Personal: Intels Marketing-Chef wird versetzt – ohne Ersatz

Volker Rißka 19 Kommentare
Personal: Intels Marketing-Chef wird versetzt – ohne Ersatz
Bild: Intel

Nur vier Jahre nach seiner Einstellung wird Steve Fund als Chief Marketing Officer (CMO) von Intel abgelöst, der von Procter & Gamble und Staples kam und für frischen Wind sorgen sollte. Der Fokus von Intels Marketing lag fortan oft bei Robotern und Drohnen und nicht mehr bei klassischen Produkten.

Einen Nachfolger kann Intel aktuell noch nicht präsentieren, Michelle Johnston Holthaus, General Manager der sales and marketing organization soll vorübergehend die Geschäfte leiten, bis Ersatz gefunden ist, berichtet das lokale Magazin The Oregonian. Steve Fund soll sich fortan special projects for the company widmen und wird der Rechtsabteilung unterstellt sein. Was sich genau dahinter verbirgt, soll zu einem späteren Zeitpunkt definiert werden.

Unter Fund widmete sich Intel häufig nicht mehr dem klassischen Marketing rund um Intel Inside, sondern rückte das Unternehmen mit Gadgets und Sponsoring in die mediale Öffentlichkeit. Spinnenroboter, eine Lichtshow mit Drohnen, die ESL, der amerikanische Super Bowl, Olympia und weitere Sportveranstaltungen dienten als Werbeplattformen und sollten dem Unternehmen ein modernes Aussehen verschaffen. Parallel wurden angestammte Veranstaltungen wie beispielsweise das Intel Developer Forum (IDF) nach mehreren Jahrzehnten eingestellt, parallel dazu wurden kaum mehr technische Details von Intel preisgegeben.

Zurück zu den Wurzeln?

Fund war eine der ersten externen Führungskräfte, die CEO Brian Krzanich zu Intel holte – und jetzt wieder versetzt. Ein Fingerzeig könnte die vorübergehende Besetzung sein: Michelle Johnston Holthaus war bis 2017 im Marketing für die klassische PC-Sparte bei Intel tätig. Mit dieser macht Intel zusammen mit der Datacenter-Sparte nicht nur den meisten Umsatz von insgesamt 13,4 Milliarden US-Dollar, sondern mit jeweils 2,8 und 2,6 Milliarden US-Dollar auch das höchste operative Ergebnis. Mit diesen Gewinnen werden Übernahmen wie Altera und Mobileye finanziert, um das Unternehmen in neuen Geschäftsbereichen wie dem Autonomen Fahren aufzustellen.