Fortnite, LOL, PUBG & Co.: High-End-Grafikkarten von AMD und Nvidia im Benchmark 2/3

Wolfgang Andermahr 173 Kommentare

Testsystem und Spieleeinstellungen

Sämtliche Tests wurden auf einem über alle Kerne auf 4,7 GHz übertakteten Intel Core i7-8700K durchgeführt. Bei dem Z370-Mainboard handelt es sich um ein Asus ROG Maximus X Hero, das mit zwei 16-GB-Modulen von G.Skill ausgestattet ist. Der TridentZ-Speicher ist als Dual-Rank-Speicher gefertigt und wird mit DDR4-3200 sowie den Timings 16-16-16-38-1T angesteuert.

1.920 × 1.080 ist im Jahre 2018 eine niedrige Auflösung. Moderne Spiele sehen in 2.560 × 1.440 sowie in 3.840 × 2.160 deutlich besser aus, auch wenn die Anforderungen an die Grafikkarte deutlich steigen. Entsprechend werden alle zehn Spiele mindestens in 2.560 × 1.440 getestet und bei ausreichender Leistung in Ultra HD.

Je nach Spiel unterscheiden sich Auflösung und Grafikoptionen

Nicht alle Titel werden in der maximalen Detailstufe getestet. Die Auflösung sowie die Grafikoptionen wurden auf Basis einer GeForce GTX 1070 ausgewählt. Das Ziel war es, dass diese Grafikkarte mindestens 60 FPS erreicht. Die genauen Einstellungen finden sich in der folgenden Tabelle wieder.

Spiel Auflösung Grafikoptionen
Counter-Strike: GO 3.840 × 2.160 maximale Details, 4 × MSAA
Dota 2 3.840 × 2.160 maximale Details
Fortnite 2.560 × 1.440 maximale Details
GTA V 2.560 × 1.440 maximale Details, kein MSAA, keine AMD-/Nvidia-Effekte
League of Legends 3.840 × 2.160 maximale Details
Overwatch 2.560 × 1.440 maximale Details, SMAA Ultra
PUBG 2.560 × 1.440 Hoch-Preset
Rainbow Six Siege 2.560 × 1.440 maximale Details, HBAO+, TAA-2X 50 %
World of Tanks enCore 2.560 × 1.440 maximale Details
World of Warcraft 2.560 × 1.440 maximale Details, 4 × MSAA

Bei den meisten Spielen wurde eine richtige Spielszene getestet. In Dota 2 sowie League of Legends wurde aus Gründen der Vergleichbarkeit aber ein Replay genutzt. Bei World of Tanks enCore handelt es sich um eine 25 Sekunden lange Sequenz aus dem Benchmark. Diese nutzt eine neue Engine, die demnächst im richtigen World of Tanks zum Einsatz kommt.

Grafikkarten-Benchmarks in 2.560 ­× 1.440 und 3.840 ­× 2.160

In den klassischen AAA-Spielen kann die Radeon RX Vega 64 mit der GeForce GTX 1080 mittlerweile mindestens mithalten wenn nicht vorbeiziehen. In den zehn Multiplayer-Spielen gelingt das im Schnitt nicht. In diesem Parcours liefert die Nvidia-Grafikkarte im Durchschnitt 13 Prozent mehr FPS als die direkte Konkurrenz. Die GeForce GTX 1080 Ti ist damit klar der schnellste 3D-Beschleuniger und dem kleineren Bruder um weitere 27 Prozent voraus.

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Performancerating – FPS
Angaben in Prozent
    • Nvidia GeForce GTX 1080 Ti
      100,0
    • Nvidia GeForce GTX 1080
      78,8
    • AMD Radeon RX Vega 64
      69,8
    • AMD Radeon RX Vega 56
      63,7
    • Nvidia GeForce GTX 1070
      63,7
    • Nvidia GeForce GTX 1060
      46,0
    • AMD Radeon RX 580
      44,7
    • AMD Radeon R9 390
      40,2
    • Nvidia GeForce GTX 970
      40,0

Wie die GeForce GTX 1080 schneidet auch die GeForce GTX 1070 gut ab und landet einen perfekten Gleichstand mit der Radeon RX Vega 56. Im von ComputerBase sonst genutzten Parcours ist letztere jedoch schneller unterwegs. Auch die Radeon RX 580 schneidet gegenüber der GeForce GTX 1060 schlechter ab als gewöhnlich, wenn auch nicht ganz so viel. Die GeForce-Grafikkarte ist im Schnitt drei Prozent schneller unterwegs. AMDs Ankündigung, in diesem Jahr an der Leistung der eigenen Grafikkarten in diesen Titeln zu arbeiten, kam also nicht von Ungefähr. Die ersten positiven Entwicklungen sind in diesen Benchmarks schon enthalten.

Deutlich ausgeglichener sind die Frametimes

Während Nvidia bei der Framerate also besser als AMD abschneidet, ist das ewige Duell bei den Frametimes deutlich ausgeglichener. Dort liegt die GeForce GTX 1080 im Schnitt dann nur noch drei Prozent vor der Radeon RX Vega 56, während sich die Radeon RX Vega 56 fünf Prozent vor der GeForce GTX 1070 platziert. Der Abstand GeForce GTX 1060 zu Radeon RX 580 fällt zwei Prozent zugunsten der Nvidia-Grafikkarte aus.

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Performancerating – Frametimes
Angaben in Prozent
    • Nvidia GeForce GTX 1080 Ti
      96,7
    • Nvidia GeForce GTX 1080
      80,3
    • AMD Radeon RX Vega 64
      78,0
    • AMD Radeon RX Vega 56
      71,3
    • Nvidia GeForce GTX 1070
      67,7
    • Nvidia GeForce GTX 1060
      51,8
    • AMD Radeon RX 580
      50,6
    • AMD Radeon R9 390
      45,1
    • Nvidia GeForce GTX 970
      44,3

Die Einzel-Benchmarks erklären die Unterschiede

Die einzelnen Spiele zeigen, warum das Duell der Frametimes deutlich enger als das der Framerate ausfällt. Denn in den meisten Spielen hat Nvidia auch bei den Frametimes größere Vorteile gegenüber AMD. Doch in zwei Titeln geht AMD als der klare Sieger vom Platz.

Sowohl Dota 2 als auch PUBG haben auf einer AMD-Grafikkarte deutlich bessere Frametimes als die Nvidia-Beschleuniger. Diese sind in PUBG auf einer GeForce-Grafikkarte zwar nicht schlecht und spürbare Probleme gibt es nicht. Doch tritt in dem Battle-Royale-Spiel bei der GeForce GTX 1060 offenbar ein CPU-Limit auf, das es auf einer AMD-Grafikkarte nicht gibt. Der Abstand GeForce GTX 1060 zu GeForce GTX 1080 Ti beträgt nur sechs Prozent.

In Dota 2 scheinen die GeForce-Produkte dagegen generell schlechtere Frametimes zu haben. Die Ergebnisse der Radeon RX Vega 64 sind fast so gut wie die der GeForce GTX 1080 Ti. Und die Radeon RX 580 kommt recht nahe an die GeForce GTX 1070 heran. Bei der GeForce GTX 1060 lassen sich auch die Einbrüche der Bildabfolge in einigen Sequenzen des Replays spüren. Für eine GeForce GTX 1070 gilt das dann aber nicht mehr.

Da League of Legends auf schnellen Grafikkarten selbst in Ultra HD bei höchsten Einstellungen und einem übertakteten Core i7-8700K ausschließlich von der CPU limitiert wird, wird das Spiel nicht in die Ratings mit eingerechnet.

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