Surface Book 2 13 Zoll im Test: Ein Wolf im Schafspelz, auf Wunsch an der Leine

Jan-Frederik Timm et al. 85 Kommentare
Surface Book 2 13 Zoll im Test: Ein Wolf im Schafspelz, auf Wunsch an der Leine

tl;dr: Für Panos Panay, Chef der Surface-Sparte, ist das neue Surface Book 2 das bisher beste Gerät der Serie. Mittlerweile auch mit 15,6 Zoll in Deutschland verfügbar, hat ComputerBase vorerst aber noch einmal das kleinere 13,5-Modell auf den Prüfstand gestellt. Auch dessen Leistung ist hoch, wenn denn der Betriebsmodus stimmt.

Fast immer topaktuelle Hardware

Das Surface Book 2 mit 13,5 Zoll bietet topaktuelle Hardware, allerdings nicht in jedem Modell. Die Basisvariante mit Core i5 setzt noch auf Intels Kaby-Lake-Architektur, der Core i5-7300U bietet bei 15 Watt TDP deshalb nur zwei Kerne und Hyper-Threading – das ist seit September 2017 nicht mehr zeitgemäß. Doch erst die größeren Ausstattungsvarianten mit Core i7-8650U basieren bereits auf Kaby Lake Refresh und bieten damit vier Kerne inklusive Hyper-Threading bei unverändert 15 Watt TDP – und schon der etwas langsamere Core i7-8550U (Test) hat gezeigt, dass dieser Generationswechsel große Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit hat. Zuletzt auch im neuen Dell XPS 13 (Test).

CPU GPU RAM SSD Preis
Mit 13,5-Zoll-Display
Core i5-7300U (2C/4T) iGPU 8 GB 256 GB 1.749 Euro
Core i7-8650U (4C/8T) GeForce GTX 1050 2 GB 8 GB 256 GB 2.249 Euro
Core i7-8650U (4C/8T) GeForce GTX 1050 2 GB 16 GB 512 GB 2.849 Euro
Core i7-8650U (4C/8T) GeForce GTX 1050 2 GB 16 GB 1.024 GB 3.449 Euro
Mit 15,0-Zoll-Display
Core i7-8650U (4C/8T) GeForce GTX 1060 6 GB 16 GB 256 GB 2.799 Euro
Core i7-8650U (4C/8T) GeForce GTX 1060 6 GB 16 GB 512 GB 3.299 Euro
Core i7-8650U (4C/8T) GeForce GTX 1060 6 GB 16 GB 1.024 GB 3.799 Euro
kursiv = Variante im Test

Doch nicht nur mehr Kerne, sondern auch die dedizierte GPU vom Typ mobile GeForce GTX 1050 (Test) und mehr als 8 GB RAM sowie mehr als 256 GB SSD-Speicherplatz sind den Core-i7-Varianten vorbehalten. Das Vorgehen ist bei Microsofts Surface-Serie allerdings bekannt: Begehrenswerte Zusatzausstattung wie dGPU, mehr RAM oder mehr Speicherplatz gibt es oft nur mit dem Prozessor-Upgrade, was den Preis deutlich steigen lässt.

Einen Vorteil bietet die Einstiegsvariante allerdings neben dem geringsten Preis: Sie wird komplett passiv gekühlt. Beim Core i7 ist das bei der CPU im Tablet zwar ebenfalls der Fall, die GeForce wird aber mit einer aktiven Luftkühlung auf Temperatur gehalten und das macht schnell Krach. Darüber hinaus ist das kleinste Modell ohne GeForce zugeklappt im Bereich vor der Tastatur nur 13 statt 15 mm hoch – am Scharnier sind es hingegen unverändert 23 mm.

Die kleinste Core-i7-Variante im Test

ComputerBase konnte das Surface Book 2 in einer Variante mit Core i7, GeForce GTX 1050, 8 GB RAM und 256 GB großer SSD testen. Das Gerät wurde dabei leihweise von notebooksbilliger.de bereitgestellt.

Das musste nach dem Auspacken erst einmal auf Windows 10 Version 1709 Fall Creators Update aktualisiert werden, das am 17. Oktober 2017 erschienen war – auch kurz nach dem Start der Serie ist das für ein Aushängeschild von Microsoft ärgerlich, in Anbetracht der kurzen Zeitspanne zwischen Fertigstellung der Version von Windows und ihrer Verfügbarkeit aber verständlich. Anders sieht es im März 2018 aus. Doch wie Microsoft im Store selber verrät, kommt das Surface Book 2 auch heute noch mit dem Creators Update Version 1703 daher.

Das ab Werk installierte Windows ist veraltet
Das ab Werk installierte Windows ist veraltet

Vom Start weg problemlos

Als Microsoft die erste Generation des Surface Book Anfang 2016 in Deutschland auf den Markt brachte, verlief der Start zweifelsohne katastrophal. Trotz drei Monaten Abstands auf den Marktstart in den USA hatte es der Konzern nicht geschafft, rechtzeitig eine Firmware zu veröffentlichen, die die vielen aus den Vereinigten Staaten bekannten Fehler behob – immense Kritik war die Folge.

Dass das Surface Book 2 ohne diese Probleme auf den Markt gekommen ist, muss deshalb explizit erwähnt werden. Probleme mit der Stabilität, zurückgesetzten Treibern oder einer nicht aktivierten Tastatur nach dem Anstecken der Tablet-Einheit gab es nicht zu verzeichnen. Nur einmal ganz zu Anfang informiert Windows 10 über einen „Allgemeinen Fehler“ in Bezug auf den Docking-Mechanismus. Was dahinter steckte, war allerdings nicht ersichtlich, und nach einem Neustart war die Meldung dauerhaft verschwunden.

Power Throttling macht aus einem Gerät drei

Wie beim Surface Laptop und beim aktuellen Surface Pro macht Microsoft auch beim Surface Book 2 Gebrauch von dem mit Windows 10 Creators Update eingeführten neuen Schieberegler hinter dem Akkusymbol in der Taskleiste. Über Windows 10 Power Throttling soll sich auf mobilen Geräten in Zukunft deutlich besser einstellen lassen, ob der Fokus auf hoher Leistung oder niedrigem Stromverbrauch liegt.

Drei Einstellungen hinter dem Akkusymbol

Drei Einstellungen gibt es auch beim Surface Book 2 im Netzbetrieb: „Empfohlen“, „Bessere Leistung“ und „Beste Leistung“. Im Akkubetrieb kommt am unteren Ende noch „Stromsparmodus“ hinzu. In der klassischen Systemsteuerung ist hingegen jeweils nur ein Profil hinterlegt: „Ausbalanciert“.

Der Modus „Empfohlen“ senkt die Leistung unter Dauerlast deutlich
Der Modus „Empfohlen“ senkt die Leistung unter Dauerlast deutlich

Und welchen Betriebszustand der Anwender nutzt, hat beim Surface Book 2 wie beim Surface Pro (Test) (oder dem Dell XPS 13 (9370)) einen deutlichen Einfluss auf die Leistung unter Last – der Surface Laptop (Test) zeigte sich hingegen weniger variabel. Beim Surface Book 2 betrifft das interessanterweise nicht nur die Leistung der CPU und deren GPU, sondern auch die der GeForce GTX 1050. Zu diesem Aspekt mehr im Abschnitt Leistung in Spielen.

Bei kurzen Lasten zeigt sich die CPU noch unbeeindruckt von der Wahl, der erste Durchlauf des Cinebench R15 fällt mit fast 700 Punkten in allen drei Einstellungen gleich aus. Danach gibt es aber Unterschiede. Nach dem zehnten Durchlauf des Cinebench R15 ohne Pause stehen mit „Empfohlen“ noch 382 Punkte zu Buche, mit „Beste Leistung“ sind es 444 Punkte – 16 Prozent mehr.

Legende:

  • Surface Book 2 = Beste Leistung,
  • Surface Book 2 *2 = Bessere Leistung,
  • Surface Book 2 *3 = Empfohlen

Noch krasser als der Unterschied zwischen den Power-Throttling-Modi ist allerdings der Leistungsverlust zum ersten Durchlauf mit zu Beginn drastisch überschrittener TDP und kühlem passiven Kühlsystem: 36 bis 45 Prozent Leistung verliert das Surface Book 2 13 Zoll mit Core i7-8650U bei dauerhaft hoher Last auf der CPU.

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