GeForce RTX 2070 im Test: Nvidias kleine Turing-GPU im Duell mit Pascal und Vega

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Wolfgang Andermahr 498 Kommentare

Testsystem und Testergebnisse

Wie bei den größeren Modellen nutzt auch das Review der GeForce RTX 2070 den neu gestalteten Testparcours. Sämtliche Spiele-Benchmarks wurden im Spätsommer neu erstellt, dasselbe gilt für alle Temperatur-, Lautstärke- und Leistungsaufnahme-Messungen. Für die Benchmarks wurde Windows 10 mit dem April-Update (Version 1803) sowie sämtlichen Updates genutzt.

Ein auf 4,7 GHz übertakteter Intel Core i7-8700K dient als Prozessor. Zwei 16 Gigabyte große DDR4-Module (Dual-Rank) werden mit DDR4-3200 bei den Timings 16-16-16-38-1T betrieben. Verschiedene Grafikkarten-Treiber wurden für den Test genutzt, da es innerhalb kurzer Zeit mehrere neue Versionen gegeben hat, die zudem längst nicht alle Modelle unterstützen. Zu einem späteren Zeitpunkt Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres wird der gesamte Parcours noch einmal erneuert – mit einheitlichen Treibern, weiteren neuen Spielen etc. pp.

Grafikkarte Genutzter Treiber
AMD Radeon RX Vega 64 Adrenalin 18.8.2
AMD Radeon RX Vega 56 Adrenalin 18.9.3
Nvidia GeForce GTX 1080 Ti, GTX 1080 GeForce 399.07
Nvidia GeForce RTX 2080 Ti, RTX 2080 GeForce 411.51
Nvidia GeForce GTX 1070 GeForce 411.70
Nvidia GeForce RTX 2070 GeForce 416.33

Details zu den Spiele-Tests

Sämtliche Grafikkarten wurden einmal mit den Standardvorgaben von AMD und Nvidia betrieben. Darüber hinaus gibt es einen zweiten Durchlauf, in dem die Grafikkarten übertaktet wurden. Die genauen Angaben dazu finden sich in einem folgenden Abschnitt. Soweit nicht anders in den Diagrammen angegeben, wurde immer DirectX 11 genutzt. Die Ausnahmen sind Shadow of the Tomb Raider (DirectX 12) und Wolfenstein 2 (Vulkan).

Die Benchmarks in 1.920 × 1.080 sowie 2.560 × 1.440 wurden durchweg mit der maximalen Detailstufe des Spiels durchgeführt. Für 3.840 × 2.160 wurden die Details in Elex, Hellblade, Kingdom: Come sowie Monster Hunter: World leicht reduziert.

Die tatsächlichen Taktraten unter Last mit GPU-Boost 4.0

Die Turing-GPU TU106 ist wie die größeren Modelle mit GPU-Boost in Version 4.0 ausgestattet. Der neue Turbo nutzt anstatt eines zwei Temperature Targets (TT). Wurde das TT auf Pascal erreicht, taktete die Grafikkarte sofort auf den Basis-Takt herunter und „erholte“ sich dann innerhalb des Limits wieder. Wird das erste TT (81°C auf einer RTX 2070) auf Turing mit GPU-Boost 4.0 erreicht, taktet die GPU jetzt hingegen nicht auf den Basis-, sondern den Boost-Takt herunter. Erst wenn das zweite TT erreicht wird, liegt der Basis-Takt an. Dadurch möchte Nvidia den Leistungsverlust reduzieren, der durch eine schlechte GPU- beziehungsweise Gehäusekühlung erreicht wird.

Die Temperature Targets lassen sich mit GPU-Boost 4.0 darüber hinaus genauer beeinflussen. So lässt sich zum Beispiel konfigurieren, dass die Temperatur völlig ignoriert werden soll – zumindest so lange, bis eine gewisse unbeeinflussbare Temperatur erreicht wird und die GPU als letzten Rettungsanker heruntertaktet. Limitiert die Temperatur nicht, verhalten sich GPU-Boost 3.0 und GPU-Boost 4.0 wiederum genau gleich.

Die Turing-GPU hat einen maximalen Takt, der bei niedrigen Temperaturen sowie Auslastung anliegt. Dieser variiert von Grafikkarte zu Grafikkarte. Bei dem Testsample der Asus GeForce RTX 2070 Turbo liegt dieser bei 1.980 MHz. Bei höherer Temperatur und GPU-Auslastung reduziert sich die Frequenz automatisch. Im Spielebetrieb arbeiten die 3D-Beschleuniger ohne anliegende Limits noch mit maximal 1.815 MHz.

Es gibt dieselben Limits wie bei Pascal

Mit dieser Frequenz arbeitet die Grafikkarte, wenn sowohl ein gewisses Budget bei der Leistungsaufnahme (175 Watt TDP bei der Asus RTX 2070 Turbo) und bei der Temperatur (81°C bei der Asus RTX 2070 Turbo) nicht überschritten werden. Ist dies doch der Fall, wird die Frequenz so lange reduziert, bis die Limits wieder eingehalten werden. Manuell kann das Temperature Target auf maximal 88 Grad Celsius erhöht werden. Das Power Target kann auf 114 Prozent erhöht werden. Das entspricht dann maximal 200 Watt.

Auffällig bei Turing: Die GPUs wechseln den Takt in 15-MHz-Schritten und arbeiten dabei vergleichsweise gleichmäßig. Während AMDs Vega-GPU zum Beispiel andauernd den Takt variiert, ist dieser auf einer GeForce RTX meist ziemlich gleichmäßig und schwankt nur gering.

Die tatsächlichen Taktraten im Fractal Design Define R5
Spiel (2.560 × 1.440) Asus GeForce RTX 2070 Turbo
Maximaler Takt in Spielen 1.815 MHz
Assassin's Creed: Origins 1.770-1.800 MHz [PT]
Call of Duty WWII 1.740-1.770 MHz [PT]
Destiny 2 1.725-1.755 MHz [PT]
Elex 1.770-1.785 MHz [PT]
F1 2018 1.740-1.770 MHz [PT]
Far Cry 5 1.755-1.785 MHz [PT]
Final Fantasy XV 1.710-1.755 MHz [PT]
Ghost Recon Wildlands 1.770-1.800 MHz [PT]
Hellblade: Senua's Sacrifice 1.665-1.695 MHz [PT]
Jurassic World: Evolution 1.740-1.755 MHz [PT]
Kingdom Come: Deliverance 1.710-1.740 MHz [PT]
Mittelerde: Schatten des Krieges 1.680-1.710 MHz [PT]
Monster Hunter World 1.710-1.740 MHz [PT]
Shadow of the Tomb Raider 1.710-1.740 MHz [PT]
Star Wars Battlefront 2 1.650-1.710 MHz [PT]
Wolfenstein 2 1.650-1.695 MHz [PT]
[P] = Power Target limitiert, [T] = Temperature Target limitiert

Die Asus GeForce RTX 2070 Turbo ist so konfiguriert, dass die Grafikkarte in jedem modernen Spiel ins Power Target läuft und dann heruntertaktet. Das Temperature Target ist dagegen kein Problem. Die maximalen 1.815 MHz konnte die Grafikkarte in keinem Spiel halten, mit 1.800 MHz war das höchste Ergebnis aber nahe dran.

In den meisten Spielen arbeitet das Einsteigermodell mit etwa 1.710 bis 1.750 MHz. In manchen Spielen fällt die Frequenz auch unter die 1.700 MHz. Das ist in Hellblade, Mittelerde: Schatten des Krieges, Star Wars: Battlefront 2 sowie Wolfenstein 2 der Fall. Mit 1.650 MHz bis 1.695 MHz taktet die GeForce RTX 270 Turbo in Wolfenstein 2 am geringsten.

Das volle Power Limit garantiert nicht den vollen Takt

Wird das Power Limit händisch auf 114 Prozent maximiert und sonst keine weiteren Änderungen vorgenommen, liegt der Takt in den meisten Spielen bei um die 1.800 MHz. Durchweg wird der Takt aber dennoch nicht gehalten. Die Spiele, die mit weniger als 1.700 MHz arbeiten, takten in dem Szenario dann mit etwas unter 1.800 MHz.

GeForce RTX (& GTX & Radeon RX) mit OC

Alle im Test vertretenen Grafikkarten werden auch übertaktet getestet. Bei allen Grafikkarten – außer der GeForce RTX 2070 – wurde das Referenzdesign genutzt. Diese haben die jeweils höchsten Taktraten zugelassen. Die Modifizierungen betreffen ein maximiertes Power- sowie Temperatur-Limit und erhöhte GPU- sowie Speichertaktraten. Spannungen werden nicht geändert.

Die TU106-GPU auf der Asus GeForce RTX 2070 Turbo lässt ein Plus von 139 MHz zu, bevor die Grafikkarte abstürzt. In Spielen beträgt der anliegende Takt bei vollem Power Target dann etwa 1.900 bis 1.950 MHz. Noch deutlich besser lässt sich auch bei dieser Serie der acht Gigabyte große GDDR6-Speicher übertakten. Bis hin zu zusätzlichen 1.000 MHz gibt es keine Probleme. Der Takt beträgt dann 8.000 MHz.

Die im Test genutzten Taktraten bei den OC-Einstellungen
GPU-Takt Speicher-Takt
AMD Radeon RX Vega 64 1.712 MHz
(+82 MHz)
1.100 MHz
(+155 MHz)
AMD Radeon RX Vega 56 1.667 MHz
(+77 MHz)
950 MHz
(+150 MHz)
Nvidia GeForce GTX 1070 FE 1.718 MHz
(+212 MHz)
4.550 MHz
(+550 MHz)
Nvidia GeForce GTX 1080 FE 1.749 MHz
(+142 MHz)
5.405 MHz
(+405 MHz)
Nvidia GeForce GTX 1080 Ti FE 1.657 MHz
(+176 MHz)
5.900 MHz
(+405 MHz)
Asus GeForce RTX 2070 Turbo 1.549 MHz
(+139 MHz)
8.000 MHz
(+1.000 MHz)
Nvidia GeForce RTX 2080 FE 1.617 MHz
(+102 MHz)
8.000 MHz
(+1.000 MHz)
Nvidia GeForce RTX 2080 Ti FE 1.500 MHz
(+150 MHz)
7.916 MHz
(+916 MHz)

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