GeForce RTX 2080 & 2080 Ti im Test: Heute mehr Leistung und viel Zukunft 3/8

Wolfgang Andermahr 1.882 Kommentare

Ultra-HD-Benchmarks in 3.840 × 2.160 (4K)

Die vorherige Pascal-Generation hat einen ungewöhnlich großen Performancesprung gegenüber Maxwell gemacht – so ein großer Fortschritt ist sehr selten. Die neuen Turing-Grafikkarten machen noch einmal einen ordentlichen Sprung, dieser fällt allerdings geringer aus als bei Maxwell zu Pascal.

So liefert die GeForce RTX 2080 FE in 3.840 × 2.160 40 Prozent mehr Bilder in der Sekunde als die GeForce GTX 1080 FE. Die Frametimes verbessern sich um denselben Wert. Die GeForce RTX 2080 Ti legt gegenüber der GeForce GTX 1080 Ti um 35 beziehungsweise 33 Prozent zu. Damit ist die GeForce RTX 2080 im Durchschnitt sechs Prozent schneller als die GeForce GTX 1080 Ti. Der Abstand zu AMDs schnellster Grafikkarte, der Radeon RX Vega 64, wächst auf hohe 37 beziehungsweise 74 Prozent. Darüber hinaus hat die GeForce RTX 2080 Ti auch eine höhere Spiele-Leistung als die Titan V. Diese setzt sich nur um rund 30 Prozent von der GeForce GTX 1080 Ti ab.

Wer die Turing-Grafikkarten übertaktet, erhält bei der kleinere Version ein Plus von neun Prozent an FPS, bei dem Flaggschiff sind es elf Prozent. Damit fällt die Steigerung ziemlich ähnlich zu dem aus, was mit der GeForce GTX 1080 (Ti) in der Founders Edition möglich ist.

Neue Architektur bringt ein Plus von 10 bis 30 Prozent

Der Blick in die einzelnen Spiele bringt sehr interessante Aspekte hervor. Zunächst scheint es kein Spiel zu geben, bei dem es Probleme mit der neuen Turing-Architektur gibt. Selbst im schlechtesten Fall ist diese immer noch klar schneller als Pascal. Und zudem gibt es nur zwei Spiele, in denen es die GeForce RTX 2080 nicht schafft, die GeForce GTX 1080 Ti zu schlagen. In Destiny 2 gibt es einen Gleichstand, dasselbe gilt für Far Cry 5.

Leistungsunterschiede Ultra HD
Spiel Δ GTX 1080 vs. RTX 2080 Δ GTX 1080 Ti vs RTX 2080 Ti
Assassin's Creed: Origins +39 % +32 %
Call of Duty: WWII +36 % +32 %
Destiny 2 +32 % +30 %
Elex +36 % +31 %
F1 2018 +40 % +32 %
Far Cry 5 +31 % +28 %
Final Fantasy XV +47 % +32 %
Ghost Recon: Wildlands +33 % +24 %
Hellblade: Senua's Sacrifice +45 % +44 %
Jurassic World +35 % +32 %
Kingdom Come: Deliverance +47 % +39 %
Mittelerde: Schatten des Krieges +46 % +42 %
Monster Hunter World +42 % +36 %
Shadow of the Tomb Raider +43 % +34 %
Star Wars: Battlefront 2 +43 % +39 %
Wolfenstein 2 +59 % +49 %

Zudem scheinen sich die Spiele in zwei verschiedene Lager aufzuteilen: In den meisten Titeln ist die GeForce RTX 2080 Ti ziemlich genau 30 Prozent schneller als die GeForce GTX 1080 Ti. Zudem gibt es Spiele, in denen der Abstand auf etwa 40 Prozent oder mehr wächst. So ist das schnellste Turing-Modell in Kingdom Come: Deliverance 39 Prozent schneller als die schnellste Pascal-Version. In Monster Hunter World sind es 36 Prozent, in Star Wars: Battlefront 2 39 Prozent, in Hellblade: Senua's Sacrifice 44 Prozent und in Wolfenstein 2 gar 49 Prozent.

Die Rohleistung der GeForce RTX 2080 Ti ist etwa 20 Prozent höher als die der GeForce GTX 1080 Ti. Die restlichen Unterschiede kommen durch die verbesserte Architektur zu Stande. Je nach Spiel liegt dieses Plus durch die Architektur bei 10 bis 30 Prozent. Mit Sicherheit spielt es dabei eine Rolle, welche Spiele Integer-Berechnungen benutzen. Je mehr Integer anstatt Floating Point genutzt wird, desto besser für Turing. Bei Wolfenstein kommt hinzu, dass Turing deutlich mehr mit Low-Level-APIs und Async Compute anfangen kann – später dazu mehr. Interessantes Detail: In den Spielen, in denen Turing besonders schnell ist, sind die Taktraten niedriger als in den anderen Spielen, da die GPU früher ins Power-Limit rennt. Auch das lässt sich zum Beispiel mit den Integer-Einheiten in Zusammenhang bringen. Wenn diese intensiv genutzt werden, legen Spiele mehr an Performance zu – das steigert aber auch die Leistungsaufnahme.

Benchmarks in 1.920 × 1.080 und 2.560 × 1.440

In 2.560 × 1.440 bleiben die Abstände ziemlich ähnlich, schrumpfen aufgrund der geringeren GPU-Last aber leicht. Die GeForce RTX 2080 FE ist in der Auflösung im Durchschnitt immer noch gute 39 Prozent schneller als die GeForce GTX 1080 FE. Die GeForce RTX 2080 Ti ist noch 32 Prozent flotter als die GeForce GTX 1080 Ti.

In 1.920 × 1.080 schrumpft der Vorsprung dann zusammen. In manchen Spielen gibt es gar trotz des schnellen Prozessors ein CPU-Limit, in anderen rennen die Turing-Beschleuniger in einen FPS-Limiter. Das verwundert aber nicht. Schlussendlich sind sowohl die GeForce RTX 2080 Ti als auch die GeForce RTX 2080 zu schnell für Full HD. Wer nur in Full HD spielen möchte, benötigt solch eine Grafikkarte nicht.

Leistungsunterschiede 1.440p
Spiel Δ GTX 1080 vs. RTX 2080 Δ GTX 1080 Ti vs RTX 2080 Ti
Assassin's Creed: Origins +30 % +26 %
Call of Duty: WWII +38 % +28 %
Destiny 2 +29 % +26 %
Elex +36 % +31 %
F1 2018 +35 % +26 %
Far Cry 5 +23 % +20 %
Final Fantasy XV +51 % +32 %
Ghost Recon: Wildlands +28 % +24 %
Hellblad: Senua's Sacrifice +59 % +58 %
Jurassic World +33 % +26 %
Kingdom Come: Deliverance +41 % +38 %
Mittelerde: Schatten des Krieges +45 % +38 %
Monster Hunter World +47 % +35 %
Shadow of the Tomb Raider +33 % +25 %
Star Wars: Battlefront 2 +43 % +39 %
Wolfenstein 2 +63 % +55 %

Nvidia hat zudem offenbar die Treiber nicht richtig für Full HD optimiert. So sind die neuen Grafikkarten in Far Cry 5 zum Beispiel langsamer als die alten Modelle. Dasselbe gilt für Star Wars: Battlefront 2. In Hellblade scheinen die Architekturänderungen in niedrigen Auflösungen dagegen noch mehr durchzuschlagen als in hohen Auflösungen. In 1.920 × 1.080 ist die GeForce RTX 2080 Ti satte 66 Prozent schneller als die GeForce GTX 1080 Ti.

Benchmarks in 5.120 × 2.880 (5K)

Vor allem die GeForce RTX 2080 Ti hat genug Performance, um höhere Auflösungen als 3.840 × 2.160 zu nutzen. Für das Turing-Flaggschiff sind auch 5.120 × 2.880 kein Fremdwort. Zwar müssen die Grafikdetails meistens reduziert werden, aber fast nie auf so ein niedriges Niveau, dass ein Spiel häßlich wird. Es ist schlussendlich erstaunlich, wie viele Spiele auf der GeForce RTX 2080 Ti in 5K vielleicht nicht flüssig laufen, aber spielbar sind.

In manchen Spielen kann gar die volle Detailstufe genutzt werden. Das ist in Call of Duty: WWII der Fall, in dem die GeForce RTX 2080 Ti FE immer noch hohe 64 FPS erreicht. Auch die GeForce RTX 2080 kommt noch auf durchschnittlich 50 FPS. Auch F1 2018 lässt sich mit maximalen Details in 5.120 × 2.880 wiedergeben, dann aber nur flüssig auf dem Flaggschiff-Modell. Dasselbe gilt für Wolfenstein 2.

E-Sports-Spiele (Fortnite und Co.) im Benchmark

Auch in den weniger anspruchsvollen, aber viel gespielten E-Sports-Titeln schneidet Turing gut ab. In Ultra HD ist die GeForce RTX 2080 in Fortnite, Overwatch, Rainbow Six: Siege und World of Warcraft im Schnitt 38 Prozent schneller als die GeForce GTX 1080 und damit vier Prozent schneller als die GeForce GTX 1080 Ti. Die GeForce RTX 2080 Ti ist wiederum 33 Prozent schneller als die GeForce GTX 1080 Ti.

Beide Turing-Grafikkarten sind schnell genug, um in den vier Spielen 60 FPS oder mehr zu erreichen. Nur für die GeForce RTX 2080 reicht es in Fortnite nicht ganz. Wer dagegen lieber mehr Bilder in der Sekunde haben möchte, kann bedenkenlos die Auflösung reduzieren. Die beiden Grafikkarten reagieren sehr gut darauf. Allerdings gibt es in Full HD in den E-Sports-Spielen nur noch selten eine bessere Performance als mit der letzten Generation. Dafür limitiert die eingesetzte CPU zu sehr. Sprich, für entsprechende Spiele lohnt sich Turing nur, wenn man mindestens in 2.560 × 1.440 spielen möchte.

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