Samsung auf Talfahrt: Falt-Smartphone und Galaxy S10 sollen Krise beenden

Nicolas La Rocco 103 Kommentare
Samsung auf Talfahrt: Falt-Smartphone und Galaxy S10 sollen Krise beenden

Mit dem Galaxy S10 und dem ersten faltbaren Smartphone soll Samsungs Talfahrt beendet werden, so die selbst auferlegte Mission von Mobile-Chef Koh Dong-jin (DJ Koh). Vor kurzem hat die Halbleiter- die Mobil-Sparte als wichtigstes Standbein abgelöst.

Samsung Mobil-Sparte erreicht mit Smartphones wie dem Galaxy S9 und S9+ (Test) sowie dem Galaxy Note 9 (Test) dieses Jahr nicht das Niveau aus dem Vorjahr, als Galaxy S8 und S8+ sowie das Galaxy Note 8 noch für deutlich mehr Umsatz und immerhin noch ein leichtes Plus beim operativen Gewinn der Sparte gesorgt hatten.

DJ Koh will sein Bestes geben

In einer intern verschickten Nachricht an die Mitarbeiter spricht DJ Koh den derzeit strauchelnden Zustand des Smartphone-Geschäfts an und gelobt Besserung. Er werde sein Bestes geben, um mit dem Galaxy S10 und dem faltbaren Smartphone die Krise zu überwinden, sagte Koh den Angestellten.

Wie der Korea Herald berichtet, komme es zum Ende des Jahres zu personellen Veränderungen bei Samsung und Kohs Position sei am wackeln. Er soll von Samsungs Vizevorsitzendem Lee Jae-yong dafür verantwortlich gemacht worden sein, die Wettbewerbsfähigkeit von Samsung-Smartphones geschwächt zu haben. Lee Jae-yong soll Verbesserungen an den Kameras gefordert haben.

Mitarbeiter können nicht mitentscheiden

Ein Insider berichtet von einer angespannten Lage innerhalb des Konzerns, nachdem sich die öffentliche Kritik an den aktuellen Produkten intensiviert habe. Ein anderer Mitarbeiter berichtet, dass das Hauptproblem der Mobil-Sparte das Top-down-Entscheidungssystem sei, das Samsung daran hindere, innovative Ideen und Lösungen zu finden. Bei einem Top-down-System gibt die Konzernspitze das gewünschte Ergebnis vor, ohne die Mitarbeiter in größerem Umfang an diesem Prozess teilhaben zu lassen.

Galaxy S10 und faltbares Smartphone sollen es richten

Das Galaxy S10 soll Samsungs Smartphone mit den bisher dünnsten Rändern und einem erstmals im Display verbauten Fingerabdrucksensor werden. Es ist davon auszugehen, dass der jüngst vorgestellte 8-nm-Prozessor Exynos 9820 mit neuer CPU, GPU und NPU (Neural Processing Unit) das Smartphone antreiben wird. Von der NPU soll insbesondere die Kamera durch eine bessere Verarbeitung von Fotos profitieren. Damit würde Samsung den von Lee Jae-yong genannten Kritikpunkt angehen.

Die zweite und womöglich wichtigere Ankündigung des kommenden Jahres dürfte das erste faltbare Smartphone sein, auf das Samsung vor zwei Wochen im Rahmen der hauseigenen Entwicklerkonferenz einen Vorgeschmack gegeben hat. Im aufgeklappten Zustand bietet es ein 7,3 Zoll großes Display und die Möglichkeit, über das neue One UI drei Anwendungen parallel auszuführen. Das zugrundeliegende „Infinity Flex Display“ soll jedoch erst in den kommenden Monaten in die Massenproduktion gehen.