GeForce RTX 2080 & 2080 Ti im Test: Heute mehr Leistung und viel Zukunft

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Wolfgang Andermahr 1.882 Kommentare

Testsystem und Testergebnisse

Für das Launch-Review der GeForce RTX 2080 Ti und der GeForce RTX 2080 wurden sämtliche Testreihen erneuert. Alle Spiele-Benchmarks sind neu, dasselbe gilt für alle Temperatur-, Lautstärke- und Leistungsaufnahme-Messungen. Für die Benchmarks wurde ein frisch installiertes Windows 10 mit sämtlichen Updates genutzt.

Ein auf 4,7 GHz übertakteter Intel Core i7-8700K dient als Prozessor. Zwei 16 Gigabyte große DDR4-Module (Dual-Rank) werden mit DDR4-3200 bei den Timings 16-16-16-38-1T betrieben. Als Grafikkarten-Treiber ist der Adrenalin 18.8.2 beziehungsweise der GeForce 399.07 installiert. Die Turing-Grafikkarten greifen auf den GeForce 411.51 zurück.

Der Turing-Launch-Treiber auf der GeForce GTX 1080 Ti

Um sicherzustellen, dass die in Vorbereitung auf Turing durchgeführten, umfangreichen Benchmarks mit dem GeForce 399.07 keinen Nachteil im Vergleich zum neuen GeForce 411.51 bedeuten und den Einfluss des Treibers auf die Ergebnisse zu überprüfen, wurden die Benchmarks der GeForce GTX 1080 Ti FE noch einmal mit dem GeForce 411.51 durchgeführt. Fünf Benchmarks in 3.840 × 2.160 mit einer GeForce GTX 1080 Ti FE zeigen, ob auch die GTX-1000-Serie vom neuen Treiber profitiert.

GeForce GTX 1080 Ti – Turing-Launch-Treiber vs. Pascal-Treiber
  • Call of Duty: WWII:
    • GTX 1080 Ti FE @ 399.07
      71,1
    • GTX 1080 Ti FE @ 411.51
      70,8
  • F1 2018:
    • GTX 1080 Ti FE @ 399.07
      66,2
    • GTX 1080 Ti FE @ 411.51
      65,7
  • Hellblade:
    • GTX 1080 Ti FE @ 411.51
      46,5
    • GTX 1080 Ti FE @ 399.07
      45,5
  • Shadow of the Tomb Raider:
    • GTX 1080 Ti FE @ 399.07
      38,6
    • GTX 1080 Ti FE @ 411.51
      38,1
  • Wolfenstein 2:
    • GTX 1080 Ti FE @ 411.51
      68,4
    • GTX 1080 Ti FE @ 399.07
      67,5

Im Durchschnitt schneiden die beiden Treiber auf der GeForce GTX 1080 Ti FE gleich ab und weisen nur minimale Unterschiede auf. In F1 2018 sowie Shadow of the Tomb Raider ist der GeForce 399.07 ein Prozent schneller. In Hellblade sowie Wolfenstein 2 übernimmt dafür der GeForce 411.51 um erneut ein Prozent das Kommando. Call of Duty: WWII zeigt einen Gleichstand.

Details zu den Spiele-Tests

Sämtliche Grafikkarten wurden mit den Standardvorgaben von AMD und Nvidia betrieben. Darüber hinaus gibt es einen zweiten Durchlauf, in dem die Grafikkarten übertaktet wurden. Die genauen Angaben dazu finden sich in einem folgenden Abschnitt. Soweit nicht anders in den Diagrammen angegeben wurde immer DirectX 11 genutzt. Die Ausnahme ist Wolfenstein 2, das Spiel läuft immer unter Vulkan.

Die Benchmarks in 1.920 × 1.080 sowie 2.560 × 1.440 wurden durchweg mit der maximalen Detailstufe des Spiels durchgeführt. Für 3.840 × 2.160 wurden die Details in Elex, Hellblade, Kingdom: Come sowie Monster Hunter: World leicht reduziert. In 5.120 × 2.880 wurden für eine bessere Framerate fast durchweg die Detailstufe zurückgefahren.

Ein Hinweis zur Founders Edition vs. dem Basis-Modell

Erwähnt werden muss noch, dass die GeForce RTX 2080 Founders Edition und die GeForce RTX 2080 Ti Founders Edition mit leicht höheren Taktraten und einer minimal höheren TDP als die Basis-Modelle Arbeiten. Da der Performanceunterschied jedoch weniger als fünf Prozent betragen wird und zudem voraussichtlich fast jede Partnerkarte mindestens so schnell wie die Founders Edition arbeiten wird, werden auf Testreihen mit dem geringeren Takt und TDP verzichtet – zumal sich ein entsprechendes Modell ohnehin nicht korrekt simulieren lassen würde.

Die tatsächlichen Taktraten unter Last mit GPU-Boost 4.0

Die Turing-GPU ist mit GPU-Boost in Version 4.0 anstatt 3.0 wie in Pascal ausgestattet. Bei der neuen Version gibt es anstatt eines zwei Temperature Targets (TT). Wurde das TT auf Pascal erreicht, taktete die Grafikkarte sofort auf den Basis-Takt herunter und „erholte“ sich dann von diesem innerhalb des Limits wieder. Wird das erste TT (83/84 °C) auf Turing mit GPU-Boost 4.0 erreicht, taktet die GPU nicht auf den Basis-, sondern den Boost-Takt herunter. Erst wenn das zweite TT erreicht wird, liegt der Basis-Takt an.

Dadurch möchte Nvidia den Leistungsverlust reduzieren, der durch eine schlechte GPU- beziehungsweise Gehäusekühlung erreicht wird. Limitiert die Temperatur nicht, verhalten sich GPU-Boost 3.0 und GPU-Boost 4.0 genau gleich. Die Temperature Targets lassen sich mit GPU-Boost 4.0 darüber hinaus genauer beeinflussen. So lässt sich zum Beispiel konfigurieren, dass die Temperatur völlig ignoriert werden soll. Zumindest so lange, bis eine gewisse unbeeinflussbare Temperatur erreicht wird und die GPU heruntertaktet.

Die Turing-GPU hat einen maximalen Takt, der bei niedrigen Temperaturen sowie Auslastung anliegt. Dieser variiert von Grafikkarte zu Grafikkarte. Bei dem Testsample der GeForce RTX 2080 Ti FE liegt dieser bei 1.935 MHz, auf der GeForce RTX 2080 Founders Edition sind es 1.965 MHz. Bei höherer Temperatur und GPU-Auslastung reduziert sich die Frequenz automatisch. Im Spielebetrieb arbeiten die 3D-Beschleuniger ohne anliegende Limits noch mit maximal 1.875 MHz (RTX 2080 Ti) beziehungsweise (1.890 MHz).

Es gibt dieselben Limits wie bei Pascal

Mit dieser Frequenz arbeiten die Grafikkarten, wenn sowohl ein gewisser Budget-Rahmen bei Leistungsaufnahme (TDP der Grafikkarten) und Temperatur (83 °C bei RTX 2080 und 84°C bei RTX 2080 Ti) nicht überschritten werden. Ist dies doch der Fall, wird die Frequenz so lange reduziert, bis die Limits wieder eingehalten werden. Manuell kann das Temperature Target auf maximal 88 Grad Celsius erhöht werden. Das Power Target kann auf 124 Prozent (RTX 2080) beziehungsweise 123 Prozent (RTX 2080 Ti) erhöht werden.

Auffällig bei Turing: Die GPUs wechseln den Takt in 15-MHz-Schritten und arbeiten dabei vergleichsweise gleichmäßig. Während AMDs Vega-GPU zum Beispiel andauernd den Takt variiert, ist dieser auf einer GeForce RTX meist ziemlich gleichmäßig und schwankt nur gering.

Die tatsächlichen Taktraten im Fractal Design Define R5
Spiel (3.840 × 2.160) GeForce RTX 2080 Ti FE GeForce RTX 2080 FE
Maximaler Takt in Spielen 1.875 MHz 1.890 MHz
Assassin's Creed: Origins 1.845-1.860 MHz [PT] 1.890 MHz [PT]
Call of Duty WWII 1.755-1.800 MHz [PT] 1.845-1.875 MHz [PT]
Destiny 2 1.740-1.785 MHz [PT] 1.860-1.890 MHz [PT]
F1 2018 1.710-1.770 MHz [PT] 1.845-1.890 MHz [PT]
Far Cry 5 1.770-1.815 MHz [PT] 1.875-1.890 MHz [PT]
Final Fantasy XV 1.725-1.770 MHz [PT] 1.845-1.875 MHz [PT]
Elex 1.800-1.830 MHz [PT] 1.890 MHz [PT]
Ghost Recon Wildlands 1.815-1.830 MHz [PT] 1.890 MHz [PT]
Hellblade: Senua's Sacrifice 1.665-1.710 MHz [PT] 1.830-1.860 MHz [PT]
Jurassic World: Evolution 1.770-1.800 MHz [PT] 1.890 MHz [PT]
Kingdom Come: Deliverance 1.725-1.770 MHz [PT] 1.845-1.875 MHz [PT]
Mittelerde: Schatten des Krieges 1.695-1.725 MHz [PT] 1.845-1.860 MHz [PT]
Monster Hunter World 1.755-1.770 MHz [PT] 1.875-1.890 MHz [PT]
Shadow of the Tomb Raider 1.740-1.785 MHz [PT] 1.875-1.890 MHz [PT]
Star Wars Battlefront 2 1.650-1.695 MHz [PT] 1.800-1.830 MHz [PT]
Wolfenstein 2 1.665-1.695 MHz [PT] 1.800-1.845 MHz [PT]
[P] = Power Target limitiert, [T] = Temperature Target limitiert

Die Founders-Edition-Modelle rennen zu keiner Zeit in das Temperature-Target. Sprich, liegt nicht der volle Takt an, limitiert die maximale Leistungsaufnahme. Die GeForce RTX 2080 Founders Edition ist meistens nah am maximalen Takt. In Star Wars: Battlefront 2 gibt es mit 1.800 MHz bis 1.830 MHz den höchsten Verlust, in den meisten Spielen liegt die Frequenz zwischen 1.850 MHz und 1.870 MHz. In vier Spielen liegt der volle Takt an. Mit maximalen Power-Limit werden durchweg die maximalen 1.890 MHz erreicht.

Die GeForce RTX 2080 Ti Founders Edition rennt nicht nur häufiger, sondern immer ins Power Limit. Auch dort ist Star Wars: Battlefront 2 der schlimmste Fall. Mit 1.650 MHz bis 1.695 MHz liegt der Takt etwa 200 MHz unter dem, was maximal möglich wäre, anstatt bei 60 bis 90 MHz bei der GeForce RTX 2080 Founders Edition. Den höchsten Takt gibt es in Assassin's Creed: Origins mit 1.845 MHz bis 1.860 MHz. Meistens taktet die Grafikkarte mit rund 1.720 MHz bis 1.750 MHz. Mit vollem Power-Limit bleibt der volle Takt oft auch unerreicht. Im Schnitt lässt sich damit die Frequenz um etwa 100 MHz erhöhen.

GeForce RTX (& GTX & Radeon RX) mit OC

Alle im Test vertretenen Grafikkarten werden auch übertaktet getestet. Sowohl bei Radeon RX Vega 64 als auch GeForce GTX 1080 und GeForce GTX 1080 Ti wird ein Referenzdesign fürs Übertakten genutzt. Diese haben die jeweils höchsten Taktraten zugelassen. Die Modifizierungen betreffen ein maximiertes Power- sowie Temperatur-Limit und erhöhte GPU- sowie Speichertaktraten. Spannungen werden nicht geändert.

Die TU104-GPU auf der GeForce RTX 2080 lässt ein Plus von 102 MHz zu, bevor die Grafikkarte abstürzt. In Spielen beträgt der anliegende Takt dann etwa 2.000 MHz. Damit zeigt der TU104 kein besseres Taktverhalten als der Pascal-Vorgänger GP104. Deutlich besser lässt sich der acht Gigabyte große GDDR6-Speicher übertakten. Bis hin zu zusätzlichen 1.000 MHz gibt es keine Probleme. Der Takt beträgt dann 8.000 MHz.

Auch bei der RTX 2080 Ti werden die 2.000 MHz erreicht

Die TU102-GPU auf der GeForce RTX 2080 Ti reagiert etwas besser. Ein Plus von 150 MHz sind stabil möglich. In Spielen werden damit die 2.000 MHz oft erreicht, aber nicht überschritten. Damit lässt sich sagen, dass Turing offenbar dieselben Taktraten wie Pascal erreicht. Auf der einen Seite ist das zwar keine Verbesserung. Es muss aber bedacht werden, dass die GPUs auch deutlich größer sind und die maximale Taktrate darunter offenbar nicht leidet. Auf dem Flaggschiff macht der GDDR6-Speicher ein Plus von immer noch sehr guten 916 MHz mit, was in 6.916 MHz resultiert.

Die im Test genutzten Taktraten bei den OC-Einstellungen
GPU-Takt Speicher-Takt
AMD Radeon RX Vega 64 1.712 MHz
(+82 MHz)
1.100 MHz
(+155 MHz)
Nvidia GeForce GTX 1080 FE 1.749 MHz
(+142 MHz)
5.405 MHz
(+405 MHz)
Nvidia GeForce GTX 1080 Ti FE 1.657 MHz
(+176 MHz)
5.900 MHz
(+405 MHz)
Nvidia GeForce RTX 2080 FE 1.617 MHz
(+102 MHz)
8.000 MHz
(+1.000 MHz)
Nvidia GeForce RTX 2080 Ti FE 1.500 MHz
(+150 MHz)
7.916 MHz
(+916 MHz)

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