Gigabyte Z370P D3 im Test: Das günstigste ATX-Mainboard für Intel Coffee Lake 2/2

Volker Rißka 93 Kommentare

Diese Taktraten liefert das (OC-)Mainboard

Nach dem BIOS-Update auf die aktuellste Version mit dem Stand März 2018 erfolgt der Blick auf die Voreinstellungen im BIOS. Denn zum Start von Coffee Lake kochte auch das Thema „Auto-OC“ noch einmal über. Also dass spezielle Performance-Modi dafür sorgen, dass die CPU anders arbeitet als von Intel vorgesehen (der maximale Einzelkern-Turbo-Takt zum Beispiel für alle Kerne unter Last angelegt wird).

Eine Option Enhanced MultiCore Performance ist bei beiden Mainboards von Gigabyte auch vorhanden, ab Werk aber deaktiviert. Im Auslieferungszustand machen die Mainboards also strikt alles nach Intels Vorgaben – vorbildlich. Alles weitere im BIOS ist wie üblich bei Gigabyte tendenziell wenig übersichtlich und in anstrengender Rot-Schwarz-Färbung ausgelegt, bietet letztlich aber alle gefragten Einstellmöglichkeiten.

Spezifikationen der Coffee Lake alias Core i-8000 (Desktop)
Kerne/
Threads
Takt
(Basis)
Turbo
1 / 2 / 4 / 6 Kerne
L3-Cache Grafik Grafik-Takt Speicher TDP Preis
Core i7-8700K 6/12 3,7 GHz 4,7 / 4,6 / 4,4 / 4,3 GHz 12 MB UHD 630 (24 EU) 1.200 MHz DDR4-2666 95 W $ 359
Core i7-8700 6/12 3,2 GHz 4,6 / 4,5 / 4,3 / 4,3 GHz 12 MB UHD 630 (24 EU) 1.200 MHz DDR4-2666 65 W $ 303
Core i5-8600K 6/6 3,6 GHz 4,3 / 4,2 / 4,2 / 4,1 GHz 9 MB UHD 630 (24 EU) 1.150 MHz DDR4-2666 95 W $ 257
Core i5-8400 6/6 2,8 GHz 4,0 / 3,9 / 3,9 / 3,8 GHz 9 MB UHD 630 (23 EU) 1.050 MHz DDR4-2666 65 W $ 182
Core i3-8350K 4/4 4,0 GHz 6 MB UHD 630 (23 EU) 1.150 MHz DDR4-2400 95 W $ 168
Core i3-8100 4/4 3,6 GHz 6 MB UHD 630 (23 EU) 1.100 MHz DDR4-2400 65 W $ 117

Ansonsten ist das BIOS beim günstigen Vertreter exakt gleich gestaltet wie beim teureren Modell, was die Möglichkeiten zum Einstellen des Speichers und dessen Timings sowie zum Overclocking einschließt. Der DDR4-Speicher wird gemäß den Vorgaben mit DDR4-2666 betrieben, als Timings klappen scharfe 14-14-14-34-1T problemlos. Auch beim Übertakten der CPU gibt es keine nennenswerten Unterschiede: Mit sehr guter Kühlung waren 5 GHz mit dem Core i7-8700K auf beiden Platinen bis in Windows möglich. Auch beim Arbeitsspeicher waren die Resultate dieselben.

Intel Core i7-8700K auf günstigem Board übertaktet
Intel Core i7-8700K auf günstigem Board übertaktet

Benchmarks: So schnell ist das Gigabyte Z370P D3

Beim Testfeld wird erneut auf den neuen, wenngleich kurzen Testparcours zurückgegriffen, der seit AMDs Raven Ridge zum Einsatz kam. Allerdings weisen alle neu ermittelten Werte für Intel-Prozessoren jetzt den kompletten Schutz gegen Meltdown und Spectre auf. Bei Gigabyte steckt er bei der Aorus-Z370-Serie im BIOS F7 vom 9. März, beim günstigeren Vertreter Z370P D3 im BIOS F3. Alternativ gibt es mittlerweile aber auch Windows-10-Updates.

Z370P D3  – alles im grünen Bereich
Z370P D3 – alles im grünen Bereich

Wie bei modernen Plattformen üblich, unterscheidet sich die Leistung in einer Chipsatzklasse nicht, egal ob nun der Core i5-8400 oder das Flaggschiff Intel Core i7-8700K zum Einsatz kommt. Der Test in zehn Anwendungen zeigt nicht einmal den Unterschied von einem Prozent im Durchschnitt. Stichproben in Spielen ergaben dasselbe Ergebnis.

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Leistungsrating Anwendungen
Angaben in Prozent
    • Gigabyte Z370 Aorus Ultra Gaming
      100 %
    • Gigabyte Z370P D3
      100 %

Leistungsaufnahme der beiden Z370-Mainboards

Eine etwas kleine Stromversorgung und weniger Zusatzchips, das spiegelt sich bei der Leistungsaufnahme im Leerlauf wider. Hier liegt das günstige Mainboard gepaart mit einem Core i7-8700K knapp vor dem größeren Vertreter. Je mehr Last auf die CPU gelegt wird, desto näher rücken die beiden Kandidaten zusammen. Im Worst Case, bei dem der Verbrauch fast ausschließlich auf die CPU zurückzuführen ist, nehmen sich dann beide fast nichts.

Leistungsaufnahme mit GTX 1080Ti
Angaben in Watt (W)
  • Leerlauf:
    • Gigabyte Z370P D3
      35
    • Gigabyte Z370 Aorus Ultra Gaming
      40
  • leichte Anwendungslast (Cinebench 1-CPU):
    • Gigabyte Z370P D3
      68
    • Gigabyte Z370 Aorus Ultra Gaming
      73
  • hohe Anwendungslast (Cinebench x-CPU):
    • Gigabyte Z370P D3
      136
    • Gigabyte Z370 Aorus Ultra Gaming
      139
  • Maximallast (Prime inkl. AVX2):
    • Gigabyte Z370 Aorus Ultra Gaming
      188
    • Gigabyte Z370P D3
      188

M.2-SSDs auf Augenhöhe

Für den Test der M2-Schnittstelle auf dem Mainboard wurde eine Samsung SSD 960 Pro in der Größe von 512 GB genutzt. Auf ihr war Windows 10 installiert (4 Prozent der SSD belegt) – ein realistisches Szenario also. Allerdings waren so die extrem theoretischen Maximalwerte nicht möglich, die stets bei leeren oder gar nicht formatierten Lösungen inklusive 30 Minuten nach Ruhezeit ermittelt werden. Vorteile außerhalb der Messungenauigkeit des Benchmarks kann keine der Platinen für sich verbuchen.

Z370 Aorus (links) vs Z370P D3 (rechts)
Z370 Aorus (links) vs Z370P D3 (rechts)

Realtek-Audio-Chips unterscheiden sich ebenfalls kaum

Der prüfende Blick in den „Rightmark Audio Analyzer“ zeigt in der Analyse nur geringe Unterschiede zwischen den beiden verbauten Soundchips und bewertet sie als sehr gut. Sie stammen beide von Realtek. Der ALC1120 auf dem Gaming Ultra bietet insgesamt aber sechs Ausgänge/Eingänge, einer davon für die optische Übertragung (TOSLINK). Der ALC887 auf dem D3 ist wirklich nur die günstige Einstiegslösung mit drei Anschlüssen. Die Anschlussvielfalt, nicht also der Klang, ergibt den Unterschied.

Z370 Aorus (links) vs Z370P D3 (rechts)
Z370 Aorus (links) vs Z370P D3 (rechts)

Fazit und Empfehlung

In einer Woche gibt es die ersten echten neuen 300er-Chipsätze von Intel, die noch günstigere Platinen ermöglichen werden. Doch der Z370 wird für unter 100 Euro seine Daseinsberechtigung behalten. Denn auch auf der günstigsten Platine mit diesem Flaggschiff-Chipsatz, dem Gigabyte Z370P D3, bekommt der Kunde das, was er von einem Z-Chipsatz erwartet: Die maximale Turbo-Leistung der CPU in allen Anwendungen und Übertaktungsmöglichkeiten für CPU und Speicher. Bei H370 und B360 wird Intel „OC“ hingegen wieder sperren. Wie sich diese günstigen Mainboards unter Last verhalten, wird ComputerBase in Kürze klären.

Gestrichen: Zusatzchips und Optik-Tuning

Abstriche hat Gigabyte auf dem Z370P D3 dort gemacht, wo Funktionen sonst durch Zusatzchipsätze realisiert oder Kosten in die Optik gesteckt werden – sei es in eine umfassende RGB-LED-Beleuchtung oder Kühler und Blenden auf dem Board. Beim Gigabyte Z370P D3 kommt nur das heraus, was der Z370-Chipsatz auch nativ bietet – für viele Anwender ist das genug. Die Leistung entspricht jedem High-End-Mainboard, das schnell das Doppelte, Dreifache oder gar Vierfache kosten kann.

Der klassische PC-Nutzer mit einer (M.2-)SSD und SATA-Laufwerken, einer diskreten Grafikkarte und Bedarf an einer Handvoll USB-Anschlüsse ist mit dem günstigsten Vertreter also ebenfalls sehr gut aufgestellt, selbst wenn OC ein Thema ist. Nur wer mehr Ausstattung oder optische Finessen sucht, muss mehr ausgeben.

Das Gigabyte Z370P D3 bietet vielen Käufern, was sie brauchen
Das Gigabyte Z370P D3 bietet vielen Käufern, was sie brauchen

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