Android Things: Google veröffentlicht Betriebssystem für IoT-Geräte

Britta Niemann 10 Kommentare
Android Things: Google veröffentlicht Betriebssystem für IoT-Geräte
Bild: Google

In einem Blog-Artikel hat Google bekanntgegeben, dass das IoT-Betriebssystem Android Things in der Version 1.0 nach knapp anderthalb Jahren Arbeit veröffentlicht worden ist und den wenig erfolgreichen Vorgänger Brillo ablöst.

Das von Google verwaltete Betriebssystem Android Things ermöglicht einen skalierbaren Aufbau von Internet-of-Things-Geräten sowie deren Wartung. Nach 100.000 Downloads der Developer Preview und dem Feedback von knapp 10.000 Entwicklern wurde Android Things 1.0 in knapp anderthalb Jahren fertiggestellt. Die Programmierschnittstellen (APIs) waren bereits im April 2018 bekannt und das Software Development Kit (SDK) mit allen Features verfügbar.

Support für mindestens drei Jahre

Für die neuen System-On-Modules (SoMs) – basierend auf den Hardware-Plattformen MediaTek MT8516, NXP i.MX8M, Qualcomm SDA212 sowie Qualcomm SDA624 – wird ein Langzeit-Support (LTS) von drei Jahren garantiert, was das Erstellen von Prototypen erleichtern soll. Auch das Raspberry Pi Modell B und NXP.i.MX7D-Geräte werden als Entwicklungs-Hardware weiterhin unterstützt, wohingegen der Support für NXP.i.MX6UL-Geräte beendet wurde. Maßgebend für die Zuordnung als Produktions-Plattform ist das Einhalten der Sicherheitsvoraussetzungen in Bezug auf Key- und ID-Bestätigungen, was bei den Entwicklungsplattformen nicht zwangsläufig gewährleistet ist. Eine genaue Übersicht der unterstützten Plattformen lässt sich auf Androids Developer Seite finden. Mit der Zeit soll die Liste erweitert werden.

Automatische Updates

Ein Hauptkriterium von Android Things soll sein, dass die Geräte auch über einen längeren Zeitraum sicher bleiben sollen, indem Softwareupdates zeitnah over-the-air (OTA) eingespeist werden. Außerdem sollen die Geräte von Haus aus auf automatische Updates voreingestellt sein. Neben dem garantierten Support der oben genannten Hardware-Plattformen von drei Jahren gibt es auch die Möglichkeit auf einen erweiterten Support. Für nicht-kommerzielle Nutzung ist die Anzahl der Geräte, die über die Android-Things-Konsole ihre Softwareupdates erhalten, auf 100 begrenzt, und Entwickler, die eine kommerzielle Nutzung planen, müssen eine Distributions-Vereinbarung unterschreiben. Die Android-Things-Konsole beinhaltet ein neues Interface, um die Peripherie der Endgeräte konfigurieren zu können. Darüber hinaus lassen sich die Konfigurationen der Peripheral-IO-Verbindungen, GPIO-Widerstände sowie I2C-Bus-Geschwindigkeiten über die Konsole verwalten, was in Zukunft noch um weitere Einstellungen erweitert werden soll.

Die ersten Geräte, die mit Android Things in der näheren Zeit auf den Markt kommen werden, sind etwa Smart Speaker aus dem Hause LG oder iHome und Smart Displays von Lenovo.