Arez statt Asus: Neue Marke für AMD-GPUs offiziell, weitere folgen

Update 4 Jan-Frederik Timm
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Arez statt Asus: Neue Marke für AMD-GPUs offiziell, weitere folgen
Bild: Asus

Über das GeForce Partner Program (GPP) soll Nvidia Abnehmer von GPUs neuerdings dazu verpflichten, ihre „Gaming Marke“ exklusiv mit diesen Chips auszustatten. Dass Asus die neue Marke Arez dafür verwenden wird, um AMD Radeon aus ROG auszugliedern, darauf gibt der Hersteller jetzt selbst einen neuen Hinweis. Update: bestätigt.

Arez als Ersatz für Asus, nicht nur für ROG im Gespräch

Bereits vor zehn Tagen berichtete VideoCardz von Arez und nannte dabei sogar die Option, dass der Hersteller für Grafikkarten mit AMD komplett von Asus auf Arez wechseln könnte und in diesem Umfeld die Marke ROG streicht. Aus Asus ROG Radeon RX 580 Strix würde damit nicht Asus Arez Radeon RX 580 Strix werden sondern Arez Radeon RX 580 Strix; und aus Asus Phoenix Radeon RX 580 die Arez Phoenix Radeon RX 580. ComputerBase fehlten Anfang April dafür noch glaubhafte Hinweise und sah von einer Berichterstattung ab.

Mittlerweile scheint Asus zwar nicht den kompletten Verzicht auf die Marke Asus in der Produktbezeichnung für Grafikkarten mit GPUs von AMD zu bestätigen, hat auf der eigenen Webseite aber die „AREZ Series“ in der Kategorie Grafikkarten geschaffen. Die Sektion ist zwar noch leer, aber die von VideoCardz zuerst gemeldete Marke existiert.

VideoCardz bleibt in diesem Zusammenhang bei der Vermutung, dass die Marke Asus auf Marketingmaterial in Zukunft gänzlich durch Arez ersetzt werden könnte, einen handfesten Hinweis liefert die Webseite darauf aber noch nicht. Selbst die Ausrichtung auf GPUs von AMD bleibt noch ein Gerücht.

Die Hintergründe zum GPP bleiben damit auch einen Monat nach ihrer mutmaßlichen Veröffentlichung durch den US-Journalisten Kyle Bennett nicht abschließend geklärt. Dass Firmen wie Gigabyte und MSI mit ihrem bestehenden Portfolio wiederholt als Beweise dafür genannt werden, dass das Programm bereits seine Wirkung zeigt, hat in diesem Zusammenhang nicht für Klarheit gesorgt. Denn entgegen der wiederholten Behauptung, MSI habe für Grafikkarten mit GPU von AMD die Marke „Gaming“ gestrichen, finden sich ältere Polaris-Modelle unverändert auf der Webseite des Herstellers; und Gigabyte hatte bereits zuvor darauf verzichtet, die Vega-GPU unter der Gaming-Marke Aorus zu veröffentlichen.

Stimmt nicht: MSI listet weiterhin Radeon RX 580 der „Gaming“-Serie
Stimmt nicht: MSI listet weiterhin Radeon RX 580 der „Gaming“-Serie (Bild: MSI)

Nvidia hat die Eckpunkte des GPP selbst genannt

Dass das GPP die von Bennett skizzierten Vorgaben beinhaltet, daran besteht nichtsdestoweniger wenig Zweifel. Denn wer den von Nvidia zum Thema am 1. März veröffentlichten Blog-Beitrag liest, findet den wesentlichen Punkt – Unterstützung nur für Partner, die ihre Gaming-Marke exklusiv auf Nvidia ausrichten – dort ebenfalls wieder. Nur eben nicht mit konkreten Beispielen.

Update

Jetzt ist es offiziell: Asus wird Grafikkarten mit GPU von AMD ab sofort unter der neuen Marke AREZ (auf ComputerBase: Arez) und nicht mehr unter der Dachmarke Asus verkaufen. Zum Start gibt es die Serien Arez Strix, Arez Phoenix, Arez Dual und Arez Expedition – die jeweiligen Modelle entsprechen den bekannten unter der Marke Asus. Die populäre Marke Republic of Gamers (ROG) gibt es im Arez-Universium nicht, deren Strix-Modelle hingegen schon. Alle bisher vertriebenen Modelle mit Vega- oder aktueller Polaris-GPU (Radeon RX 500) werden offensichtlich überführt. Auch Modelle vom Typ Radeon R7 240 und Radeon R5 230 leben fort. Technisch bleibt also alles beim Alten.

Arez, nicht Asus Arez

Der inzwischen von Asus gefüllten neuen Produktseite zur Marke Arez zufolge wird die Marke Asus auf den Produkten und deren Marketingmarterialien in der Tat komplett durch Arez ersetzt, auch der typische Asus-Schriftzug auf den Lüftern und der Verpackung weicht für Arez. Schon aus rechtlichen Gründen wird der Hersteller aber auf den Produkten weiterhin genannt werden, der Hersteller bleibt derselbe.

AMD Radeon läuft bei Asus jetzt unter Arez
AMD Radeon läuft bei Asus jetzt unter Arez (Bild: Asus)

Asus bezeichnet Arez als neue „Markenidentität für Grafikkarten vom Typ AMD Radeon RX“ und bewirbt die aus Pressemitteilungen von Asus bekannten technischen Vorzüge der Produkte. Über die Hintergründe zu dieser Entscheidung verliert Asus kein Wort.

AMD kritisiert Nvidia ohne Erwähnung des Konkurrenten

Schon als der US-Journalist Kyle Bennett Anfang März schwere Vorwürfe gegen das von Nvidia am 1. März selbst vorgestellte GeForce Partner Program erhob, war dem ein Tipp von AMD vorausgegangen. Jetzt geht der Tippgeber auch selbst in die offensive und kritisiert Nvidias Vorgehen öffentlich – ohne dabei den Konkurrenten zu nennen.

Quasi zeitgleich zur Bestätigung durch Asus proklamiert Scott Herkelman, bei AMD verantwortlich für Radeon Gaming, unter dem Motto „Freedom of Choice“ die Wahlfreiheit der Kunden beim Kauf von PC-Komponenten. Über den nicht auf AMD.com sondern auf Radeon.com veröffentlichten Beitrag macht der Hersteller gleichzeitig ein Versprechen: „Wir versprechen, hochwertige und leistungsstarke Grafikkarten so vielen Spielern wie nur möglich anzubieten und unseren Partnern dabei den dafür notwendigen Support zu liefern – ohne Bedingungen, die den Wettbewerb einschränken“.

AMD stellt in Aussicht, dass mehrere Hersteller in den nächsten Wochen neue Marken mit AMD-GPUs präsentieren und dem Vorbild von Asus folgen werden. Welche das sind und ob der Schritt so radikal wie bei Asus ausfallen wird, dazu äußert sich AMD noch nicht.

Update

In einem auf YouTube veröffentlichten Video zum Thema „Freedom of Choice“ nennt AMD das im Blog-Beitrag nur subtil kritisierte GeForce Partner Program von Nvidia dann doch beim Namen, wenn auch weiterhin nur über einen Umweg. Ab Minute 0:30 ist ein Fernseher zu sehen, auf dem ein Banner mit der„Breaking News“ „Dell and HP ain't down with the GPP – PCPerspective“ zu sehen ist.

Update

Wie Asus Deutschland mitteilt, sollen die Grafikkarten mit neuer Marke ab Mai 2018 im Handel verfügbar sein. Der Hersteller geht aktuell davon aus, dass nicht nur der kleine Asus-Sticker auf der Verpackung, sondern auch die Kennzeichnung als Produkt von Asus im Handel erhalten bleiben wird. Die deutsche Pressemitteilung spricht dazu passend von „ASUS AREZ-Grafikkarten“. In Kombination mit den weiteren Klassen Strix, Dual, Phoenix und Expedition käme bei Grafikkarten mit GPU von AMD damit aber in der Tat noch eine dritte Ebene in der Typenkennung hinzu.

Update

Die ersten Händler haben Grafikkarten der neuen Marke in ihr Sortiment aufgenommen. Alle benutzen dabei die Bezeichnung „ASUS AREZ“, nennen also weiterhin beide Marken. Die Preise liegen allerdings deutlich über dem Niveau der technisch identischen „Vorgänger“ unter alter Bezeichnung. So kostet die ASUS AREZ Strix Radeon RX 580 TOP mindestens 465 Euro, während es die baugleiche ASUS ROG Strix Radeon RX 580 TOP für 400 Euro gibt.