 21 X470-Mainboards zum Start von Zen+ am 19. April
Bild: El Chapuzas Informático

Der Start der neuen Prozessorgeneration AMD Ryzen 2000 wird von einem neuen High-End-Chipsatz und den darauf abgestimmten Mainboards begleitet. Zum Auftakt am 19. April sollen mindestens 21 der neuen X470-Hauptplatinen zur Verfügung stehen.

Platinen von Asus, ASRock, Biostar, Gigabyte und MSI

Quantitativ angeführt wird das Feld bei den neuen X470-Mainboard von Asus und ASRock, die sieben respektive sechs Platinen mit neuem Flaggschiff-Chipsatz an den Start bringen wollen. Es folgen MSI und Gigabyte mit je drei Platinen, Biostar schließt das Feld mit zwei Lösungen ab. Dass die Liste längere Zeit ihre Gültigkeit behält, darf aber bezweifelt werden. Bei den X370-Boards gibt es hierzulande mittlerweile 33 Lösungen. Früher oder später dürfte letztlich jede aktuell kommerziell erfolgreiche Platine einen Nachfolger bekommen. Das gilt auch für den B450-Chipsatz, der später im Jahr folgen soll.

Die neuen CPUs laufen nach einem BIOS-Update zwar auch auf allen bisher verfügbaren AM4-Platinen und zum Start soll es für 100 Prozent Updates geben, um Ryzen 2000 aber in allen Facetten nutzen zu können, bedarf es der neuen Chipsätze.

Beide Chipsätze stehen den Vorgängern extrem nahe, mehr PCIe-Lanes oder I/O-Funktionalität gibt es nicht. Es werden jedoch Feinheiten hinsichtlich der Stromversorgung sowie dem Zusammenspiel mit dem Arbeitsspeicher angepasst, auch die Leistungsaufnahme soll fallen.

Alle Ryzen-2000-Features nur mit 400er-Chipsatz

Funktionen, die Käufern eines neuen Ryzen 2000 auf alten Chipsätzen verwehrt bleiben, betreffen dessen Turbo. Precision Boost 2, das bereits mit Raven Ridge im Notebook und Desktop genutzt wird, fällt allerdings nicht darunter. Diese noch feinere Anpassung der Taktraten an den aktuellen Betriebszustand gibt es auch auf X370, B350 und A320. Dasselbe gilt für den zustandsabhängigen Extra-Turbo XFR 2.

Die Ryzen-2000-CPUs werden ab April aber zusätzlich noch XFR 2 Enhanced und Precision Boost Overdrive unterstützen, die noch höhere Taktraten freischalten sollen. Im Falle von Overdrive offensichtlich durch den Eingriff in die vom Mainboard bereitgestellte maximale Leistung und das Kühlsystem. Beides funktioniert nur auf den beiden neuen Chipsätzen. Es gibt aber noch eine weitere Beschränkung.

XFR 2 Enhanced und Precision Boost Overdrive nur auf X-CPUs

In Generation zwei trennt AMD die X-CPUs deutlicher von den normalen Varianten. Beim Vorgänger gab es keine eindeutige Korrelation zwischen X-Suffix und technischen Eckdaten. Dies soll sich jetzt ändern, denn XFR 2 Enhanced und Precision Boost Overdrive soll es nur für die beiden X-Modelle geben.

Ob das mit den Features in der Praxis so funktioniert, wie gewünscht, bleibt aber abzuwarten. Denn es sind viele Variablen im Spiel, laut AMD soll es sowohl auf die Temperatur, die Kühlung und das Mainboard und dessen BIOS angekommen. Bereits die erste Generation XFR war bei den Acht-Kern-CPUs sehr empfindlich, der theoretisch maximal mögliche Single-Core-Turbo-Takt plus XFR nur sehr selten zu beobachten. Wie es sich bei Ryzen 2000 verhält, gilt es in Tests im April herauszufinden.