High-End-CPUs im Test: Intel Skylake-X Refresh vs. AMD Threadripper

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Volker Rißka 271 Kommentare

Fazit: Ein Refresh bleibt hinter den Erwartungen zurück

Der Skylake-X Refresh von Intel ist nur ein kleines Update, wenngleich der Namenssprung von 7000 auf 9000 größeres vermuten lässt – ebenso der zeitlich Abstand zu dem Vorgänger, der bereits vor 1,5 Jahren erschien. Das Update bietet jedoch keine Neuheiten, sondern nur etwas mehr Takt. Der Zuwachs in der Leistung gegenüber den bisherigen Modellen liegt im Durchschnitt bei vier bis fünf Prozent, die 0 bis 400 MHz mehr Takt zeigen sich je nach Testumgebung in 0 bis elf Prozent mehr Performance.

Das 2.000 Euro teure Flaggschiff Core i9-9980XE zeigt dabei das beste Bild, was das Plus an Mehrleistung gegenüber dem Vorgänger 7980XE angeht. Beim Core i9-9900X mit zehn Kernen verschwimmt dies bereits, der Acht-Kerner Core i7-9800X steht nahezu auf verlorenem Posten. Dieser hat zudem noch ein ganz anderes Problem: Für acht Kerne braucht es kein High-End-System mehr, die gibt es bereits in der Mittelklasse. In dieser stehen nicht nur Intels eigene Prozessoren zur Auswahl, sondern auch die große Vielfalt von AMD. Geht es nur um das Thema Multi-Core-unterstützte Anwendungen ist AMD durch den Vorsprung an Kernen und Threads die erste Wahl. Nur in ganz speziellen Fällen lohnt dann der Blick auf den Skylake-X.

Intel Skylake-X Refresh
Intel Skylake-X Refresh

Spieler bleiben beim Core i9-9900K/i7-8700K

Fürs Gaming ist die High-End-Plattform nach wie vor nur die zweite Wahl. Intels Mittelklasse-CPUs mit bis zu acht Kernen bieten viel mehr Takt, der in Spielen gepaart mit mindestens vier Kernen weiterhin am liebsten gesehen wird. So landen alle Skylake-X Refresh wie auch ihre Vorgänger in der Klasse von Intels Core i5 und damit auch auf dem Niveau nahezu aller Ryzen 7 und vieler Ryzen 5, weshalb sie weiterhin sehr gut zum Spielen geeignet sind, nur eben nicht das Maximum darstellen. Dieses stellt nach wie vor der Intel Core i9-9900K dar.

Skylake-X ist nach wie vor sehr teuer

An der Preisgestaltung hat Intel nichts geändert, die neuen Modelle lösen die älteren zu gleichem Preis ab. Unterm Strich gibt es also fünf Prozent mehr Leistung für gleiches Geld – und das eineinhalb Jahre nach der Vorstellung von Skylake-X. In vielen Bereichen ist das zu wenig, AMD hat sowohl über Produkte als auch beim Preis nachgelegt.

16 Kerne von AMD statt acht von Intel heißt es deshalb im High-End-Einstieg: AMD Threadripper 1950X für 560 Euro oder Core i7-9800X für 640 Euro. Und zwölf Kerne in Form des Ryzen Threadripper 1920X kosten bei AMD nur 350 Euro – das sucht Ende 2018 noch immer seinesgleichen und hat keinen Gegenspieler von Intel. Zwölf Kerne von Intel kosten als Core i9-9920X nämlich fast 1.300 Euro – dafür gibt es 24 Kerne von AMD. Egal in welchem Bereich, AMD bietet im High-End-Desktop viel mehr Kerne für das gleiche Geld, eine sehr gut ausgestattete Plattform und bleibt somit die Empfehlung.

Intels Xeon W-3175X fehlt weiterhin

Intel hat es auch zum Jahresende 2018 nicht geschafft, die bereits vor über einem halben Jahr angekündigte 28-Kern-CPU für den Desktop auszuliefern. Der als Xeon W-3175X bezeichnete Prozessor hatte zu Weihnachten zwar einen ersten Ausblick in Form von frühen Preislistungen zwischen 4.000 und 6.000 Euro hingelegt, ein Lieferdatum gibt es aber nicht. Einige Händler sprechen vom Beginn des neuen Jahres 2019. Daran Schuld könnte auch sein, dass es keinerlei Mainboards gibt. Von Asus und Gigabyte sind bisher nur zwei Hauptplatinen mit Sockel LGA 3647 angekündigt, die den Spagat zwischen Gaming und professionellem Einsatz wagen wollen.

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