Far Cry 5 im Test: Benchmarks und Eindrücke aus der schönen Sandbox

Wolfgang Andermahr et al. 181 Kommentare
Far Cry 5 im Test: Benchmarks und Eindrücke aus der schönen Sandbox

tl;dr: Far Cry 5 für den PC sieht sehr gut aus und braucht im Technik-Test mit vielen Benchmarks auf Grafikkarten von AMD und Nvidia trotzdem keine High-End-GPU. Vega profitiert dabei offensichtlich von exklusiven Funktionen. Spielerisch bleibt der Gang mit dem Schweizer Taschengewehr durch die Sandbox aber auf der Strecke.

Ein schönes Far Cry 5 mit AMD-exklusiven Features

Ubisoft hat schon immer mehr Arbeit in die PC-Version der eigenen Spiele gesteckt als viele andere Publisher. Mit Assassin's Creed Origins (Test) wurde das Niveau zuletzt aber noch einmal deutlich angehoben. Ob Far Cry 5 es halten kann? Auch dessen PC-Fassung hat diverse Optimierungen erfahren. Das fängt beim umfangreichen und vor allem praktischen Optionsmenü an und zieht sich über die grafische Präsentation und deren Performance fort.

Ubisoft nutzt für die eigenen Großproduktionen drei verschiedene Grafik-Engines, die alle parallel aktuell gehalten werden. Mit Snowdrop hatte Ubisoft vor zwei Jahren in The Divison (Test) ein völlig neues Technikgrundgerüst eingeführt, während die AnvilNext-2.0-Engine für Assassin's Creed Origins massiv überarbeitet worden ist. In Far Cry 5 kommt wie in den letzten Teilen hingegen die Dunia-2-Engine zum Einsatz, die im Vergleich zu Far Cry Primal (Test) von vor zwei Jahren noch einmal einen ordentlichen Schritt nach vorne gemacht haben soll.

Far Cry 5 ist ein schönes Spiel

Und in der Tat: Far Cry 5 ist auf dem PC ein sehr schönes Spiel. An die Grafikpracht von Assassin's Creed Origins kommt der neueste Teil zwar nicht ganz heran, in manchen Gebieten sieht aber auch Far Cry 5 – vorallem in Ultra HD – einfach nur hervorragend aus. In anderen lautet das Urteil „gut“. Für den sehr positiven Eindruck sorgen die extreme Weitsicht, die Beleuchtung und der physikbasierter Renderer (PBR) mit den darüber erzeugten schicken Oberflächen, aber auch die Landschaft weist viele Details auf, die Darstellung des häufig anzutreffenden Wassers ist gelungen und auch die Texturen sind schick.

Was Far Cry 5 fehlt, sind die großen Highlights, die Momente, indem der Spieler nur staunen kann. Dafür gibt es aber auch keine wesentlichen Schwächen zu vermelden. Den einzigen nennenswerten Ausrutscher liefert das Level of Detail (LOD), also wie detailliert weiter entfernte Gegenstände noch dargestellt werden. Es arbeitet ziemlich aggressiv. Das fällt in den meisten Szenen zwar nicht auf, in anderen materialisiert sich die Spielwelt dagegen sichtbar zu spät vor dem Spieler.

Far Cry 5 im Test
Far Cry 5 im Test

Far Cry 5 unterstützt exklusive Vega-Features

Far Cry 5 wurde in Zusammenarbeit mit AMD entwickelt. Vor allem die neuen Vega-Grafikkarten haben spezielle Optimierungen erhalten. So ist Far Cry 5 nach Wolfenstein 2: The New Collossus (Test) das zweite Spiel, das auf Vega FP16-Shader mit doppelter Performance ausführen kann – und zwar unter DirectX 11, es ist nicht zwingend eine Low-Level-API notwendig. AMD nennt diese Technik Rapid Packed Math. Sie wird in Far Cry 5 unter anderem zur Wasserdarstellung genutzt. Darüber hinaus sind auch Shader Intrinsics integriert, weshalb die Performance aller Radeon-Grafikkarten mit GCN-Architektur ansteigen soll. Von AMD entwickelte Grafikeffekte wie zum Beispiel das aus Tomb Raider bekannte TressFX gibt es dagegen nicht.

Das Optionsmenü, Grafik-Presets und Anti-Aliasing

Far Cry 5 hat das mit Assassin's Creed Origins eingeführte Optionsmenü übernommen und das bleibt schlicht vorbildlich. So werden zu den meisten Grafikeffekten Bilder angeboten, die die Auswirkungen der unterschiedlichen Qualitätsstufen zeigen. So können auch unerfahrene Spieler schnell sehen, wie sich die Optionen auswirken. Darüber hinaus gibt es einen zwischen 30 FPS und 144 FPS frei konfigurierbaren Framelimiter. Far Cry 5 unterstützt nicht nur auf den Konsolen, sondern auch auf dem PC HDR. Das Spiel ist kompatibel zu FreeSync 2, entsprechender Monitor vorausgesetzt.

Vier verschiedene Presets für die Grafikqualität

Wer nicht an den einzelnen Optionen Hand anlegen möchte, hat auf dem PC vier verschiedene Grafik-Presets zur Verfügung: „Niedrig“, „Mittel“, „Hoch“ und „Ultra“. Ultra stellt zugleich die maximalen Details dar – mehr geht wirklich nicht.

Die Unterschiede zwischen Mittel, Hoch und Ultra haben einen gemeinsamen kleinsten Nenner: mehr – mehr Sichtweite, mehr Details, mehr Tessellation, mehr Umgebungsverdeckung.

Wer mehr Performance benötigt, kann ohne große grafische Einbußen bis auf die Stufe Mittel zurückschalten. Nur Niedrig sollte, falls möglich, vermieden werden. Denn dann werden die Objektdetails noch einmal deutlich reduziert, Tessellation und die Umgebungsverdeckung abgeschaltet. Die Grafik leidet darunter sehr.

Eine geringere Grafikqualität bringt in Far Cry 5 zwar mehr Performance, die Unterschiede sind jedoch nicht groß. Wer vom Ultra-Preset auf Hoch herunter schaltet, erhält auf einer Radeon RX Vega 64 elf Prozent und auf einer GeForce GTX 1080 12 Prozent zusätzliche Bilder in der Sekunde. Das mittlere Preset bringt dann weitere elf beziehungsweise sechs Prozent. Und das nicht mehr schöne Niedrig-Preset erhöht die Framerate noch einmal um zehn beziehungsweise 15 Prozent. Insgesamt lässt sich die Framerate damit auf einer AMD-Grafikkarte nur um 34 Prozent und auf einer Nvidia-Grafikkarte nur um 38 Prozent steigern.

Grafik-Presets – 2.560 × 1.440
  • AMD Radeon RX Vega 64:
    • Niedrig-Preset
      113,6
    • Mittel-Preset
      103,1
    • Hoch-Preset
      93,0
    • Ultra-Preset
      83,8
  • Nvidia GeForce GTX 1080:
    • Niedrig-Preset
      109,0
    • Mittel-Preset
      94,5
    • Hoch-Preset
      88,9
    • Ultra-Preset
      79,5

Als Kantenglättung bietet Far Cry 5 SMAA und TAA an. Während SMAA die Geometrie gut im Griff hat, sieht es bei der Vegetation anders aus. Und in einem Far-Cry-Spiel gibt es traditionell eine Menge Vegetation. Als Lösung dafür gibt es TAA inklusive einer temporalen Komponente, die auch sämtliche Bäume, Sträucher und das restliche Grünzeug bearbeitet.

Auch TAA erledigt die Arbeit nicht perfekt, aber dennoch auf hohem Niveau. Insgesamt ist das Bild ruhig, vor allem in niedrigen Auflösungen wie Full HD legt sich jedoch eine leichte Bildschärfe über das Bild. In höheren Auflösungen fällt diese kaum noch auf und in Ultra HD ist die Unschärfe dann verschwunden. TAA ist in Far Cry 5 die Kantenglättung der Wahl.

Anti-Aliasing – 2.560 × 1.440
  • AMD Radeon RX Vega 64:
    • Aus
      88,8
    • SMAA
      86,6
    • TAA
      84,8
  • Nvidia GeForce GTX 1080:
    • Aus
      88,6
    • SMAA
      84,4
    • TAA
      79,5

Moderne Grafikkarten reagieren unterschiedlich auf die Kantenglättung in Far Cry 5. Mit reinem Post-Processing-AA verliert die GeForce GTX 1080 mit vier Prozent (SMAA) und zehn Prozent (TAA) recht viel Performance. Die Radeon RX Vega 64 steckt das Anti-Aliasing dagegen deutlich besser weg, das die Leistung auf einer Radeon um geringere zwei (SMAA) beziehungsweise fünf Prozent (TAA) reduziert.

Down- und Upsampling werden im Spiel angeboten

Wem die Kantenglättung in Far Cry 5 nicht ausreicht, der kann bis zum Faktor 2,0x ein stufenlos einstellbares Downsampling nutzen. Wer mehr Performance möchte, kann auf Kosten der Grafik auch Upsampling bis zum Faktor 0,5x einstellen.

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