Cougar Panzer Evo im Test: Robuster Big-Tower im Stealth-Look mit viel Glas

Carsten Lissack 43 Kommentare
Cougar Panzer Evo im Test: Robuster Big-Tower im Stealth-Look mit viel Glas

tl;dr: Beim neuen Big-Tower Cougar Panzer Evo ist das Militär nicht nur im Namen Programm, denn robust genug für das heimische Schlachtfeld ist es im Stealth-Look in jedem Fall auch. Ansonsten sind jedoch nur wenige Parallelen zum rollenden Kriegsgerät zu erkennen, die wesentlichen Vorzüge liegen woanders.

Einleitung

Cougar, ursprünglich bekannt für seine Netzteile, versucht seit einigen Jahren, auch auf dem Markt für Computergehäuse Fuß zu fassen. Mit dem Panzer Evo zeigt der Hersteller nun einen Big-Tower im militärischen Stealth-Look, der sowohl in optischer als auch in preislicher Hinsicht neugierige Blicke auf sich ziehen und Kaufinteressenten anlocken soll.

Zu dem umworbenen Gesamtpaket gehört unter anderem die Ausstattung mit schwarz getöntem Hartglas rund um das Gehäuse. Vier rote LED-Lüfter sind bereits ab Werk im Big-Tower vormontiert. Weitere nennenswerte Details sind zum Beispiel eine Headset-Halterung sowie eine dreistufige Lüftersteuerung.

Cougar Panzer Evo
Cougar Panzer Evo

Die Namensgebung „Panzer Evo“ lässt zwar vermuten, Cougar habe sich beim Militär inspirieren lassen – auf den ersten Blick sind jedoch nur wenige Parallelen auszumachen. Carbon-Imitate, mattschwarze Kunststoffteile sowie getönte Scheiben lassen eher einen anderen Zusammenhang suchen. So oder so ist das Cougar Panzer Evo mit derzeit knapp 150 Euro zu einem interessanten Kurs positioniert und bietet damit eine gute Grundlage für einen ausführlichen Testbericht.

Lieferumfang und Ausstattung

Mit zum Lieferumfang des Panzer Evo gehören vier Kabelbinder, eine selbst anzubringende Headset-Halterung, zwei Lüfterkabelsplitter von einem auf drei Anschlüsse sowie das obligatorische Schraubenmaterial und ein Mikrofasertuch.

Große Bemühungen blieben bei der Anfertigung der Gebrauchsanweisung eher aus. Diese liegt zum Großteil in englischer Sprache vor, nur einige Passagen sind in Deutsch übersetzt. Ansonsten zeichnet sie sich durch zahlreiche Schwarz-Weiß-Fotos aus, die die gängigsten Montageschritte erklären sollen und dies beim genaueren Hinschauen auch tun.

Merkmale der vorinstallierten Lüfter
Position Größe U/min Anschluss Anlaufspannung
Front 3 × 120 mm 1.000 3-Pin 3,5 Volt
Heck 1 × 120 mm 1.000 3-Pin 3,5 Volt

Mit Abmessungen von 556 × 266 × 612 mm (L × B × H) erzielt das Cougar Panzer Evo ein äußeres Volumen von 90,51 Liter. Da auch Mainboards im E-ATX-Format hineinpassen, gehört das gläserne Gehäuse der Klasse der Big-Tower an. Die Kombination aus Kunststoff, Stahl und Glas bringt ein Leergewicht von 14,4 kg auf die Waage und fasst insgesamt sechs Festplatten.

Im Innenraum stehen insgesamt sieben Lüfterplätze zur Verfügung, mit Ausnahme des Hecklüfters sind alle Luftein- beziehungsweise Ausgänge mit magnetischen Staubfiltern ausgestattet. Bereits vier 120-mm-Lüfter mit roten LEDs befinden sich ab Werk im Panzer Evo. Sie drehen sich mit einer maximalen Geschwindigkeit von 1.000 U/min und laufen ab einer Spannung von 3,5 Volt bereits an.

Cougar Panzer Evo
Mainboard-Format: E-ATX, ATX
Chassis (L × B × H): 556 × 266 × 612 mm (90,51 Liter)
Seitenfenster
Material: Kunststoff, Stahl, Glas
Nettogewicht: 14,40 kg
I/O-Ports:
2 × USB 3.0, 2 × USB 2.0, HD-Audio, Lüftersteuerung
Variante
1 × USB 3.1 Type C, 2 × USB 3.0, 2 × USB 2.0, HD-Audio, Lüftersteuerung
Einschübe: 2 × 3,5"/2,5" (intern)
4 × 2,5" (intern)
Erweiterungsslots: 8
Lüfter: Front: 3 × 140/120 mm (3 × 120 mm inklusive)
Heck: 1 × 120 mm (1 × 120 mm inklusive)
Deckel: 2 × 140 mm oder 3 × 120 mm (optional)
Boden: 1 × 140/120 mm (optional)
Staubfilter: Deckel, Front, Netzteil, Boden
Kompatibilität: CPU-Kühler: 170 mm
GPU: 390 mm – 425 mm
Netzteil: Unbeschränkt
Preis: ab 155 € / 220 $

Ausstattung außen

Vor allen Dingen viel getöntes Hartglas ist am Cougar Panzer Evo vorzufinden. Es kommt sowohl an den beiden Seitenteilen, an der Front als auch am Deckel zum Einsatz. Das Grundgerüst ist überwiegend aus Stahl gefertigt, einzelne Teile aus Kunststoff ahmen das Erscheinungsbild von Kohlenstofffasern nach.

An der Rückseite ist ein 120-mm-Lüfter werksmäßig angebracht, darunter bietet der Big-Tower insgesamt acht Erweiterungssteckplätze beispielsweise für Grafikkarten. Am Boden wird, wie inzwischen weit unter Computergehäusen verbreitet, das Netzteil verbaut.

Hinter dem Frontglas sind nochmals drei weitere 120-mm-Ventilatoren verbaut, die im Betrieb ebenso wie der Hecklüfter durch rote LEDs illuminiert werden. Alternativ kann das Cougar Panzer Evo in der Front mit der gleichen Anzahl an 140-mm-Exemplaren bestückt werden.

Das Frontpanel des gläsernen Big-Towers setzt sich aus jeweils zwei USB-3.0- und USB-2.0-Anschlüssen sowie zwei 3,5-mm-Klinkenbuchsen für den Soundaus- und Mikrofoneingang zusammen. Links vom Schriftzug sind ein Start- sowie Reset-Knopf eingelassen, während rechts davon eine dreistufige Lüftersteuerung integriert wurde.

Unter dem getönten Hartglas des Deckels verbirgt sich ein magnetischer Staubfilter. Die optionale Installation von zwei 140- oder drei 120-mm-Lüftern ist hier möglich.

Das Cougar Panzer Evo steht auf vier rechteckigen Gummistandfüßen, die der Entkopplung dienen. Am Boden befindet sich zudem ein großer Nylonstaubfilter, der wie die anderen Meshstaubfilter magnetisch befestigt wird und einem optionalen 120- oder 140-mm-Bodenventilator den Staub vom Leibe hält. Eine Reinigung des Bodenstaubfilters ist allerdings nur durch ein auf der Seite liegendes Gehäuses realisierbar, was in der Praxis umständlich ist. Hier existieren definitiv bessere Lösungsansätze.

Äußerlich ist das Cougar Panzer Evo sehr gut verarbeitet. Sämtliche Materialübergänge sind bündig und weisen ein gleichmäßiges Spaltmaß auf, die Hartglas-Seitenteile sind von hoher Qualität. Kritik gibt es seitens der Verarbeitungsqualität keine.

Ausstattung innen

Der konventionell aufgebaute, in Schwarz gehaltene Innenraum des Cougar Panzer Evo zeichnet sich durch einen großen Raumtrenner sowie einer Lufthutze direkt hinter den Frontlüftern aus. Beide Bauteile sind aus Kunststoff gefertigt. Der sogenannte „Air Guide“ soll im laufendem Betrieb dafür sorgen, das frische Luft auch die Laufwerke hinter dem Mainboard-Tray erreicht.

Anders als bei dem Staubfilter am Boden und im Deckel ist der Meshfilter für die Frontlüfter magnetisch hinter diesen befestigt und nur von innen aus erreichbar. Die Lösung ist in der Praxis eher unüblich, designtechnisch aber notwendig, damit die drei Ventilatoren in der Front ihr rotes LED-Licht besser durch das getönte Hartglas erstrahlen lassen können.

Vier für das Kabelmanagement vorgesehene Aussparungen im Mainboardtray sind mit Gummimanschetten ausgestattet und sollen später ein sauberes Gesamtbild garantieren. An der Rückseite befinden sich zudem einige Ösen, an denen sich Kabelstränge mit Hilfe der beiliegenden Kabelbinder festzurren lassen.

Die Rückseite des Trays dient darüber hinaus auch noch als Hauptstauraum für Festplatten. So können hier insgesamt vier 2,5"-SSDs und zwei 3,5"- oder 2,5"-HDDs untergebracht werden. Die Rahmen für 3,5"-Festplatten sind mit einer Entkopplung versehen, die Resonanzen mindern soll.

Die erstklassige Verarbeitungsqualität, die bei der äußeren Begutachtung festgestellt wurde, setzt sich im Inneren des Cougar Panzer Evo nahtlos fort. Alle Kanten sind entgratet, die Lackierung ist gleichmäßig und die modularen Bauteile hinterlassen einen soliden Eindruck.

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