Qualcomm: Snapdragon 632, 439 und 429 frischen die Mittelklasse auf

Nicolas La Rocco 23 Kommentare
Qualcomm: Snapdragon 632, 439 und 429 frischen die Mittelklasse auf
Bild: Qualcomm

Zum asiatischen Mobile World Congress in Shanghai frischt Qualcomm die SoC-Mittelklasse der Snapdragon-Baureihen 600 und 400 auf. Der Snapdragon 632 bringt die Semi-Custom-Kerne des Typs Kryo 250 in die untere 600-Serie, bei Snapdragon 439 und 429 gibt es primär schnellere Grafikeinheiten. Marktstart ist im zweiten Halbjahr.

Qualcomms mittlerweile gut gefüllte Snapdragon-600-Serie bekommt mit dem Snapdragon 632 weiteren Nachschub. Das Unternehmen positioniert das neue SoC als Nachfolger des Snapdragon 626. Der neue Snapdragon 632 schmeißt die Cortex-A53-Kerne von ARM raus und integriert stattdessen die eigene Semi-Custom-Entwicklung Kryo 250 mit der unverändert übernommenen GPU Adreno 506. Die maximale Display-Auflösung liegt deshalb erneut bei FHD+. Für die neue CPU gibt Qualcomm eine 40 Prozent höhere Leistung als beim Snapdragon 626 an.

10 nm bleibt der Oberklasse vorbehalten

Der Chip wird laut Ankündigung in einem fortgeschrittenen FinFET-Prozess gefertigt, was nach einer Fortsetzung der schon beim Snapdragon 626 verwendeten zweiten Generation der 14-nm-Fertigung von Samsung klingt. Die neuere 10-nm-Fertigung ist derzeit noch den Serien 700 und 800 vorbehalten und wird üblicherweise explizit von Qualcomm in Pressemitteilungen hervorgehoben.

Zu den weiteren Features des Snapdragon 632 zählen die Unterstützung von einer Hauptkamera mit bis zu 24 Megapixel oder zwei Kameras mit jeweils bis zu 13 Megapixel. Als LTE-Modem kommt das Snapdragon X9 mit bis zu 300 Mbit/s im Downstream sowie bis zu 150 Mbit/s im Upstream zum Einsatz. Die Eckdaten von Kamera und Modem sind bereits vom Snapdragon 626 bekannt.

Qualcomm Snapdragon 632 Logo
Qualcomm Snapdragon 632 Logo (Bild: Qualcomm)

Schnellere GPUs und effizienterer Fertigungsprozess

Während der Snapdragon 439 den in zahlreichen Geräten verbauten Snapdragon 430 ablöst, ist der Snapdragon 429 der Nachfolger des Snapdragon 425. Beide SoCs werden nun in 14-nm-FinFET statt in 28 nm LP gefertigt. Das soll laut Qualcomm die Effizienz um 25 Prozent steigern. Veränderungen an der CPU (ARM Cortex-A53) oder dem Modem (Snapdragon X6) gibt es in beiden Varianten nicht, jedoch sind die GPUs zum Teil deutlich aufgebohrt worden.

Qualcomm Snapdragon 439 Logo
Qualcomm Snapdragon 439 Logo (Bild: Qualcomm)

Im Snapdragon 439 werkelt nun eine 20 Prozent schnellere Adreno 505 als noch im Snapdragon 430. Für die GPU des Snapdragon 429 gibt es nicht nur mehr Takt, sondern einen Wechsel der Grafikeinheit. Die neue Adreno 504 soll bis zu 50 Prozent mehr Leistung als die Adreno 308 des Snapdragon 425 liefern. Der Snapdragon 439 kann Displays mit der Auflösung FHD+ ansprechen, während beim Snapdragon 429 maximal HD+ möglich ist.

Qualcomm Snapdragon 429 Logo
Qualcomm Snapdragon 429 Logo (Bild: Qualcomm)

Smartphone-Hersteller müssen nicht bei Null anfangen

Für Smartphone-Hersteller ist beim Snapdragon 439 und 429 wichtig, dass die SoCs pin- und Software-kompatibel zu ihren Vorgängern sind, sodass die Entwicklungskosten für neue Geräte niedriger ausfallen können. Beim Snapdragon 632 kann nur die Software des Vorgängers übernommen werden. Geräte mit Snapdragon 632, 439 und 429 sollen laut Qualcomm in der zweiten Jahreshälfte auf den Markt kommen.

Snapdragon Wear 2500 für Kinderuhren

Im Rahmen des MWC Shanghai hat Qualcomm zusätzlich ein neues SoC der Baureihe Snapdragon Wear angekündigt, das speziell für den Einsatz in Kinderuhren mit Android und LTE-Konnektivität konzipiert wurde. Der Snapdragon Wear 2500 als Nachfolger des Wear 2100 soll dank Effizienzoptimierungen in den Bereichen Power Management, RF-Front-End, Ortung, Bluetooth sowie Prozessor- und Modem-Software bis zu 14 Prozent längere Laufzeiten ermöglichen.

Nach wie vor arbeitet der Snapdragon Wear 2500 mit den betagten Cortex-A7-Kernen von ARM, das SoC ist somit nicht die seit langem erhoffte Neuentwicklung eines potenten System-on-a-Chips für Android-Smartwatches. Das hat Qualcomm angesichts der Ausrichtung des Produkts aber auch nicht zum Ziel gehabt. Auf Kinderuhren mit Snapdragon Wear 2500 soll eine genügsame Version von Android Oreo laufen, die mit 512 MB Speicher auskommt.

Huawei wird voraussichtlich der erste Abnehmer des Snapdragon Wear 2500 sein, mit dem Development Kit für das SoC rechnet Qualcomm im dritten Quartal 2018.