GeForce RTX 2080 im Test: 11 Custom Designs im Benchmark-Vergleich

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Wolfgang Andermahr 223 Kommentare

Benchmark-Testergebnisse

Sämtliche Testreihen wurden für den Artikel mit dem Treiber GeForce 416.34 neu erstellt. Als Betriebssystem war Windows 10 mit dem Oktober-Update sowie sämtlichen weiteren Updates installiert. Als weitere Hardware wurden ein auf 4,7 GHz übertakteter Core i7-8700K und ein 32 Gigabyte großer DDR4-3200-Speicher (Dual-Rank, 16-16-16-38-1T) eingesetzt. Die Tests wurden in einem geschlossenen Fractal Design Define R5 als Gehäuse durchgeführt.

Wer taktet am höchsten?

Die Taktraten der Grafikkarten fallen im Praxiseinsatz sehr unterschiedlich aus. So arbeiten die Gigabyte GeForce RTX 2080 Aorus Xtreme und die MSI GeForce RTX 2080 Gaming X Trio mit bis zu 1.950 MHz, während sich die Gigabyte GeForce RTX 2080 WindForce OC und die Inno3D GeForce RTX 2080 X2 OC teilweise mit 1.740 MHz zufriedengeben müssen.

Die Temperatur ist nie ein Problem

Fast alle Partnerkarten sind dabei so konfiguriert, ins „Power Target“ zu laufen und dann den Takt zu senken. Nur die Asus GeForce RTX 2080 Strix OC kann den Takt in jedem Spiel voll ausfahren und arbeitet mit den maximal per BIOS eingestellten 1.905 MHz. Nahe dran ist auch die Gigabyte GeForce RTX 2080 Aorus Xtreme, die in zwei der drei Spiele mit den maximalen – und extremen – 1.950 MHz arbeitet. In Wolfenstein II gerät dann aber auch der 3D-Beschleuniger ins „Power Target“ und taktet auf „nur noch“ 1.925 MHz bis 1.950 MHz herunter. Teilweise können auch die MSI-Partnerkarte mit den oben erwähnten 1.950 MHz und die Palit GeForce RTX 2080 Super JetStream mit 1.920 MHz den maximal möglichen Takt nutzen. Das gelingt aber jeweils nur in einem der drei getesteten Spiele. Die Temperatur ist hingegen bei keinem Custom Design ein Hindernis.

Den offiziellen Taktangaben zufolge arbeiten zwei Partnerkarten langsamer als Nvidias Founders Edition. Und in der Tat takten die Gigabyte GeForce RTX 2080 WindForce OC und die Inno3D GeForce RTX 2080 X2 OC auch in der Praxis durchweg niedriger, wobei die Differenz in beiden Fällen rund 30 bis 40 MHz beträgt. Die Asus GeForce RTX 2080 Dual OC taktet ziemlich genauso wie die Founders Edition, dasselbe gilt für die Palit GeForce RTX 2080 GamingPro OC. Gainward GeForce RTX 2080 Phoenix GS, Gigabyte GeForce RTX 2080 Gaming OC und Zotac GeForce RTX 2080 AMP takten minimal höher und liegen im Mittelfeld zwischen den Premium- und den einfachen Modellen.

Erzielte Taktraten nach 15 Minuten Volllast
Grafikkarte GPU-Boost Takt in Kingdom Come Takt in SotTR Takt in Wolfenstein II
Asus RTX 2080 Dual OC 1.800 MHz 1.830–1.845 MHz [PT] 1.860–1.875 MHz [PT] 1.785–1.815 MHz [PT]
Asus RTX 2080 Strix OC 1.860 MHz 1.905 MHz 1.905 MHz 1.905 MHz
Gainward RTX 2080 Phoenix GS 1.815 MHz 1.860–1.905 MHz [PT] 1.890–1.905 MHz [PT] 1.800-1.845 MHz [PT]
Gigabyte RTX 2080 WindForce OC 1.785 MHz 1.800–1.845 MHz [PT] 1.830–1.860 MHz [PT] 1.740-1.785 MHz [PT]
Gigabyte RTX 2080 Gaming OC 1.815 MHz 1.860–1.890 MHz [PT] 1.875–1.905 MHz [PT] 1.785-1830 MHz [PT]
Gigabyte RTX 2080 Aorus Xtreme 1.890 MHz 1.950 MHz 1.950 MHz 1.925–1.950 MHz [PT]
Inno3D RTX 2080 X2 OC 1.755 MHz 1.800–1.830 MHz [PT] 1.830–1.860 MHz [PT] 1.740–1.785 MHz [PT]
MSI RTX 2080 Gaming X Trio 1.867 MHz 1.905–1.935 MHz [PT] 1.950 MHz 1.905–1.935 MHz [PT]
Palit RTX 2080 GamingPro OC 1.815 MHz 1.845–1.875 MHz [PT] 1.875–1.890 MHz [PT] 1.785–1.815 MHz [PT]
Palit RTX 2080 Super JetStream 1.860 MHz 1.905–1.920 MHz [PT] 1.920 MHz 1.860–1.890 MHz [PT]
Zotac RTX 2080 AMP 1.830 MHz 1.860–1.905 MHz [PT] 1.905–1.935 MHz [PT] 1.815–1.860 MHz [PT]
Nvidia RTX 2080 Founders Edition 1.800 MHz 1.845–1.875 MHz [PT] 1.860–1.890 MHz [PT] 1.785–1.815 MHz [PT]
Alle Angaben in MHz
PT = Limitiert durch Power Target
TT = Limitiert durch Temperature Target

Der Test zeigt, dass das „Power Target“ bei Turing eine wichtige Rolle spielt, aber nicht alleine für die erzielten Taktraten zuständig ist. Denn die meisten Partnerkarten im Testfeld arbeiten mit maximal 225 Watt, takten aber dennoch nicht alle gleich. Es gibt eine Streuung von 1.740 MHz bis 1.815 MHz.

So viel mehr Performance bringt der Takt

Bezüglich der Performance liegt die Differenz zwischen den einzelnen Versionen der GeForce RTX 2080 bei gerade einmal durchschnittlich fünf Prozent. Im Vergleich zur Nvidias Founders Edition sind die Premium-Modelle um bis zu vier Prozent schneller. Damit sind die Unterschiede nochmals deutlich geringer als beim Vorgänger GeForce GTX 1080. Dort betrug die Differenz alleine zwischen den Topmodellen sechs Prozent.

Apropos Premium-Modelle: Diese sind die schnellsten Partnerkarten im Test, wenngleich das eben mehr Prestige als für den Kunden wirklich relevant ist. Die Gigabyte GeForce RTX 2080 Aorus Xtreme liegt an der Spitze, ein Prozent dahinter folgt die MSI GeForce RTX 2080 Gaming X Trio. Die Asus GeForce RTX 2080 Strix OC ist nicht ganz ein halbes weiteres Prozent dahinter – daran ändert sich übrigens auch mit dem Quiet-BIOS nichts, das eine absolut gleiche Performance liefert. Die Palit GeForce RTX 2080 Super JetStream liegt dann um ein Prozent zurück. Dahinter platzieren sich die Mittelklasse-Modelle, angeführt von der Gainward GeForce RTX 2080 Phoenix GS und der Zotac GeForce RTX 2080 AMP. Die Gruppe liegt um drei Prozent hinter dem schnellsten Premium-Modell zurück.

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Performancerating – 3.840 × 2.160
Angaben in Prozent
    • Gigabyte RTX 2080 Aorus Xtreme
      100,0
    • MSI RTX 2080 Gaming X Trio
      98,9
    • Asus RTX 2080 Strix OC
      98,5
    • Palit RTX 2080 Super JetStream
      98,0
    • Gainward RTX 2080 Phoenix GS
      97,4
    • Zotac RTX 2080 AMP
      97,3
    • Gigabyte RTX 2080 Gaming OC
      96,9
    • Palit RTX 2080 GamingPro OC
      96,3
    • Nvidia RTX 2080 Founders Edition
      96,2
    • Asus RTX 2080 Dual OC
      96,0
    • Inno3D RTX 2080 X2 OC
      94,9
    • Gigabyte RTX 2080 WindForce OC
      94,8

Vergleicht man die drei getesteten Spiele Kingdom Come: Deliverance, Shadow of the Tomb Raider und Wolfenstein II, zeigt sich letzteres als das fordernste Spiel. Bei diesem takten die Grafikkarten am niedrigsten, da die GPUs häufiger ins „Power Target“ laufen. Und dieses spielt damit eine wichtigere Rolle als in den meisten anderen Spielen. Der Abstand zwischen der schnellsten und der langsamsten Partnerkarte wird damit größer, mehr als sieben Prozent beträgt die Differenz aber dennoch nicht. An der Reihenfolge der Testprobanden ändert sich so gut wie nichts, mehr als ein knapper Platztausch ist nicht drin.

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