Spielen unter Linux: Valve arbeitet an Integration von Windows-Emulation

Max Doll 180 Kommentare
Spielen unter Linux: Valve arbeitet an Integration von Windows-Emulation

Valve arbeitet daran, das Spieleangebot unter Linux zu vergrößern. Dazu soll Emulator-Software, die eine Windows-Laufzeitumgebung bereitstellt, direkt aus dem Client heraus gestartet werden können. Portierungen von Spielen würden dadurch weit weniger wichtig.

Dass Valve an dem Feature arbeitet, verrät die SteamDatabase auf GitHub. In den Codezeilen des Clients finden sich Einstellungen für „Steam Play“, das „automatisch Kompatibilitäts-Tools installiert, die die Nutzung von Spielen erlauben, die für andere Betriebssysteme entwickelt wurden“.

Einbindung wie beim Steam Controller

Steam Play kann auf zwei Arten genutzt werden. Möglich ist der Einsatz ausschließlich für unterstützte oder für alle Titel aus der Bibliothek, die auf der genutzten Plattform nicht zur Verfügung stehen. Die Integration folgt dem Modell des Steam Controllers. Wird das Eingabegerät in Spielen genutzt, die seine Verwendung nicht offiziell vorsehen, wird ein Warnhinweis gegeben, die Nutzung aber nicht unterbunden – sie ist meist problemlos möglich.

Die gleiche Situation trifft auch für Tools wie Wine zu. Viele Spiele können mittlerweile ohne Weiteres genutzt werden, bedürfen jedoch teils einer angepassten Konfiguration des „Windows-Simulators“. Eine Übersicht über den Kompatibilitätsstand einzelner Anwendungen und Spiele findet sich auf dem WineHQ.

Valve stützt Linux

Spielen unter Linux hat sich in der Breite bislang nicht durchsetzen können. Daran hat auch Valves Linux-basiertes SteamOS nichts ändern können. Viele große und die Mehrzahl älterer Spiele laufen nicht auf dem quelloffenen Betriebssystem, die Attraktivität der Plattform stieg durch die Bemühungen des US-Konzerns bisher nicht in größerem Umfang. SteamOS kann zwar per Streaming Windows-Spiele wiedergeben, der Workaround setzt jedoch einen potenten Windows-Rechner voraus.

Die Integration von Windows-Laufzeitumgebungen verspricht demgegenüber ein besserer Workaround zu werden. Steam würde damit die Suche und möglicherweise die Konfiguration der Software übernehmen. Wenn Windows-Spiele in größerer Anzahl auch ohne besondere Kenntnisse oder Mühen einfach funktionieren, schafft Valve einen wirksamen Anreiz für den Einsatz von SteamOS. Die Nutzung von SteamPlay eignet sich aber genauso gut, um Statistiken zu erheben, die Entwicklern die Nachfrage von Spielen auf Linux zeigen, argumentiert GamingOnLinux, was zumindest als Anreiz wenn nicht für Portierungen, dann für die Optimierung von Spielen für Wine und Co dienen kann.