Asus GeForce RTX 2060 Strix im Test: TU106 in schneller, leiser und auf Wunsch auch bunter 2/4

Wolfgang Andermahr 346 Kommentare

Testsystem und Testergebnisse

Wie bei den größeren GeForce-RTX-Modellen nutzt auch das Review der GeForce RTX 2060 den vorübergehend genutzten Testparcours. Sämtliche Spiele-Benchmarks wurden im Spätsommer 2018 neu erstellt, dasselbe gilt für alle Temperatur-, Lautstärke- und Leistungsaufnahme-Messungen. Für die Benchmarks wurde Windows 10 mit dem April-Update (Version 1803) sowie sämtlichen Patches genutzt.

Ein auf 4,7 GHz übertakteter Intel Core i7-8700K dient als Prozessor. Zwei 16 Gigabyte große DDR4-Module (Dual-Rank) werden mit DDR4-3200 bei den Timings 16-16-16-38-1T betrieben. Verschiedene Grafikkarten-Treiber wurden für den Test genutzt, da es innerhalb kurzer Zeit mehrere neue Versionen gegeben hat, die zudem längst nicht alle Modelle unterstützen. Im Frühjahr wird der gesamte Parcours noch einmal erneuert – mit einheitlichen Treibern, weiteren neuen Spielen etc.

Grafikkarte Genutzter Treiber
AMD Radeon RX Vega 64 Adrenalin 18.8.2
AMD Radeon RX Vega 56 Adrenalin 18.9.3
AMD Radeon RX 590 Beta-Launch-Version
Nvidia GeForce GTX 1080 Ti, GTX 1080 GeForce 399.07
Nvidia GeForce RTX 2080 Ti, RTX 2080 GeForce 411.51
Nvidia GeForce GTX 1070 GeForce 411.70
Nvidia GeForce GTX 1060 GeForce 416.16
Nvidia GeForce RTX 2070 GeForce 416.33
Nvidia GeForce RTX 2060 GeForce 417.54

Details zu den Spieletests

Sämtliche Grafikkarten wurden mit den Standardvorgaben von AMD und Nvidia getestet. Soweit nicht anders in den Diagrammen angegeben, wurde immer DirectX 11 genutzt. Die Ausnahmen sind Shadow of the Tomb Raider (DirectX 12) und Wolfenstein II (Vulkan).

Die Benchmarks wurden in 1.920 × 1.080 und durchweg mit der maximalen Detailstufe des Spiels durchgeführt.

Die tatsächlichen Taktraten unter Last

Die Turing-GPU TU106 ist wie die größeren Modelle mit GPU-Boost in Version 4.0 ausgestattet. Der neue Turbo nutzt anstatt eines nun zwei Temperature-Targets (TT). Wurde das TT auf Pascal erreicht, taktete die Grafikkarte sofort auf den Basis-Takt herunter und „erholte“ sich dann innerhalb des Limits wieder. Wird das erste TT (83 °C) auf Turing mit GPU-Boost 4.0 erreicht, taktet die GPU jetzt nicht auf den Basis-, sondern den Boost-Takt herunter. Erst wenn das zweite TT (85 °C) erreicht wird, liegt der Basis-Takt an. Dadurch möchte Nvidia den Leistungsverlust reduzieren, der durch eine schlechte GPU- beziehungsweise Gehäusekühlung erreicht wird.

Die Temperature-Targets lassen sich mit GPU-Boost 4.0 darüber hinaus genauer beeinflussen. So lässt sich zum Beispiel konfigurieren, dass die Temperatur völlig ignoriert werden soll – zumindest so lange, bis eine gewisse unbeeinflussbare Temperatur erreicht wird und die GPU als letzter Rettungsanker heruntertaktet. Limitiert die Temperatur nicht, verhalten sich GPU-Boost 3.0 und 4.0 wiederum genau gleich.

Die Turing-GPU hat einen maximalen Takt, der bei niedrigen Temperaturen sowie Auslastung anliegt. Dieser variiert von Grafikkarte zu Grafikkarte. Bei dem Testsample der Asus GeForce RTX 2060 Strix OC liegt er bei 2.040 MHz. Bei höherer Temperatur und GPU-Auslastung reduziert sich die Frequenz automatisch. Im Spielebetrieb arbeitet der 3D-Beschleuniger ohne anliegende Limits noch mit maximal 1.980 MHz.

Es gibt dieselben Limits wie bei Pascal

Mit dieser Frequenz arbeitet die Grafikkarte, wenn ein gewisses Budget bei der Leistungsaufnahme (190 Watt TDP bei der Asus RTX 2060 Strix OC) und bei der Temperatur (83 °C) nicht überschritten wird. Andernfalls wird die Frequenz so lange reduziert, bis die Limits wieder eingehalten werden. Manuell kann das Temperature-Target auf maximal 87 Grad Celsius erhöht werden. Das Power-Target kann auf 125 Prozent angehoben werden, was 238 Watt entspricht.

Auffällig bei Turing: Die GPUs wechseln den Takt in 15-MHz-Schritten und arbeiten dabei vergleichsweise gleichmäßig, während AMDs Vega-GPU in hohen Frequenzen den Takt ändert.

TU106-GPU der Asus GeForce RTX 2060 Strix OC
TU106-GPU der Asus GeForce RTX 2060 Strix OC

Immer mit dem maximal erlaubten Takt

Während die GeForce RTX 2060 Founders Edition quasi durchweg ins Power Target läuft, ist die Asus GeForce RTX 2060 Strix OC so konfiguriert, dass die Grafikkarte mit ihren 190 Watt in Full HD durchweg den vollen Takt von 1.980 MHz halten kann. In keinem der getesteten Spielen fällt die Grafikkarte unter den 1.980 MHz.

Die tatsächlichen Taktraten im Fractal Design Define R5
Spiel (1.920 × 1.080) Asus GeForce RTX 2060 Strix OC
Maximaler Takt in Spielen 1.980 MHz
Assassin's Creed Origins 1.980 MHz
Call of Duty: WWII 1.980 MHz
Destiny 2 1.980 MHz
Elex 1.980 MHz
F1 2018 1.980 MHz
Far Cry 5 1.980 MHz
Final Fantasy XV 1.980 MHz
Ghost Recon Wildlands 1.980 MHz
Hellblade: Senua's Sacrifice 1.980 MHz
Jurassic World: Evolution 1.980 MHz
Kingdom Come: Deliverance 1.980 MHz
Mittelerde: Schatten des Krieges 1.980 MHz
Monster Hunter: World 1.980 MHz
Shadow of the Tomb Raider 1.980 MHz
Star Wars Battlefront II 1.980 MHz
Wolfenstein II 1.980 MHz
[P] = Power-Target limitiert, [T] = Temperature-Target limitiert

Das hat auch zur Folge, dass ein höheres Power Target ohne manuelles OC – anders als bei der Founders Edition – keine zusätzliche Mehrleistung bringt. Dies ändert sich erst, wenn die Grafikkarte übertaktet wird. Die maximale Einstellung von 238 Watt ist dann auch für das höchstmögliche Übertakten ausreichend. Auch dann stellt das Power Target keine Limitierung da und auch die Temperatur wird nicht zum Problem.

Benchmarks in 1.920 × 1.080

Die Asus GeForce RTX 2060 Strix OC arbeitet durch den höheren Takt und das höhere Power Target in 1.920 × 1.080 durchschnittlich fünf Prozent schneller als die GeForce RTX 2060 Founders Edition und damit eine nicht übertaktete GeForce RTX 2060. Die Frametimes fallen mit einem Plus von sechs Prozent noch ein wenig besser aus.

Damit arbeitet die Grafikkarte in Full HD genauso schnell wie eine Radeon RX Vega 64 und nur minimal langsamer als eine GeForce GTX 1080. Der Rückstand zur GeForce RTX 2070 schrumpft von ohnehin geringen 13 Prozent auf nur noch 8 Prozent zusammen. Eine manuell übertaktete GeForce RTX 2060 FE arbeitet weitere vier Prozent zügiger. Da der GPU-Takt der Konfigurationim Test allerdings quasi gleich hoch wie der der Strix war, entsteht die zusätzliche Performance durch den übertakteten Speicher.

Da der übertaktete Speicher und damit die höhere Speicherbandbreite der manuell übertakteten GeForce RTX 2060 FE in den Spielen unterschiedlich viel bringt, ist die GeForce RTX 2060 Strix OC mal nahe dran und mal etwas weiter weg. In Mittelerde: Schatten des Krieges liegt die Asus-Grafikkarte zum Beispiel nur um ein Prozent zurück. Dort bringt der übertaktete Speicher nichts. Anders sieht es dagegen in Call of Duty: WWII aus, wo der Rückstand acht Prozent beträgt. Genauso schwankt der Vorsprung der von Haus aus übertakteten GeForce RTX 2060 Strix OC gegenüber Nvidias Referenzvorgaben von Spiel zu Spiel aufgrund der unterschiedlichen Anforderungen an die Speicherbandbreite.

Esports-Spiele (Fortnite und Co.) im Benchmark

Bei den Esports-Spielen gibt es keine Überraschungen im Turing-Lager: Die Asus GeForce RTX 2060 Strix OC ist in Rainbow Six: Siege, Overwatch und World of Warcraft im Durchschnitt sechs Prozent schneller als die GeForce RTX 2060 Founders Edition und die GeForce RTX 2070 Founders Edition ist weitere sieben Prozent schneller.

Allerdings schneidet die GeForce RTX 2060 Strix OC im Duell mit der GeForce GTX 1080 in den Esports-Spielen etwas besser ab als bei den klassischen Spielen: Die Asus-Grafikkarte zeigt eine um vier Prozent bessere Performance. Auch die Radeon RX Vega 64 wird geschlagen. Die AMD-Grafikkarte liegt um zwölf Prozent zurück.

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