Hue App 3.0 ausprobiert: Philips' bisher größtes Update betrifft vor allem das UI

Frank Hüber 21 Kommentare
Hue App 3.0 ausprobiert: Philips' bisher größtes Update betrifft vor allem das UI
Bild: Philips

Philips überarbeitet derzeit die Philips-Hue-App für Android und iOS vollständig. ComputerBase konnte vorab am geschlossenen Beta-Test teilnehmen und einen ersten Blick auf die Neuerungen werfen. Die finale App-Version 3.0 soll in diesem Monat für Android und iOS erscheinen und ist das größte App-Update in der Hue-Geschichte.

Gleichzeitig soll sie auch den Grundstein für das Benutzermenü der nächsten Jahre legen. Hierfür soll die neue App nicht nur die Bedienung durch Direktzugriffe vereinfachen, sondern auch 30 neue Lichtszenen bieten, über die sich Lampen synchronisiert anhand eines Bildes steuern lassen. Dabei kann der Nutzer auch eigene Bilder aus der Galerie des Smartphones auswählen, um die Farben des gewählten Bildes von den Lampen wiedergeben zu lassen, wobei Philips den Algorithmus zur Farbauswahl verbessert haben will. In der Praxis erschienen die gewählten Farben bei einigen Szenen etwas zu kühl und generell sehr farbintensiv, was durch manuelles Verändern der Farben jedoch schnell an die eigenen Vorlieben angepasst werden kann.

Szene mit eigenem Bild mit sehr unterschiedlichen Ergebnissen

Die Erstellung einer eigenen Szene anhand eines selbst aufgenommenen Bildes führt in der alten und neuen App teils zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen. Im Test wurde beispielsweise eine Blume genutzt, die in der Hue-App 3.0 zu einem grünen Licht führte. In der Hue-App 2.19 war die automatische Farbwahl hingegen ein gedämpftes Gelb. Bei der Auswahl eines Wassertaxis in Dubai wählte die Hue-App 3.0 eine blaue Farbe, passend zum Wasser, die Hue-App 2.19 hingegen Rot, passend zum Banner des Wassertaxis. Schon eine kleine Verschiebung des Fotos und das erneute Antippen des Bildes führen jedoch in beiden Apps zu einer Neubestimmung der Farbe mit teils deutlichen Unterschieden. So ließ sich auch in App-Version 3.0 bei besagtem Bild problemlos eine rote und in App-Version 2.19 eine blaue Farbwahl erreichen, indem das Bild mehrfach angetippt wurde. Auch wenn die automatische Farbbestimmung im Ersteindruck in App 3.0 beim Anlegen einer Szene besser abschneidet, scheint sie in Teilen immer noch ein Glücksspiel zu sein.

In der nachfolgenden Bildstrecke sind einige Einstellungen aus der App-Version 2.19 und 3.0 direkt gegenübergestellt. In dieser zeigt sich auch die teils deutlich unterschiedliche, automatische Farbwahl bei einer neu erstellten Szene anhand eines eigenen Fotos.

Neue Farbauswahl und einfache Gruppierung

Denn auch die Farbauswahl der Lampen in einem Raum wurde mit der App überarbeitet und erlaubt nun ein einfaches Verstellen der Farben aller Lampen in einem Farbdiagramm per Touch. Bei der Farbauswahl können Lampen dabei auch einfach gruppiert werden, indem sie aufeinander gezogen werden. Auf diese Weise werden der Farbwert und die Helligkeit bei allen Lampen synchronisiert. Die Zahl im Symbol zeigt dabei an, wie viele Lampen gruppiert wurden. Wird das Symbol gedrückt, lässt sich die Gruppierung ebenso leicht wieder aufheben. Die Gruppierung der Lampen und die gemeinsame Farbanpassung in der neuen App sind nicht nur hilfreich, sondern auch intuitiv. Eine Gruppierung von Lampen unterschiedlicher Räume ist derzeit nicht möglich – etwa um bei einem Motto-Abend ein einheitliches Farbschema zu erzeugen, ohne für jeden Raum einzeln dieselbe Szene einzustellen.

Der schnelle Farbwechsel ist noch fummelig

Direkte Farbauswahl per Touch noch nicht sinnvoll nutzbar
Direkte Farbauswahl per Touch noch nicht sinnvoll nutzbar

Hält man in der Übersicht der Räume den Finger auf einem Raum gedrückt, kann zudem direkt die Farbe gewechselt oder eine der vier zuletzt genutzten Szenen aktiviert werden. In der Beta funktioniert dies jedoch noch nicht sinnvoll, da zwar zur Farbwahl gewechselt, diese aber geschlossen wird, sobald man den Finger vom Display hebt. So kann zwar gut in dem Farbdiagramm eine Farbe ausgewählt, die oben angezeigten letzten vier Farben können jedoch nicht gut angeklickt werden, da man sie unweigerlich mit dem Finger dabei verdeckt und die Auswahl nicht sieht. Das Fenster müsste wahlweise geöffnet bleiben, bis eine Farbe ausgewählt wurde, Multi-Touch unterstützen oder die vier Auswahlpunkte müssten deutlich größer ausfallen.

Gewählte Szene wird nicht dauerhaft angezeigt

Weniger intuitiv ist jedoch, dass man, wenn man eine Szene aktiviert hat und den Raum in der App wieder verlässt, bei einem erneuten Aufruf der Szeneneinstellungen des Raumes nicht sieht, welche Szene gerade aktiv ist – wie auch in der alten App. Dies wird nur nach dem unmittelbaren Aktivieren der Szene in der Szenenübersicht dargestellt, danach jedoch weder in den Szenen, noch in der Übersicht. Dies ist insbesondere dann unnötig verwirrend, wenn man dauerhafte Änderungen an der gerade ausgewählten Szene vornehmen möchte, sich jedoch nicht mehr sicher ist, welche Szene ausgewählt ist.

Moderneres Design mit runderen Formen

Generell wirkt die neue Philips-Hue-App deutlich moderner als die bisherige Version. Rundungen ersetzen Ecken und Kanten und Regler ähneln nun dem Design in Android und iOS. Stabilitätsprobleme gab es in dem jüngsten Beta-Test nicht, die App funktionierte bereits zuverlässig und auch die generelle Reaktionsgeschwindigkeit sowohl der App als auch der verbundenen Lampen war wie gewohnt.

Keine Änderungen beim Einsatz mehrerer Bridges

Keine Veränderungen bringt die App jedoch bei der Unterstützung mehrerer Bridges in einem Netzwerk. Wie bisher muss manuell zwischen den Bridges gewechselt werden, um die jeweils verbundenen Lampen zu steuern. Für den Fernzugriff kann zudem weiterhin nur eine Bridge pro Hue-Account festgelegt werden. Philips ist sich des umständlichen Umschaltens der Bridge in der App jedoch bewusst und hat bereits angekündigt, dies verbessern zu wollen.