Z390-Mainboards im Test: Platinen von Asus & Gigabyte zu Intels 8-Kern-CPUs

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Volker Rißka 70 Kommentare

Benchmarks: So schnell ist Z390 im Vergleich zum Z370

Beim Testfeld wird erneut auf den Testparcours des vorangegangen Mainboardtests zurückgegriffen, der sich unter anderem mit den anderen Chipsätzen aus der 300er-Serie auseinandergesetzt hat. Da beim Z390-Chipsatz aber in erster Linie interessiert, ob einer der neuen Acht-Kern-Prozessoren von Intel problemlos mit diesen zusammenarbeiten und/oder ob dafür auch einfach das bisherige Mainboard reicht, geht ComputerBase heute primär dieser Frage nach und tauscht die CPU aus.

Mainboardvergleich mit Acht-Kern-CPU

Zum Einsatz kommt im Test deshalb ein neuer Acht-Kern-Prozessor von Intel. Muster davon sind seit Monaten im Umlauf. ComputerBase hat die genutzte Variante nicht von Intel erhalten und hält sich auch an etwaig vereinbarte NDAs. Doch ein Produktstart der neuen Mainboards am heutigen Tage mit klarem Fokus auf die neue Generation der Prozessoren kann nicht ohne die neuen CPUs über die Bühne laufen. Genau Informationen zu den CPUs wird es erst mit Fall des NDA geben.

Anwendungstest

Alle Mainboards werden mit vollständig aktualisiertem Windows 10 vermessen. 16 GByte RAM in Dual-Channel-Konfiguration werden der CPU mit Timings von 14-14-14-34-1T und einem Takt von DDR4-2666 zur Seite gestellt. Die Grafikausgabe übernimmt eine Nvidia GeForce GTX 1080 Ti. Die Mainboards wurden jeweils mit den neuesten BIOS-Updates versorgt, bei den Z390-Platinen entspricht dies in der Regel auch dem, was im Auslieferungszustand im Handel vorliegen wird. Das Z370-Mainboard wurde mit neuem BIOS neu vermessen.

Die Leistung fällt nahezu identisch aus

Wie bei modernen Plattformen üblich, unterscheidet sich die Leistung in einer Chipsatzklasse nicht. Der Test in diversen Anwendungen von Single-Threaded-Applikationen bis zu voller Mehrkernlast zeigt nicht einmal den Unterschied von einem Prozent im Durchschnitt. Stichproben in Spielen ergaben dasselbe Ergebnis.

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Leistungsrating Anwendungen
Angaben in Prozent
    • Asus ROG Maximus XI Hero
      100 %
    • Gigabyte Z390 Aorus Master
      99 %
    • Gigabyte Z370 Aorus Ultra Gaming
      99 %

SSD-Test und Sound

Für den Test der M2-Schnittstelle auf dem Mainboard wurde eine Samsung SSD 960 Pro in der Größe von 512 GB genutzt. Auf ihr war Windows 10 installiert (4 Prozent der SSD belegt) – ein realistisches Szenario also. Allerdings waren so die extrem theoretischen Maximalwerte nicht möglich, die stets bei leeren oder gar nicht formatierten Lösungen inklusive 30 Minuten nach Ruhezeit ermittelt werden.

Beim M.2-Test mit der 960 Pro streikt das Gigabyte-Z390-Mainboard

Ergänzung vom 12. Oktober: Gigabyte konnte die von der Redaktion nachfolgend geschilderten Probleme beim Einsatz einer M.2-SSD vom Typ Samsung 960 Pro mit 512 GB nicht nachvollziehen und auch nicht nachstellen. Eine andere Platine mit identischem BIOS zeigte das Fehlverhalten nachweislich nicht.

Beim Test stellte sich heraus, dass das Gigabyte-Mainboard noch ein Problem mit M.2 und der 960 Pro hat. Das BIOS lässt den Betrieb einfach nicht zu, nicht einmal das Booten bis ins BIOS ist möglich, wenn diese M.2-SSD in einem der drei Schächte verbaut ist. Die Probe aufs Exempel mit einer älteren M.2-SSD vom Typ Samsung XP941 mit 128 GB zeigt jedoch, dass es kein generelles Problem mit M.2 gibt, denn diese funktionierte in allen drei M.2-Slots.

CrystalDiskMark 6.0.0
  • Lesen (seq.):
    • Asus ROG Maximus XI Hero
      3.506,1
    • Gigabyte Z370 Aorus Ultra Gaming
      3.496,7
  • Lesen (4K Q8T8):
    • Asus ROG Maximus XI Hero
      1.343,4
    • Gigabyte Z370 Aorus Ultra Gaming
      1.329,6
  • Lesen (4K Q32T1):
    • Asus ROG Maximus XI Hero
      829,9
    • Gigabyte Z370 Aorus Ultra Gaming
      809,5
  • Lesen (4K Q1T1):
    • Asus ROG Maximus XI Hero
      59,8
    • Gigabyte Z370 Aorus Ultra Gaming
      59,8
  • Schreiben (seq.):
    • Asus ROG Maximus XI Hero
      2.140,2
    • Gigabyte Z370 Aorus Ultra Gaming
      2.040,8
  • Schreiben (4K Q8T8):
    • Asus ROG Maximus XI Hero
      1.532,7
    • Gigabyte Z370 Aorus Ultra Gaming
      1.411,5
  • Schreiben (4K Q32T1):
    • Asus ROG Maximus XI Hero
      738,7
    • Gigabyte Z370 Aorus Ultra Gaming
      695,7
  • Schreiben (4K Q1T1):
    • Asus ROG Maximus XI Hero
      234,9
    • Gigabyte Z370 Aorus Ultra Gaming
      233,9

Sowohl das Asus-Mainboard als auch das alte Gigabyte schenken sich am Ende erwartungsgemäß wenig bis nichts und reizen die Schnittstelle als auch die SSD aus. Dies zeigt sich insbesondere beim Lesen im Burst-Modus, wo sie mit fast 3.500 MB/s an das Limit der PCIe-x4-Schnittstelle des M.2-Slots und der Spezifizierung der SSD gehen.

Die Audio-Chips unterscheiden sich kaum

Der prüfende Blick in den „Rightmark Audio Analyzer“ zeigt in der Analyse auch nur geringe Unterschiede zwischen den drei verbauten Soundchips und bewertet sie als gut bis sehr gut. Gigabytes Produkte lagen in dieser Disziplin hier in den letzten Tests regelmäßig an der Spitze, es ist eine der Paradedisziplinen der Platinen.

RMAA: Asus (oben) gegen Gigabyte Z390 und Z370
RMAA: Asus (oben) gegen Gigabyte Z390 und Z370

Leistungsaufnahme

Interessantes offenbart auch in diesem Test der Blick auf die Leistungsaufnahme: Die jeweils sehr gut ausgestatteten Mainboards liegen sehr nah zusammen, das Mainboard mit dem Z370 aus der 22-nm-Fertigung zeigt unter Last allerdings den niedrigsten Stromverbrauch. Auch die anderen 300er-Chipsätze konnten zum Start im April aber nicht von ihrem Technologievorsprung profitieren.

Leistungsaufnahme mit GTX 1080Ti
Angaben in Watt (W)
  • Leerlauf:
    • Gigabyte Z370 Aorus Ultra Gaming
      39
    • Gigabyte Z390 Aorus Master
      39
    • Asus ROG Maximus XI Hero
      40
  • leichte Anwendungslast (Cinebench 1-CPU):
    • Gigabyte Z390 Aorus Master
      69
    • Asus ROG Maximus XI Hero
      69
    • Gigabyte Z370 Aorus Ultra Gaming
      73
  • hohe Anwendungslast (Cinebench x-CPU):
    • Gigabyte Z370 Aorus Ultra Gaming
      155
    • Gigabyte Z390 Aorus Master
      159
    • Asus ROG Maximus XI Hero
      163
  • Maximallast (Prime inkl. AVX2):
    • Gigabyte Z370 Aorus Ultra Gaming
      241
    • Gigabyte Z390 Aorus Master
      244
    • Asus ROG Maximus XI Hero
      251

Fazit und Empfehlung

Neu ist immer besser – das stimmt auch beim Z390 nur bedingt. Denn Vorteile der neuen Platinen, die Intel und die Partner zum Start von Core i9-9900K, Core i7-9700K und Core i5-9600K werbewirksam auflegen, finden sich in der Regel nur im Detail: Teilintegriertes WLAN hilft dabei in erster Linie den Herstellern, natives USB 3.1 Gen2 hingegen potentiell auch dem Kunden. Der Wechsel von 22 auf 14 nm erweist sich beim Stromverbrauch noch nicht als Fortschritt.

Weil auch alle anderen Chipsätze der 300er-Serie inklusive Z370 die neuen CPUs unterstützen, gibt es aus dieser Perspektive definitiv keinen Grund zum Aufrüsten innerhalb der Serie, aber auch Neueinsteiger sollten den Z370 nicht als abgelöst abstempeln. Und sie müssen es aller Voraussicht nach auch nicht, denn er wird weiter laufen.

Die Mainboard-Flaggschiffe sind auch welche

Trotzdem zeigen Asus und Gigabyte mit Maximus XI Hero und Aorus Master, dass es immer etwas zu verändern gibt, auch wenn das mittlerweile oft stark auf die Optik abzielt. Beide Platinen bieten nahezu die Vollausstattung in der Mittelklasse, die Leistung ist wie üblich quasi identisch, im Durchschnitt sind sie in Anwendungen in Spielen gleich schnell. Unterschiede gibt es beispielsweise bei der problemlosen Ansteuerung von M.2-SSDs und im BIOS.

Neben Nuancen entscheiden damit einmal mehr persönliche Vorlieben und der Preis. Und der ist für die Z390-Flaggschiffe in der Mittelklasse zum Start ein deutlich höherer als für angestammte Z370-Platinen. Da diese zudem in größeren Mengen noch verfügbar sind und der Z390 aufgrund von Kapazitätsengpässen bei Intel vorerst limitiert sein wird, könnte dies auch noch eine Zeit lang Bestand haben.

Der Z390-Chipsatz lohnt am Ende nur bedingt

Der Z390-Chipsatz ist damit am Ende nur ein weiterer Chipsatz mit der Ausstattung, die Intel bereits seit einem halben Jahr mit Q370, H370, B360 und H310 bietet. Wer übertakten will, der kommt zwar weiterhin um die Z-Serie nicht herum, Anwender ohne diese Ambitionen können aber in der Regel auch bedenkenlos zu einem H370- oder B360-Mainboard greifen, die in der Preisklasse deutlich darunter angesiedelt sind. Sie drosseln die CPU im Normalfall ebenfalls nicht unter Last, weil sie die TDP auch unter Dauerlast ebenso wie die Z-Chipsätze nicht als Obergrenze beim Verbrauch festlegen.

Wer noch ein Z370-Board hat, oder günstig daran gelangen kann, der kann auch (weiterhin) auf diese Platine setzen. Denn spätestens mit einem BIOS-Update sind sie alle auch kompatibel zu den neuen Prozessoren. Eventuell bieten die neuen Z390-Platinen mehr OC-Potential für die 8-Kern-Prozessoren, Heimanwender werden aber auch bei Z370 nicht an dessen Grenzen stoßen. Und welche Prozessoren die Chipsätze in Zukunft noch unterstützen werden, darüber liegen zurzeit noch gar keine Informationen vor.

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