Studie: Ein Viertel der Deutschen friert lieber als offline zu sein

Frank Hüber 245 Kommentare
Studie: Ein Viertel der Deutschen friert lieber als offline zu sein
Bild: JerzyGorecki | CC0 1.0

Einer repräsentativen Studie des Energieversorgers E.On in Zusammenarbeit mit Statista zufolge friert fast ein Viertel der Deutschen lieber als auf das Internet zu verzichten. 23 Prozent antworteten demnach, lieber kalt zu duschen und auf die Heizung zu verzichten, statt offline zu sein.

Für die repräsentative Heizungsstudie wurden im Herbst 2018 3.997 Teilnehmer befragt. Die Studie beschränkte sich dabei allerdings vollständig auf Online-Teilnehmer, womit das Ergebnis insofern verzerrt ist, da zwischen Online-Nutzern und ihrer Affinität zum Internet eine starke Korrelation bestehen dürfte, die eine erweiterte Nutzerbasis zumindest in einem geringeren Maße aufweisen könnte.

Je nach Alter und Bundesland unterschiedlicher Stellenwert

Bei den befragten 18 bis 29-Jährigen ist der Wert dabei noch höher: Ganze 34 Prozent – und demnach mehr als jeder Dritte in der Altersgruppe – würde lieber die Heizung abdrehen als die Internetverbindung zu kappen. Im Bundesländervergleich kommen die Sachsen-Anhalter diesem Wert am nächsten (29 Prozent). Den höchsten Stellenwert genießt die Heizung noch im Norden Deutschlands: Nur rund jeder fünfte Schleswig-Holsteiner würde zu Gunsten des Internets auf seine Heizung verzichten (21 Prozent).

Heizkosten unterschätzt

Doch das ist nicht das einzige Ergebnis der Studie, die zeigt, dass viele Deutsche sich kaum mit ihrer Heizung beschäftigen. So weiß mehr als jeder zweite Befragte nicht, wie viel er für Heizung und Warmwasser zahlt. Und das, obwohl 78 Prozent angeben, die Nebenkosten spielen eine wichtige oder sehr zentrale Rolle bei der Wahl einer Immobilie. 93 Prozent unterschätzen zudem den Anteil von Heizung und Warmwasser am Gesamtenergieverbrauch des Haushalts. Dieser setzt sich nämlich zu drei Vierteln aus Heizung und Warmwasser und nur zu einem Viertel aus Strom zusammen.

E.On steigt beim Smart-Home-Anbieter Tado ein

E.On nimmt die Ergebnisse zum Anlass, um auf die Bedeutung und das Einsparpotential einer modernen Heizungsanlage hinzuweisen. Die Veröffentlichung der Studie fällt zeitlich zudem auf die Ankündigung von Tado, dass sich das Energieunternehmen an dem Smart-Home-Heizungsunternehmen in einer Finanzierungsrunde beteiligt hat.

Beim Kauf einer Heizung ist der Umweltschutz Nebensache

Ein weiteres Ergebnis der Studie betrifft den Umweltschutz. Laut Umfrage achten nämlich 61 Prozent im Alltag darauf, der Umwelt zuliebe so wenig wie möglich zu heizen. Die Umweltverträglichkeit beim Kauf einer Heizungsanlage spielt jedoch nur für 16 Prozent die wichtigste Rolle.